Diese Ereignisse bewegten 2024 im Bezirk Hinwil
Jahresrückblick
Ein Spital ist in akuten Nöten, eine Klinik muss in die Warteschlaufe. Für die Lückenschliessung gibt es viele Ideen. Und ein Windpark kündigt sich an.
Bürgerliche laufen gegen neuen Veloweg Sturm

Gegen den vom Kanton zwischen Hinwil und Ettenhausen geplanten neuen Veloweg bildet sich eine grosse Opposition. SVP, FDP, Die Mitte, EDU und EVP lancieren Anfang Januar eine Unterschriftensammlung gegen das Projekt, das in ihren Augen unnötig ist und zudem Landwirtschaftsland vernichtet. Schon gegen die erste Auflage sind mehrere Einwendungen eingegangen. Anders sieht das die Stadt Wetzikon, die den Neubau unterstützt. Im März machen die Gegner mit Markierungen auf das Projekt aufmerksam.
Hinwiler Senioren wehren sich gegen höhere Wohnkosten
Die Stiftung Wohnen im Alter Hinwil erlässt auf Anfang 2024 bei der Vermietung von Alterswohnungen neue Auflagen. Obligatorisch ist nun ein teures Servicepaket. Dagegen wehren sich ältere Frauen und Männer. Bereits am 17. Januar krebst die Heimleitung zurück. Doch das Problem von fehlendem günstigem Wohnraum für Senioren besteht weiter. Ein Altersleitbild, das im September öffentlich diskutiert wird, soll Besserung bringen. Doch auch Kritik am Vorgehen der Gemeinde hält vereinzelt an.
Campingplatz muss wegen Hochwassergefahr teils geräumt werden

Mitte Januar ist klar: Rund 75 Plätze auf dem Campingplatz Atzmännig müssen per Mai 2025 geräumt werden. Grund ist die akute Gefährdung durch Hochwasser. Die Sportbahnen Atzmännig AG als Besitzerin des Areals überlegt sich nun, wie es neu genutzt werden soll. Und einige Camper hoffen, mit einem Rekurs das Aus ihres Zweitwohnheims nochmals hinauszuzögern.
Das GZO Spital kämpft ums Überleben

Die Meldung vom 2. Februar, dass das GZO Spital in Wetzikon aufgrund des hohen Kostendrucks 25 Angestellte entlassen muss, bildet den Auftakt zu einem sehr bewegten Jahr, bei dem es um die Fortexistenz des Krankenhauses geht. Der grosse Knall erfolgt am 4. April. 180 Millionen Franken wollte die Spitalleitung vom Kanton. Mit dem Geld sollte eine auslaufende Anleihe finanziert werden. Doch für den Regierungsrat ist das GZO Spital «nicht unverzichtbar», weshalb es die gewünschte Geldspritze versagt. Am 15. April tritt der CEO überraschend zurück. Am 24. April muss das Spital fürs 2023 einen Verlust von fast 12 Millionen Franken vermelden. Im Mai geht das Spital in provisorische Nachlassstundung. Am 7. Mai wird bekannt, dass der Generalunternehmer den Vertrag mit der GZO AG gekündigt hat, und bald darauf, dass dieser selbst in Finanznöten steckt. Ab Juli prüfen die Aktionärsgemeinden eine Kapitalerhöhung, um das Spital zu retten. Mitte Juli tritt die GZO Creditor Group auf den Plan, die die Anleihe um drei Jahre verlängern, gleichzeitig aber auch höhere Zinsen will. Dies kommt für die Spitalverantwortlichen nicht infrage. Sie peilen neben einer Kapitalerhöhung einen grossen Schuldenschnitt an, bei dem die Gläubiger viel Geld abschreiben müssten. Zudem streben sie eine Wertberichtigung auf den Immobilien an – mit der das GZO überschuldet ist. Doch die Gläubiger erhalten Einblick in den Spital-Verwaltungsrat, in den sie einen Beobachter delegieren. Am 20. November kommt es bei der GZO zu einem weiteren Knall. Der gesamte Verwaltungsrat um Präsident Jörg Kündig bietet den Rücktritt an. Die Aktionärsgemeinden begrüssen diesen Schritt. Und am 20. Dezember kommt die erlösende Nachricht, dass die Nachlassstundung definitiv wird. Damit erhält das Spital weitere sechs Monate Zeit, um das Sanierungskonzept umzusetzen. Diese Frist kann nochmals für maximal 18 weitere Monate verlängert werden.
Kostenpflichtiger Eintritt zu Kürbisausstellung senkt Besucherzahl

Seegräben ächzt unter dem Besucheransturm, den alljährlich die Kürbisausstellung auf dem Juckerhof im Herbst bringt. Im Januar präsentieren die Verantwortlichen die Idee, den Eintritt kostenpflichtig zu machen. Nach Protesten wird der Tageseintritt am Wochenende, der 20 Franken kosten sollte, Anfang September auf 15 Franken reduziert. Bereits im April geben Jucker und die Gemeinde Seegräben bekannt, dass auch auf den Grossparkplatz in Aathal verzichtet werden soll. Und die Ausstellungsdauer von acht auf noch vier Wochen reduziert wird. Am 21. September ist es dann so weit: Die jüngste Ausstellung unter dem Motto «Film ab» startet. Und das neue Konzept zeigt Wirkung: Der Andrang ist weniger gross. Aber für Jucker geht die Kasse nicht mehr auf.
Neue Klinik verdrängt Schafkäserei und muss in Warteschleife

Auf dem Faltigberg ob Wald ist eine neue Reha-Klinik geplant. Im Januar zeigt sich, dass deswegen die Schafmilchkäserei der Familie Adewale-Koster weichen muss. Aus dem geplanten Baustart für die neue Klinik im Sommer wird allerdings nichts. Ein Rekurs von Anwohnern gegen die Baubewilligung verzögert das grosse Bauwerk. Im Dezember wird bekannt, dass für den 80-Millionen-Bau bereits ein neues Baugesuch eingereicht worden ist, in welchem einige Kritikpunkte berücksichtigt werden. Doch die Rekurrenten wollen überhaupt keinen Neubau.
Mit einem Zurück in die Zukunft auf dem Bachtel
Am 24. Februar heisst es auf dem Bachtel «Uustrinkete». Während eineinhalb Jahren wird das in die Jahre gekommene Restaurant komplett saniert – und erhält mit der fünfgiebeligen Silhouette wieder die einstige Erscheinung zurück. Am 26. März eröffnet in einem Stall unterhalb der Bergkuppe eine Besenbeiz, wo Wanderer sich während der Umbauzeit verpflegen können. Am 18. April erfolgt der offizielle Baustart im Schneetreiben. Und im November sind die fünf Giebel wieder auf dem Gebäude. Während des Winters wird das «Bachtel-Kulm» eingepackt.
Strassensanierung in Wetzikon sorgt für rote Köpfe und Stau
Ende Februar will die Stadt Wetzikon mit der Sanierung der Usterstrasse bei der Kläranlage starten. Doch die Robenhauser befürchten starken Mehrverkehr durch ihr Quartier. Mit einem Rekurs wollen sie eine bessere Lösung für den Ausweichverkehr – und erreichen per Statthalterentscheid eine kurzfristige Verschiebung der Sperrung der Usterstrasse. Doch am 5. März wird trotzdem gesperrt. Robenhausen wird zusätzlich vom Durchgangsverkehr geschützt. Ende Oktober dann ist die Sanierung beendet. Wegen der Schliessung staute sich der Verkehr auf der Zürcherstrasse mitunter bis nach Aathal.
Fischenthaler wollen keine Fusion und müssen neues Gemeindepräsidium suchen

Mit einer Einzelinitiative möchte ein Fischenthaler erste Abklärungen für eine Fusion der Gemeinde mit einem Nachbarn vornehmen lassen. Doch am 4. Juni versenken die Stimmberechtigten diese Idee. Dafür muss sich Fischenthal nach einem neuen Gemeindepräsidium umsehen. Am 24. November wird ihre Gemeindepräsidentin Barbara Dillier (parteilos) zur neuen Stadtpräsidentin von Rapperswil-Jona gewählt.
Hinwiler feiern ihr umgebautes Zentrum

Am 8. Juni ist es so weit: Nach zwei Jahren intensiver Bauarbeiten und fast zehn Jahren Projektierung wird das umgebaute Zentrum in Hinwil mit einem Strassenfest eingeweiht. Für rund 10 Millionen Franken sind zwei neue Kreisel gebaut, drei Strassen saniert und ein Velostreifen markiert worden.
In Wald bläst ein anderer Wind

Während in zahlreichen Gemeinden die Bevölkerung sich mit Abstands-Initiativen gegen den möglichen Bau von Windrädern wehrt, ist es in Wald anders. Ende Juni lehnen die Stimmberechtigten einen solchen Vorstoss ab. Am 2. Juli zeigt sich, dass die Aufregung vielerorts unnötig gewesen ist. Nur drei Standorte in der Region werden als windenergetisch geeignet erachtet und sollen in naher Zeit weiterverfolgt werden: der Batzberg zwischen Rüti und Wald, die Schönwis zwischen Wetzikon und Hinwil sowie der kleine Hombergchropf auf Bubiker Boden. Nur zwei Tage darauf zeigt sich, dass es Wald mit der Windenergie ernst meint. Das gemeindeeigene Elektrizitätswerk will auf dem Batzberg einen Windpark realisieren. Das benachbarte Rüti zeigt sich gegenüber solchen Plänen offen. Am 29. November wird ein Mast montiert, mit dem die Windkraft gemessen wird. Während die Windräder ob Wald Aufwind haben, wollen die Bubiker den Himmel bei ihnen frei von solchen Anlagen behalten. Sie machen am 3. Oktober an einer Informationsveranstaltung deutlich, dass sie kein Windrad über sich dulden wollen. Mit Studien, Einwendungen, einer Petition sowie einem Rechtspassus wehren sie sich gegen eine solche Anlage auf ihrem Boden.
Neue Varianten für die Oberlandautobahn
Anfang Juli stellt sich heraus, dass das Bundesamt für Strassen bei seinen Probebohrungen für die Linienführung der Oberlandautobahn zwischen Uster und dem Betzholzkreisel auf viele neue mögliche Wege gestossen ist: Gleich sieben neue Untervarianten für die Schliessung der Lücke werden präsentiert. Auf jeden Fall verzichten will das Bundesamt auf ein langes Viadukt im Aatal. Stattdessen werden neue Tunnels vorgesehen. Und am 17. September stellt der Astra-Direktor gleich noch einen neuen Vorschlag vor: eine ganz lange Röhre von Uster bis zum Betzholz. Damit entfiele allerdings der Autobahnanschluss in Wetzikon. Doch am 24. November sorgt das Nein des Volks zu sechs Autobahnprojekten dafür, dass die Weiterentwicklung des schweizerischen Autobahnnetzes überhaupt infrage gestellt wird.
Kezo kann grossen Neubau planen

In 36 Gemeinden, davon 24 in der Region, wird am 24. November über die Zukunft der Kehrichtverwertungsanlage in Hinwil abgestimmt. Das Verdikt ist deutlich. Mit einer Zustimmung von 85 Prozent wird ein 24,5-Millionen-Planungskredit für einen Kezo-Neubau bewilligt. Dieser dürfte 350 Millionen Franken kosten und bis 2030 realisiert werden.
