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Diese Ereignisse bewegten 2024 im Bezirk Pfäffikon

In Pfäffikon wird ein schwuler Lehrer entlassen, was schweizweit Empörung auslöst. Und in Kyburg wird die Kirche illegal ausgeräumt.

Hunderte setzen sich am 27. April für den entlassenen schwulen Lehrer auf einem Marsch durch Pfäffikon ein.

Foto: Bettina Schnider

Diese Ereignisse bewegten 2024 im Bezirk Pfäffikon

Jahresrückblick

Die Entlassung eines schwulen Lehrers in Pfäffikon wirft Wellen. Und neue Gebäude bereiten Freude – und Sorgen.

Effretikon erhält ein weiteres Hochhaus

Visualisierung vom geplanten Hochhaus gegenüber vom Märtplatzes in Effretikon.
Im Zentrum von Effretikon soll ein zweiter Wohnturm erstellt werden.

Im Effretiker Zentrum geht es hinauf. Nachdem bereits beim Bushof ein Hochhaus geplant ist, wird am 26. Januar klar, dass es beim Bahnhof einen zweiten 55 Meter hohen Turm geben wird. Das Siegerprojekt für ein Hochhaus mit 130 Wohnungen und Dienstleistungsflächen wird vorgestellt. Läuft alles nach Plan, soll bereits im Jahr 2025 gebaut werden. Im Juli formiert sich unter Anwohnern Widerstand gegen den geplanten Wohnturm. Dieser sei viel zu hoch und sorge für übermässigen Schattenwurf. Rund 400 Unterschriften gegen das Projekt kommen zusammen.

Im «Valley» entsteht eine grosse Eventhalle

Neue Eventhalle im Valley in Kemptthal.
Die neue Eventhalle im «Valley» in Kemptthal bietet bis zu 600 Besuchern Platz.

Auf dem ehemaligen Maggi-Areal in Kemptthal wird ein Industriegebäude umgenutzt. «The Valley Hall» soll Platz für Konzerte, Theateraufführungen und Firmenanlässe bieten. 600 Besucher sollen hineinpassen und 200 Anlässe pro Jahr dort steigen. Ihre Feuertaufe erlebt die Halle laut Christoph Baer, Geschäftsführer der The Valley Event AG, am 22. Juni. Die «grösste 90er- und 2000er-Open-Air-Party in der Schweiz» steigt auf dem Gelände, und in der Halle geht die After-Show-Party über die Bühne. Je nach Nachfrage kann die Hallenfläche noch vergrössert werden.

Der «Nussbaum» in Rikon schliesst seine Türen

Karin und Alexander Gasser mit Tochter stehen im Restaurant Nussbaum in Effretikon.
Ende März ist Schluss: die «Nussbaum»-Wirte Karin und Alex Gasser mit ihrer Tochter Léonie.

Der «Last dance» steigt am 23. März: Nachdem Karin und Alex Gasser die Effretiker Traditionsbeiz Nussbaum während zehn Jahren geführt haben, ist Schluss. Das Wirtepaar geht in Pension. Eine Nachfolge für das 1895 eröffnete Restaurant gibt es nicht, sodass das Inventar vergeben wird.

Ein neues Feuerwehr- und Werkgebäude für Illnau-Effretikon

Visualisierung des geplanten Feuerwehr- und Werkgebäudes in Illnau.
So wird das neue Feuerwehr- und Werkgebäude der Stadt Illnau-Effretikon aussehen. Es wird im Eselriet zu stehen kommen.

Satte 39 Millionen Franken soll das neue Feuerwehr- und Werkgebäude der Stadt Illnau-Effretikon beim Eselriet kosten. Die Stimmberechtigten segnen trotz dem hohen Betrag am 3. März das Vorhaben mit 78 Prozent Ja-Stimmen ab. Mit dem Bau wird bereits im Frühling begonnen. Ende 2026 soll es bezogen werden können.  

Fehraltorf nimmt Mehrzweckhalle für Sport und Kultur in Betrieb

In einer Mehrzwekchhalle wird Unihockey gespielt.
Die ZO Pumas zeigen in der neuen Mehrzweckhalle an der Eröffnungsfeier ihr Können.

Nach einer grossen Einweihungsfeier wird am 4. März die neue Mehrzweckhalle auf dem Heiget-Areal in Fehraltorf in Betrieb genommen. Herzstücke des Komplexes sind eine Doppelturnhalle und ein Lehrschwimmbecken. Damit dient die rund 23 Millionen Franken teure Halle in erster Linie dem Sport, doch soll dort auch Kultur nicht zu kurz kommen.

Nur noch 130 Parkplätze bei der Badi Auslikon

Parkplatz mit vielen Autos bei der Badi Auslikon.
Bei der Badi Auslikon wird die Zahl der Parkplätze auf Geheiss des Kantons halbiert.

Nach den Campern will der Kanton auch den Autoverkehr weg vom Pfäffikersee haben. Nachdem er das Projekt für einen neuen Parkplatz am Dorfrand von Auslikon nach Protesten vorerst auf Eis gelegt hat, kündigt er Anfang April an, die Zahl der Parkplätze bei der Badi den Saisonstart hin von 260 auf 130 zu halbieren.  

Becken im sanierten Baumer Hallenbad bleiben länger trocken

Kinder turnen an Seilen und schwimmen im Wasser.
Der Parcours im sanierten Hallenbad Bauma findet Zuspruch.

Am 13. April hätte im totalsanierten Baumer Hallenbad ein grosses Eröffnungsfest steigen sollen. Doch dieses fällt ins Wasser, da die Abschlussarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Am 25. Mai klappt es dann im dritten Anlauf: Im «Halli» kann wieder geschwommen werden. Grossen Zuspruch finden die neue Kletterwand und der Seilpark.   

Entlassung von schwulem Lehrer in Pfäffikon wirft schweizweit Wellen

Ein Mann steht im Schilf am Pfäffikersee.
Nach Anschuldigungen von Eltern allein gelassen: Die Pfäffiker Schulpflege lässt einen schwulen Lehrer fallen.

Während fünf Jahren unterrichtet ein Lehrer im Pfäffiker Schulhaus Obermatt. Eine Elterngruppe sieht in seinem Sexualkundeunterricht und in seiner Homosexualität eine Gefahr für ihr Weltbild und erwirkt im April dessen Entlassung. Darauf gerät die Leitung der Schule unter Beschuss. Die Ortsparteien nehmen die Schulpflege ins Visier. Und diese gesteht Ende April Fehler im Vorgehen ein. Am 27. April ziehen 300 Demonstranten durch Pfäffikon, die sich für den schwulen Lehrer einsetzen.  Die Schulpflege lässt den Fall untersuchen und will daraus Lehren ziehen. Diese zieht Schulpräsident Hanspeter Hugentobler (EVP) am 30. Mai für sich: Er tritt per sofort zurück. Am Morgen ist ein Brief mit 90 Unterschriften eingetroffen, in welchen sein Rücktritt sowie die Abgänge des Leiters Bildung und der zuständigen Schulleiterin gefordert werden.  Am 9. Juli präsentiert die Schulpflege den Abschlussbericht zum Fall – und gesteht abermals konkrete Fehler ein.

Behörde lässt illegal die Kyburger Kirche ausräumen

Kirche Kyburg ohne Bänke im vorderen Teil.
Die Kirchenpflege lässt die Bänke aus der Kirche Kyburg abmontieren – ohne Bewilligung.

Im April lässt die Kirchenpflege Illnau-Effretikon trotz einem Nein der Denkmalpflege und ohne Einwilligung des Kantons Kirchenbänke aus der Kyburger Kirche entfernen. Sie will im Rahmen eines Projekts den Innenraum temporär umgestalten. Der Kanton lässt die Aktion stoppen, reicht eine Anzeige ein, und der Statthalter leitet eine Untersuchung ein. Am Schluss resultiert für die Kirchgemeinde eine Busse von 2000 Franken und zusätzlich 750 Franken Verfahrenskosten. 

Die nächste Ehrenrunde für das Pfäffiker Seebistro?

Man sieht eine Visualisierung eines Bistrogebäudes.
So könnte der «Seegarten» am Pfäffikersee samt WC-Anlage aussehen, sofern die Anwohner aus dem Gebäude dahinter nicht wieder mit einem Rekurs erfolgreich sind.

Im Juni kann die Bevölkerung Einblick in die neusten Pläne von Andreas Brüllmann nehmen. Dieser will weiterhin ein Bistro am Quai realisieren. Eigentlich müsste dort seit dem Sommer 2021 ein neuer Gastrobetrieb stehen. Diverse Projekte sind aber am Widerstand der Anwohner gescheitert. Bis das Restaurant aber Wirklichkeit wird, dürfte es noch bis 2026 dauern – sofern die Nachbarn nicht wieder dagegen rekurrieren.

Erlebnisraum Tösstal droht das Aus

Links hinten liegt Gebiet Würbel. Aufgenommen von der Bahnbrücke aus.
Entlang der Töss hätten verschiedene Attraktionen für Besucher entstehen sollen.

Bauma gibt Ende Juni bekannt, dass es aus dem Trägerverein Erlebnisraum Tösstal austreten will. Kurz darauf zieht Fischenthal nach. Damit hat das Projekt in seiner geplanten Form keine Zukunft mehr. Eigentlich hätte das Projekt mit verschiedenen Erlebnisformaten in den Gemeinden Turbenthal, Wila, Bauma, Fischenthal und Wald den sanften Tourismus fördern wollen. Für die beiden Gemeinden stimmt das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht.

Wildberg und Pfäffikon wollen fusionieren

Eine Bildkombo von Wildberg und Pfäffikon.
Wildberg (rechts) will sich dem viel grösseren Pfäffikon (links) anschliessen.

Anfang Juli wird bekannt, dass das kleine Wildberg auf der Suche nach einem möglichen Fusionspartner fündig geworden ist – in Pfäffikon. Für den rund 13-mal grösseren Bezirkshauptort wäre Wildberg eine weitere Aussenwacht. Nun werden die Details für einen Zusammenschluss geklärt. Mitte September wird die Bevölkerung über die Pläne informiert. Irritiert zeigt sich Wila, das sich eine Fusion mit Wildberg ebenfalls gut vorstellen könnte.

Luppmenpark-Projekt in Hittnau wird konkret

Luftbild des Luppmenparks in Hittnau.
Nun ist das Baugesuch für die Alterswohnungen im Luppmenpark eingereicht worden.

Anfang September reicht die Genossenschaft Alterswohnungen Luppmenpark das Baugesuch für die lange geplanten Alterswohnungen im Hittnauer Luppmenpark ein. Geplant werden vier Mehrfamilienhäuser mit 38 Wohnungen. Am meisten Zeit hatte die Übertragung des gemeindeeigenen Lands an die Genossenschaft in Anspruch genommen. Am 12. März 2023 hatten die Hittnauer gegen den Willen der SVP, FDP, GLP und Forum sowie der RPK für den Übertrag der 3000 Quadratmeter grossen Parzelle gestimmt.

Pfäffiker entwirren Knopf in der Bushof-Planung

Luftbild vom Bahnhof Pfäffikon.
Hinter dem Bahnhof Pfäffikon soll der neue Bushof entstehen.

Zu einer Überraschung kommt es an der Pfäffiker Gemeindeversammlung vom 11. November: Die Pfäffiker sprechen sich sehr deutlich für die Variante «Perron» beim Bau des neuen Bushofs aus und wollen nicht zweigleisig planen. Gleichzeitig heissen sie einen Projektierungskredit gut. Noch zweieinhalb Jahre zuvor ist ein erster Projektierungskredit an den Gemeinderat zurückgewiesen worden.  Im besten Fall könnte der neue Bushof im Sommer 2029 fertiggestellt werden.

Eine Brücke schwebt über Wila

Blick auf die Töss in Wila. Ein Kran hebt eine Stahlbrücke an.
Ein grosser Kran hievt die Notbrücke über die Töss.

Spektakuläre Bilder gibt es am 28. November bei Wila. Die Tage der alten Tössbrücke sind gezählt. Doch bevor diese abgerissen und neu gebaut werden kann, braucht es eine Hilfsbrücke. Knapp 27 Meter lang und 36 Tonnen schwer ist das Stück, das ein grosser Kran einsetzt. In Betrieb genommen wird die Ersatzbrücke dann schneller als gedacht. Schon am 17. Dezember  rollen Autos über die Stahlkonstruktion

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