Autolenker verwüsten eine Wildwiese in Uster
Vandalismus durch Drifting
In der Nähe der Ustermer Stadtgrenze zu Seegräben wurde eine Blumenwiese beschädigt. Landwirt Roland Käser vermutet, dass junge Autolenker auf seinem Grund durch den Schnee geschleudert sind.
Wo am Wochenende noch Schnee lag, zeigt sich beim Ortsausgang von Uster in Richtung Seegräben jetzt eine verwüstete Wiese. Der Landwirt Roland Käser entdeckte den Schaden am Dienstagmorgen in seiner Blumenwiese: Tiefe Furchen von Autoreifen sind in Kreisen in die Wiese eingebrannt.
Spezielle Wildwiese zerstört
«Das ist äusserst bedauerlich, zumal es sich um eine Blumenwiese der Qualitätsstufe II handelt», sagt Käser. Viele rare Wildblumen seien auf der Wiese gewachsen.
Um Biodiversitätsbeiträge der Qualitätsstufe II zu erhalten, müssen laut Bundesamt für Landwirtschaft auf den Flächen regelmässig bestimmte Pflanzenarten vorhanden sein und spezielle floristische Anforderungen erfüllt werden.
Der Bauer vermutet hinter dem Vandalismus junge Autolenker, die erst vor Kurzem ihren Führerausweis gemacht haben. «Wahrscheinlich sind es Drifter, die ihre Grenzen im Schnee austesten mussten.»
Im Schnee herumgedreht
Er mutmasst, sie hätten von der Strasse her beschleunigt und seien von dort ins Schneefeld reingeschleudert. Es müsse sich um mehrere Autos gehandelt haben.
Weiter abseits der Kreise gibt es zusätzliche Spuren, diese sind etwas tiefer. «Hier ist vermutlich jemand stecken geblieben», meint Käser.
Der Landwirt zeigt mit dem Schuh auf eine erdige Stelle, wo das Gras durch die Autoreifen ganz weggedrückt worden ist. «Hier wird jetzt gar nichts mehr wachsen.»
Der Bauer wird sich im Frühling darum kümmern. «Wir werden diesen Teil der Wiese ausheben und neu ansäen müssen.» Für den Aushub muss Käser Maschinen anmieten. Er schätzt den Sachschaden auf rund 1200 Franken – seine Zeit und die angemietete Planierraupe mit eingerechnet.
Nicht das erste Mal
Trotz dem Ärger will der Landwirt momentan keine Anzeige erstatten. Aus seiner Erfahrung bringe das nicht viel: «Vor Jahren ist das schon einmal passiert, da waren die Furchen sicher zehn Zentimeter tief.»
Damals hatte er den Fall angezeigt, dieser konnte aber nicht geklärt werden. Wenn es keine Hinweise von Zeugen gebe oder keine Stossstangen liegen blieben, sei das eher schwierig.
Bei der Kantonspolizei nachgefragt, ob es öfters solche Drifting-Fälle gebe, sagt der Mediensprecher Ralph Hirt, er könne sich an einen anderen Vorfall im letzten Jahr erinnern.
«Wir wissen jedoch nicht, wie gross die Dunkelziffer ist, da sicher einige Fälle nicht gemeldet werden.» Drifting-Delikte würden nicht in einer eigenen Statistik erfasst.