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Illnauerin verzaubert ihr Publikum mit Humor

Fabienne Walz, eine junge Zauberin aus Illnau, verzaubert ihr Publikum nicht nur mit Tricks, sondern auch mit ihrer humorvollen Art.

Fabienne Walz in ihrem Zauberreich – oder Kinderzimmer.

Foto: Mel Giese Pérez

Illnauerin verzaubert ihr Publikum mit Humor

Vom Fernseher auf die Bühne

Zauberin Fabienne Walz verbindet Humor und Magie in ihren Auftritten. Ihre Entwicklung vom Zauberlehrling zur professionellen Künstlerin zeigt, wie viel Hingabe und Erfindungsgeist in der Zauberkunst stecken.

Vor einem Spiegel in ihrem Zimmer übt die Illnauerin Fabienne Walz ihre Zaubertricks. So habe sie die gleiche Perspektive wie das Publikum. Zwischen ihren flinken Fingern fliegen Karten hin und her – oder auch Pingpongbälle.

Walz ist eigentlich tiermedizinische Praxisassistentin. Das hatte sie gelernt. «Aber das passt irgendwie nicht zu mir, deshalb absolviere ich gerade die Berufsmaturität, um etwas anderes zu machen», sagt die 20-Jährige.

Was genau sie später einmal machen will, weiss sie noch nicht. Was sie aber mit Sicherheit weiss: Im Herzen wird sie immer eine Zauberin sein.

Eine Showmagierin übt sich früh

Für die Magie hatte sie schon immer etwas übrig und hielt bereits als Kind regelmässig einen Zauberstab in der Hand. Mit sieben Jahren wartete dann der erste Zauberkasten unter dem Weihnachtsbaum. So übte sie sich schon früh als Showmagierin.

Ein Mädchen mit Zauberstab in der Hand und Spitzhut auf dem Kopf.
Schon als kleines Mädchen verzauberte Fabienne Walz ihr Gegenüber.

An Festen, bei denen sich ihre Familie versammelte, «nötigte» sie ihre Verwandten dann, ihr beim Zaubern zuzuschauen. «Das war sicher langweilig, denn es waren mehr Tadaa-Momente als ausgeklügelte Zaubertricks», erzählt sie und lacht.

Ganz so schlimm fand es ihre Mutter jedoch nicht. Sie habe schon immer gesehen, dass Fabienne Talent auf der Bühne habe, ob es mit Zaubern oder im Schauspielern sei. «Ich fand es immer lässig, was Fabienne machte. Aber was danach folgte, das hätte ich niemals gedacht», erzählt die Mutter.

Eine Sendung mit dem Profi

2019 suchte die Sendung «Happy Day» einen Zauberlehrling für den berühmten Rütner Illusionisten Peter Marvey. Die Nachwuchsmagierin bewarb sich für die Show. Und hatte Glück, denn der Zauberer entschied sich für die damals 15-jährige Illnauerin. «Ich weiss wirklich nicht, wie das passieren konnte, damals hatte ich ja keine Ahnung vom Zaubern», sagt sie.

In der Sendung assistierte sie ihm bei verschiedenen Kunststücken. Sie fesselte ihn mit Ketten, stand dann plötzlich selbst gefesselt auf der Bühne und zersägte Marvey mit einer Motorsäge entzwei.

Währenddessen sprühten rundherum die Funken. Eine beeindruckende Show für die damals 15-Jährige. Und ein Schlüsselmoment für ihre Verbissenheit.

Denn danach kannte Walz keinen Halt. Sie beschäftigte sich pausenlos mit der Kunst der Zauberei: Sie suchte sich alles, was sie wissen musste, in Bibliotheken, im Internet oder bei anderen Zauberern. «Ich denke eigentlich nur an Zauberei.»

Über die sozialen Medien pflegt sie auch den Austausch mit anderen jungen Zauberkünstlern. «Es gibt nicht so viele von uns – und wenn, dann wohnen sie auf der ganzen Welt verstreut.»

Zaubern mit Humor

Die Illnauerin liess sich also komplett von der Welt der Magie mitreissen. An einem Galaabend der Cevi stand sie dann zum ersten Mal vor einem Publikum, das nicht mit ihr verwandt war oder wo sie die Bühne nicht mit einem Profi teilen musste. Einfach so zum Spass.

Eigentlich wollte sie dort zeigen, was sie in der Zwischenzeit gelernt hatte. Und etablierte gleich, was für eine Magierin sie sein wird: eine mit Humor.

Das Publikum lachte so oft. Das hatte ich eigentlich nicht geplant.

Fabienne Walz

Zauberin

«Das Publikum lachte so oft. Das hatte ich eigentlich nicht geplant.» Walz hat einen ausgeprägten Sinn für Humor, was im Gespräch mit ihr gleich ersichtlich ist. Sie lacht gerne und viel, oft über sich selbst, hat immer einen Spruch parat und bringt so auch das Gegenüber zum Lachen.

Aus ihrer authentischen Art wurde also eine hervorragende Bühnennummer. «Ich bin einfach so, wie ich bin. Ernste Magie passt nicht zu mir.»

Zwei Jahre büffeln

Von der Sendung über den Galaabend bis zur Hobbykarriere. Das Showfeuer in Walz war entflammt. Immer öfters wurde sie gebucht und auf verschiedene Bühnen eingeladen. Sie zauberte sozusagen im Nebenerwerb. Das reichte ihr aber nicht. Sie wollte mehr.

Eine junge Frau macht Zaubertricks mit Karten.
Fabienne Walz wird heute regelmässig gebucht.

Vor etwa einem halben Jahr bestand sie die Prüfung für eine Aufnahme in den Magischen Ring der Schweiz (MRS). Das ist der Dachverband, der 1939 als Vereinigung für Amateur- und Berufszauberkünstlerinnen und -künstler aus der Schweiz und dem Ausland gegründet wurde.

Der Verband hat das Ziel, alle an Zauberkunst Interessierten zusammenzubringen, damit sie sich über ihr magisches Wissen und Können austauschen können. Heute zählt der Verband 260 Mitglieder. Einfach ist der Eintritt aber nicht.

«Ich habe mich zwei Jahre lang dafür vorbereitet. Das ist Pflicht», erzählt Walz. Dabei habe sie richtig gebüffelt. «Für die Zauberei zu lernen, fiel mir einfacher, als es für die Schule zu tun.»

Um sich gut für die Prüfung vorzubereiten, trat sie einem Klub bei: dem Club der Zürcher Magier. Das ist sozusagen ein Unterverband des MRS. Dort erhielt sie die notwendige Unterstützung.

Eine junge Zauberin übt Kartentricks in ihrem Zimmer.
Fabienne Walz übt ihre Tricks vor dem Spiegel – aus der Perspektive ihres Publikums.

Ein Teil der Prüfung umfasste die Theorie. Dort wurden die Geschichte der Zauberei und die Tricktechniken geprüft. Walz musste zudem zwei Disziplinen meistern: die Kunst, Tricks aus nächster Nähe mit kleinen Requisiten vorzuführen, sowie die Bühnenzauberei, bei der grössere Illusionen für ein breites Publikum inszeniert werden.

Der Ballon in der Katze

Dafür erfand sie ihre eigenen Tricks – kein Muss, doch mit der Unterstützung des Clubs der Zürcher Magier durchaus möglich. Die Zauberin liess sich von ihrem Alltag inspirieren. «Als tiermedizinische Praxisassistentin habe ich einen Besuch beim Tierarzt nachgespielt.»

Sie schnitt die Tricks und die Techniken der Zaubertricks auf ihren Job zu. Die Plüschkatze Schnurrsula hatte dabei die Hauptrolle.

Ein Zuschauer durfte entscheiden, welches «Haustier» untersucht werden sollte, und im besten Fall fiel die Wahl natürlich auf Schnurrsula. «Wenn alles glattläuft, passiert das, was ich geplant habe. Wenn nicht, dann improvisiere ich», erzählt sie schmunzelnd.

Der Trick hatte alles: ein selbst gebautes Messgerät, eine geklonte Katze und am Ende einen Ballon, den Schnurrsula «verschluckt» hatte. «Es war ein bisschen verrückt, aber genau das macht doch Spass.»

Aber was, wenn es nicht geklappt hätte? «Im schlimmsten Fall habe ich einen blöden Spruch parat.» Wenn alles wie am Schnürchen laufe, sei das super. Wichtiger sei ihr aber ihre Bühnenpräsenz – und dass das Publikum Spass habe.

Die Zauberin aus Illnau

Fabienne Walz erhielt für ihre Zauberkunst bereits Auszeichnungen. 2022 gewann sie denn 3. Preis bei den deutschen Jugendmeisterschaften in der Sparte «Allgemeine Magie». Ebenfalls den 3. Preis gewann sie 2023 als Nachwuchstalent bei einem Talentwettbewerb des Magischen Rings Schweiz. 2024 prämierte sie die Stadt Illnau-Effretikon mit dem Jugendförderpreis.

Die junge Zauberin kann man auch für Veranstaltungen buchen. Mehr Infos finden Sie auf zauberin-fabienne.ch.

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