Vandalismus oder Brauchtum: Am Schulsilvester 1975 ging die Post ab
Aus dem Archiv – Teil 3
Der Schulsilvester sorgte vor 50 Jahren für Randale in Dübendorf. Auch der Zentrumsverkehr wurde schon kritisch beäugt. Und die heimischen Curler wurden von gefeierten Helden zu krachenden Verlierern.
Ende Jahr Radau zu machen, lief lange Zeit noch unter dem Brauchtum Schulsilvester, bis dieses schliesslich von immer mehr Zürcher Gemeinden abgeschafft wurde. Der «Amtliche Anzeiger» vom Januar 1975 berichtete, dass der Schulsilvester im Bezirk Uster «ohne grossen Unfug» über die Bühne ging – mit Ausnahme von Dübendorf. Briefkästen wurden abgerissen, Gartentore demoliert, Autorückspiegel abgerissen, Dolendeckel entfernt oder Flaschen auf den Strassen zerschlagen.
Auf unbeleuchteten Strassenabschnitten waren in der Sonnenbergstrasse und im Branzenäsch plötzlich Barrikaden aufgebaut.
Und auch die Feuerteufel trieben in der Nacht ihr Unwesen. Vor einem Kiosk zündete einer ein Bündel Zeitungen an, wobei Passanten gerade noch verhindern konnten, dass das Feuer auf das Gebäude übergriff. Verschiedene Briefkästen gerieten in Brand, weil «Frauenfürze» hineingeworfen wurden.

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