Diese Ereignisse bewegten 2024 im Tösstal
Jahresrückblick
Viele Gemeinden im Tösstal müssen sich neu organisieren. Einige suchen neue Zusammenschlüsse, eine den kompletten Anschluss.
Ungewisse Zukunft für Kirchgemeinde Zell
Seit Jahren kriselt es in der Katholischen Kirchgemeinde Zell: Kirchenpfleger werfen nach kurzer Zeit den Bettel hin, Sachverwalter müssen zu Hilfe kommen. Seit Mitte 2023 ist die Kirchgemeinde fremdverwaltet. Im Januar kommt ein neuer Lösungsansatz zur Diskussion: Fusion und Grenzbereinigung stehen zur Debatte. So werden die Fühler nach Turbenthal und nach Illnau-Effretikon ausgestreckt. Am 14. Januar geben die Turbenthaler Katholiken grünes Licht zur Aufnahme von Verhandlungen.
Schlatt sichert sich Wasser für heisse Zeiten

Die Gemeinde Schlatt schliesst ihr Wassernetz mit jenem ihrer Nachbarn Zell und Elgg zusammen. Im Februar werden die Anpassungsarbeiten am Reservoir Gyrenbad abgeschlossen. In den letzten Jahren wurde das Wasser in Schlatt gleich zweimal knapp.
Kanton stoppt Pläne für eine Töss-Revitalisierung in Wila

Grundbesitzer entlang der Töss in Wila wehren sich gegen die Pläne des Kantons, dem Fluss mehr Platz zu geben. Sie wollen einerseits nicht Land für die naturnahe Umgestaltung abgeben, andererseits fürchten sie eine Touristenflut. Angesichts des Widerstands legt die Baudirektion am 13. Februar einen Marschhalt ein. Die Pläne für eine Revitalisierung der Töss bei Wila werden auf Eis gelegt.
Turbenthal prüft Bildung einer Einheitsgemeinde

Die Turbenthaler Stimmberechtigten wollen sich alle Optionen für die Gestaltung ihrer Gemeinde offenhalten. Dies wird am 3. März klar. Einerseits prüfen sie die Bildung einer Einheitsgemeinde, andererseits aber auch die Schaffung einer Kreisschule Mittleres Tösstal. Verhandlungen mit Wila sollen nun zeigen, wohin die Reise gehen wird. In Wila dürfte Anfang 2025 über die Initiative «Schaffen einer Schulgemeinde Wila-Turbenthal» abgestimmt werden.
Saland verliert Bäckerei

Am 30. März schliesst die Bäckerei Rathgeb in Saland ihre Türen. Damit ist das Tösstal um einen Beck ärmer. Als Grund für die Schliessung werden gesundheitliche Probleme genannt. Bereits im Winter war die Filiale für mehrere Wochen geschlossen und erst am 19. Februar wiedereröffnet worden. Im Mai wird klar, dass mit dem «Chelleland» auch das letzte Restaurant in Saland schliesst. Ob es wiedereröffnet wird, ist noch offen.
Becken im sanierten Baumer Hallenbad bleiben länger trocken

Am 13. April hätte im totalsanierten Baumer Hallenbad ein grosses Eröffnungsfest steigen sollen. Doch dieses fällt ins Wasser, da die Abschlussarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Am 25. Mai klappt es dann im dritten Anlauf: Im «Halli» kann wieder geschwommen werden. Grossen Zuspruch finden die neue Kletterwand und der Seilpark.
Dauerregen fordert die Tösstaler Feuerwehren
Anfang Juni geht vor allem über dem Tösstal ein Dauerregen nieder. Die Töss füllt sich bis zum Rand und darüber hinaus. Ein Murgang sowie zahlreiche geflutete Keller halten die Feuerwehren von Turbenthal-Wila-Wildberg und Zell auf Trab. Über 60 Einsätze werden verzeichnet. Trotz strömendem Regen turnen 3600 Leute an den Regionalmeisterschaften in Turbenthal. Nur der Crosslauf und der 800-Meter-Lauf können nicht durchgeführt werden.
Fischenthaler wollen nicht fusionieren und müssen neues Gemeindepräsidium suchen
Mit einer Einzelinitiative möchte ein Fischenthaler erste Abklärungen für eine Fusion der Gemeinde mit einem Nachbarn vornehmen lassen. Doch am 4. Juni versenken die Stimmberechtigten diese Idee. Dafür muss sich Fischenthal nach einem neuen Gemeindepräsidium umsehen. Am 24. November wird ihre Gemeindepräsidentin Barbara Dillier (parteilos) zur neuen Stadtpräsidentin von Rapperswil-Jona gewählt.
Bezirksräte passen Schulgrenzen an

Bis Ende 2021 hätten die Primarschulen von Wila und Turbenthal bereinigt werden müssen. Das Vorhaben scheiterte aber am Widerstand aus Wila. Doch in diesem Juni sprechen die Bezirksräte von Winterthur und Pfäffikon ein Machtwort: Die Grenzen der Schulgemeinde müssen derjenigen der Politischen Gemeinde angepasst werden. Die beiden Turbenthaler Weiler im Steinenbachtal und in Tablat werden nun zu Turbenthal und nicht mehr zu Wila gehören. Doch wo die Kinder dieser Weiler künftig zur Schule gehen werden, bleibt offen.
Erlebnisraum Tösstal droht das Aus

Bauma gibt Ende Juni bekannt, dass es aus dem Trägerverein Erlebnisraum Tösstal austreten will. Kurz darauf zieht Fischenthal nach. Damit hat das Projekt in seiner geplanten Form keine Zukunft mehr. Für die beiden Gemeinden stimmt das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht. Eigentlich hätte das Projekt mit verschiedenen Erlebnisformaten in den Gemeinden Turbenthal, Wila, Bauma, Fischenthal und Wald den sanften Tourismus fördern wollen.
Wildberg und Pfäffikon wollen fusionieren

Anfang Juli wird bekannt, dass das kleine Wildberg auf der Suche nach einem möglichen Fusionspartner fündig geworden ist – in Pfäffikon. Für den rund 13-mal grösseren Bezirkshauptort wäre Wildberg eine weitere Aussenwacht. Nun werden die Details für einen Zusammenschluss geklärt. Mitte September wird die Bevölkerung über die Pläne informiert. Und am 9. Februar 2025 wird abgestimmt. Irritiert zeigt sich Wila, das sich eine Fusion mit Wildberg ebenfalls gut vorstellen könnte. Auch in Turbenthal wird der Schritt von Wildberg bedauert.
Jugendlicher überfällt den Migros in Kollbrunn
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Ende Juli spielen sich im Migros in Kollbrunn verstörende Szenen ab. Ein Jugendlicher versucht mit Tritten und Schlägen die Kasse zu öffnen und liefert sich ein Handgemenge mit der Kassierin. Mit einer Beute von 400 Franken macht er sich davon. Schon bald darauf wird der 16-jährige Afghane festgenommen und in eine geschlossene Einrichtung überwiesen.
Statt Schinkenräucherei entsteht in Bauma ein Wohnblock
Im Sommer wird die alte Schinkenräucherei Lötterle in Saland, die Ende 2023 den Betrieb eingestellt hat, abgerissen. An deren Stelle werden 24 Wohnungen erstellt. Das Handwerk der Familie Lötterle wird in Mönchaltorf fortgeführt. Dort übernimmt die Metzgerei Bleicher die Produktion – allerdings in viel kleinerem Umfang. Am 25. September erfolgt der Spatenstich für die neue Überbauung.
Eine Brücke schwebt über Wila

Spektakuläre Bilder gibt es am 28. November bei Wila. Die Tage der alten Tössbrücke sind gezählt. Doch bevor diese abgerissen und neu gebaut werden kann, braucht es eine Hilfsbrücke. Knapp 27 Meter lang und 36 Tonnen schwer ist das Stück, das ein grosser Kran einsetzt. In Betrieb genommen wird die Ersatzbrücke dann schneller als gedacht. Schon am 17. Dezember rollen Autos über die Stahlkonstruktion.
