Dem Silvesterfeuerwerk am Pfäffikersee droht das Ende
Organisatoren wollen nicht mehr
Turnusgemäss findet dieses Jahr keine Silvesterfeier in Pfäffikon statt. Das Organisationskomitee ist noch auf der Suche nach Nachfolgern, welche die Austragung 2025/2026 auf die Beine stellen – bisher ohne Erfolg.
Abgesagt, verschoben, im Nebel verpufft. Vor einem Jahr konnte am Pfäffiker Seequai nach 2017 endlich wieder Silvester mit einem grossen Feuerwerk gefeiert werden. Doch ob der Anlass im nächsten Dezember erneut durchgeführt wird, steht in den Sternen.
«Das Organisationskomitee sucht eine Nachfolge für die Planung und Durchführung», heisst es auf der Website www.silvesterpfaeffikon.ch. Der Verkehrsverein Pfäffikon hatte zur Jahrtausendwende am Seequai einen Apéro mit Feuerwerk organisiert. Dann übernahmen der Feuerwehrverein Pfäffikon und die Handball-Spielgemeinschaft Pfäffikon-Fehraltorf und stellten ab 2003 anfangs jährlich, danach alle zwei Jahre den Silvesteranlass auf die Beine.
«Nach 20 Jahren ist für mich auch mal genug», sagt OK-Präsident Stefan Hildebrand, der von Anfang an federführend dabei war. «Und meine OK-Kollegen sagten immer, wenn ich aufhöre, sei auch für sie Schluss.» Zwar seien alle im fünfköpfigen Komitee «richtige Schaffer». So drückt es Hildebrand aus. Die Hauptarbeit für die eigentliche Organisation sei aber stets seine Aufgabe gewesen.





Die Gründe für den jetzigen Rücktritt sind vielfältig. «Die grösste Schwierigkeit ist es, Helfer zu finden – ein Problem, das die meisten Vereine kennen.» Für die Silvesterfeier in Pfäffikon seien rund 1200 Helferstunden nötig, die meisten am Silvesterabend selbst.
Das Programm umfasste neben dem grossen Feuerwerk um Mitternacht auch einen Barbetrieb im Chesselhuus, ein Raclette- und Café-Zelt am Seequai und diverse Restaurants boten in Zusammenarbeit mit dem OK spezielle Dinners an. «Bei der letzten Durchführung 2023 mussten aber Verkaufsstellen gestrichen werden. Nur die notwendigsten Posten wurden besetzt, weil sich so wenige Helfer gemeldet hatten», erzählt Hildebrand.
Spenden für Feuerwerk halbiert
Zudem waren die Einnahmen aus der Gastronomie stets zurückgegangen, obwohl die Zahl der Besucher relativ stabil bei 3000 zu bleiben schien. Aus organisatorischen Gründen habe man die Bar weg vom Seequai ins Chesselhuus verschieben müssen. «Dies hat zu Einbussen geführt», so der OK-Chef. «Und immer mehr Besucher, die zum Feuerwerk kamen, brachten einfach ihre eigenen Getränke mit.»
Das Feuerwerk wurde jeweils separat mit Sponsorenbeiträgen finanziert, aber auch hier gab es Mindereinnahmen. Für das letztjährige Feuerwerk konnten nur halb so viele Spenden von den lokalen Gewerbetreibenden eingenommen werden als bisher. «Feuerwerke stehen ebenfalls immer mehr im Fokus von Kritik.»

Aufgrund der Schutzbestimmungen im Naturschutzgebiet wurde das bisherige Feuerwerk im letzten Jahr nicht mehr bewilligt. Mit einem Nahbereichsfeuerwerk konnte eine Alternative gefunden werden, die weniger Emissionen verursachte – dafür mehr Kosten. «Der grosse Verlust konnte mit unseren Reserven gedeckt werden, somit sind wir nicht im Minus gelandet», sagt Hildebrand.
Nachfolgesuche im Gang
Die Bemühungen, Nachfolger zu finden, sind bisher erfolglos geblieben. «Wir haben über die IG Sport bereits die anderen Pfäffiker Sportvereine angefragt, ob es Interessenten gibt. Bisher ohne Erfolg.»
Noch liege es zeitlich drin, eine Durchführung im Dezember 2025 zu organisieren. «Mit den nötigen Bewilligungen wird es aber mit jedem verstreichenden Monat schwieriger», sagt der erfahrene Organisator. Man plane, auch via Dorfzeitung «Pfäffikerin» einen Aufruf zu starten. «Aber ich rechne mir die Chancen als relativ klein aus, in absehbarer Zeit Nachfolger zu finden.»
Er habe einige Anfragen erhalten, ob es in diesem Jahr eine Silvesterfeier am Pfäffikersee geben werde – ein Zeichen, dass der Anlass beim Publikum durchaus beliebt sei. «Die Organisation ist aufwendig, bereits ab Oktober wird es intensiv, aber wenn der Abend dann da ist, merkt man, dass es sich lohnt. Darum habe ich das alles so lange gemacht», sagt Hildebrand abschliessend. Doch mittlerweile wohnt er nicht mal mehr in Pfäffikon, sondern im Kanton Aargau.
Zwar sei etwas Wehmut dabei, dass die letztjährige Durchführung eventuell die letzte gewesen sei. «Aber ich freue mich auch darauf, Silvester einfach ohne viel Verantwortung geniessen zu können.»
