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Stress vor Weihnachten: Unterwegs mit einem Kurier während der Päckliflut

An Weihnachten ist viel los - vor allem für Paketkuriere. Einer von ihnen zeigt uns, wie er in Fällanden potentielle Geschenke ausliefert.

Seit 2017 liefert Emre Yaylan Pakete für DHL aus.

Foto: Fiorella Koch

Stress vor Weihnachten: Unterwegs mit einem Kurier während der Päckliflut

Lieferung für Fällanden

Immer mehr Menschen bestellen online. Gerade in der Vorweihnachtszeit werden Lieferdienste mit Paketen überschwemmt. Wir waren mit einem DHL-Kurier in Fällanden unterwegs.

Für Anwohner ist es eine moderne Überbauung, für Kuriere ist die Siedlung am Unterdorfwäg in Fällanden ein Labyrinth. DHL-Kurier Emre Yaylan muss mit einem Stapel Pakete im Arm mehrere Runden drehen, bis er den gewünschten Eingang findet. Er eilt zum Eingang von einem Wohnblock, klingelt, wechselt über die Gegensprechanlage ein paar freundliche Worte mit der Empfängerin und legt dann sein Päckchen auf den Stapel, der schon vor dem Eingang steht.

Kuriere haben gerade alle Hände voll zu tun. Das sieht man nicht nur an den Paketstapeln vor Hauseingängen, sondern auch an den zwei DHL-Fahrzeugen sowie einem Post- und einem Fust-Lieferwagen, die gerade am Unterdorfwäg Post ausliefern.

Viel los vor Weihnachten

«Seit ein paar Wochen wird bestellt und noch mehr bestellt», sagt Yaylan. In der Vorweihnachtszeit steige die Anzahl der von DHL Express Schweiz verteilten Pakete um etwa 20 bis 30 Prozent an. Yaylan ergänzt: «Das sind pro Tag 3000 bis 4000 Pakete mehr, allein an unserem Standort in Regensdorf.» Die DHL-Kuriere liefern pro Tag 80 bis 180 Pakete aus.

Wegen dieser Flut an Paketen fährt der Teamleiter mehr Help-Routen, also Unterstützungsfahrten für andere Kuriere, die ihre Ladung sonst nicht schaffen würden. «In der Vorweihnachtszeit ist immer viel los», so Yaylan. «Aber wir Kuriere entlasten uns gegenseitig.»

So eine Help-Route fährt Yaylan auch heute in Fällanden, weshalb er nicht so viele Pakete dabeihat. Nach dem Unterdorfwäg kurvt er weiter, lädt ein radförmiges Paket beim Velogeschäft ab und hält dann vor dem Zwicky-Areal. Aber dort geht es nicht weiter, es ist eine Sackgasse. Verwirrt guckt Yaylan auf Google Maps, berechnet eine neue Route und macht sich wieder auf den Weg.

Mehrere Pakete liegen im Lieferwagen.
Weil Emre Yaylan eine Help-Route fährt, sieht sein Wagen beinahe leer aus.

Während der Fahrt erzählt er, dass die Zahl der Pakete nicht nur vor Weihnachten, sondern generell steigt. «Seit ich 2017 bei DHL angefangen habe, werden es immer mehr Pakete.» Das liege am Bevölkerungswachstum. «Überall wird gebaut», sagt er, «Dübendorf ist das beste Beispiel.» Auch das bequeme Einkaufen bei Onlineshops sei ein Faktor.

Den Kurier aus Bassersdorf stört das nicht. «Die vielen Paketbestellungen geben mir einen sicheren Arbeitsplatz», sagt er. «Ausserdem werden ja nicht nur Kleider und Schuhe bestellt. Sondern zum Beispiel auch wichtige Dokumente, Medikamente oder Spitalbedarf.» Dadurch würden Lieferanten eine wichtige Arbeit für die Gesellschaft leisten.

Für einen Schwatz reichts trotzdem

Auch wenn während der Vorweihnachtszeit viel los ist, hat Yaylan doch meistens genug Zeit, um kurz mit den Kunden zu reden. So zum Beispiel auch mit einer Frau vor einem Wohnhaus neben dem Alterszentrum Sunnetal, die prompt nach dem Klingeln herunterkommt, um das Paket persönlich entgegenzunehmen.

Danach geht es raus aus dem Dorfkern und die steile Bergstrasse hinauf. Yaylan stellt den grossen Lieferwagen auf die Strassenseite, zieht die Handbremse fest an, nimmt ein kleines Paket, klingelt an einer Haustür und wartet. Vergebens. Es können schliesslich nicht immer alle zu Hause sein.

«Es macht mir Freude, zu sehen, wie viele Menschen sich über ihre Päckli freuen.» Vor Weihnachten verkleide er sich bei der Arbeit auch als Weihnachtsmann, was viele Kunden oder Kinder sehr lustig fänden.

Emre Yaylan steht als Weihnachtsmann verkleidet vor seinem Lieferwagen.
Um den Kunden eine Freude zu machen, verkleidet sich Emre Yaylan manchmal als Weihnachtsmann.

Vom Vorweihnachtsstress erholt der Kurier sich mit Nichtstun am Wochenende. Wenn die Paketflut nach den Feiertagen vorbei ist, geht es mit seiner Frau in den wohlverdienten Urlaub. Für heute aber verlässt Yaylan das Dorf Fällanden und macht sich auf Überlandstrassen in Richtung Regensdorf davon, um mehr Pakete zum Verteilen zu holen.

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