Stiftungsgelder helfen Tösstaler Vereinsprojekten auf die Sprünge
Gemeinsam statt allein
Zwei Vereine aus der Gemeinde Zell möchten das Miteinander von Menschen verschiedener Kulturen und Hintergründe fördern. Dabei können sie auf die Unterstützung eines Migros-Förderprogramms zurückgreifen.
Mit Freiwilligenarbeit Menschen mit verschiedenen Hintergründen zusammenbringen: Dieses Ziel verfolgt die Migros mit ihrem Förderprogramm «ici. gemeinsam hier.». Seit dem Frühjahr 2024 unterstützt dieses auch kleinere Projekte mit einem lokalen Schwerpunkt.
In der diesjährigen Ausschreibung haben sich auch Tösstaler Vereine mit ihren Projekten beworben – zwei Institutionen aus der Gemeinde Zell erhalten nun einen Zustupf von je 2500 Franken.
«Wasser für alle», Verein Spielwerkplatz Schöntal
Mit seinem Projekt «Wasser für alle» will der Verein Spielwerkplatz Schöntal, der den gleichnamigen Abenteuerspielplatz in Rikon betreibt, eine alte Idee wiederbeleben: einer alten Wasserquelle im Wald neues Leben einhauchen.
«Sie wurde vor Jahren stillgelegt, weil niemand mehr etwas investieren wollte», sagt Adi Rey. Er ist Präsident des zehnköpfigen Vereins, dessen Mitglieder aus dem Dunstkreis des Circolino Pipistrello stammen.
Heute plätschert ihr Wasser in die Töss – neu soll es zu einem öffentlichen Brunnen im Schöntal-Quartier fliessen. Den Überlauf des Brunnens können die Spielplatzbesucher neben dem Sandkasten zum Spielen nutzen.
Dazu braucht es eine 500 Meter lange Rohrleitung – diese zu planen, war kein einfaches Unterfangen. «Als wir bei der Gemeinde anfragten, klang das alles noch sehr unkompliziert», sagt Rey.
Später aber habe sich gezeigt, dass doch noch mehr Stellen mitreden wollten: so etwa das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) und die Besitzer der Grundstücke, durch die die Leitungen verlaufen. Rey sieht es positiv: Er habe viel Neues dazulernen können im Prozess.
Neben dem eigentlichen Spielplatz, der jedes Jahr neu gestaltet wird, finden auf dem Areal auch immer wieder Events statt.
Als niederschwelliger Freiraum, der rund um die Uhr gratis zugänglich ist, trägt er laut Adi Rey zum Miteinander der verschiedenen Kulturen und Generationen bei. «Der Spielwerkplatz ist bei den Bewohnern des Durchgangszentrums in Kollbrunn und auch bei Jugendlichen sehr beliebt», sagt Rey.
Ein Dreivierteljahr und rund 40’000 Franken Spenden- und Stiftungsgelder nach dem Planungsstart ist das Projekt «Wasser für alle» praktisch vollständig finanziert. «Das kommt gut», ist Rey überzeugt. Sobald alle Bewilligungen erteilt sind, geht der Bau los. «Schön wäre, wenn der Brunnen in einem Jahr plätschern würde.»
«Zäller Family Day», Zäller Familienverein
Der Zäller Familienverein hat für den Sommer 2025 ein grosses Ziel: Er will für die Familien aus der Gemeinde und der Region einen grösseren Anlass auf die Beine stellen.
Der «Zäller Family Day» soll mit verschiedenen Programmpunkten locken und das Jahresprogramm des Vereins ergänzen. «Vorstellen könnten wir uns einen Musik-Act, Zauberkünstler und leckere Verpflegung sowie die Möglichkeit, sich zu verweilen und sich auszutauschen», sagt Präsidentin Corinne Bachmann.
Speziell an diesem Event: Er soll allen offenstehen, auch jenen Familien mit wenig Budget. «Ziel ist, dass wir mit dem Eintrittspreis nicht alle Kosten decken müssen.» Deshalb hat der Familienverein, der seinen Ursprung in den Kinderkleiderbörsen hat, bei verschiedenen Stiftungen angeklopft.



Der Förderbeitrag von «ici. gemeinsam hier.» deckt dabei einen kleinen Teil der voraussichtlichen Kosten. Weil andere Stiftungen bisher nicht reagiert haben, will der Verein nun zusätzlich eine Finanzierung mithilfe von Sponsoring oder Crowdfunding prüfen. «Und wir planen den ‹Family Day› nun doch etwas kleiner als ursprünglich angedacht.»
Die Kernidee aber soll bestehen bleiben: Familien aus der ganzen Gemeinde zusammenbringen und das Miteinander stärken. «Wir merken, dass die Gemeinde aus drei auseinanderliegenden Dörfern besteht», erzählt Bachmann. «Die Zeller sind manchmal etwas für sich, die Rikemer suchen oft den Anschluss, und die Familien aus Kollbrunn sind sehr Winterthur-orientiert.»
Gleichzeitig zählt der Familienverein auch immer wieder Turbenthaler zu den Besuchern und Helfern seiner Events. «Wir spüren, dass es den Familienverein Turbenthal nicht mehr gibt», sagt Bachmann, «deshalb sind natürlich auch Familien aus den umliegenden Gemeinden bei uns willkommen.»
Das Förderprogramm
Mit den sogenannten Mini-Grants des Förderprogramms «ici. gemeinsam hier.» wollen die Migros und eine Handvoll weiterer Organisationen Projekte unterstützen, die die kulturelle Vielfalt fördern. Eine Fachjury bewertet die eingegangenen Gesuche. Sie sollen gemeinnützig und für möglichst viele Menschen leicht zugänglich sein. Bis Ende November 2024 hat das Förderprogramm 137 kleinere Projekte mit total 300’000 Franken mitfinanziert. (nos)
