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Neuer Priester verlässt die St.-Nikolaus-Pfarrei in Hombrechtikon

Der erhoffte Neustart in der St.-Nikolaus-Pfarrei Hombrechtikon ist gescheitert.

Vor drei Monaten begann ein neuer Pfarradministrator in der St.-Nikolaus-Pfarrei in Hombrechtikon. Nun wird das Arbeitsverhältnis wieder aufgelöst. (Archiv)

Foto: Michael Trost

Neuer Priester verlässt die St.-Nikolaus-Pfarrei in Hombrechtikon

Differenzen mit der Kirchenpflege

Nach einem Konflikt um die Pfarrerwahl stand die St.-Nikolaus-Pfarrei in Hombrechtikon Anfang 2024 ohne Leitung da. Die Neubesetzung blieb bisher ohne Erfolg.

Raphael Meier

Vor ziemlich genau einem Jahr kam es in der St.-Nikolaus-Pfarrei in Hombrechtikon zum Eklat: Weil die Kirchenpflege für die Wiederwahl des Pfarrers keine Wahlempfehlung ausgesprochen hatte, entschloss sich dieser dazu, nach 23 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten.

Kurz darauf verkündeten auch sämtliche Mitglieder der Kirchenpflege ihren Rücktritt. Da das Gremium von Gesetzes wegen mindestens drei Mitglieder umfassen muss, galt die Pfarrei somit nicht mehr als handlungsfähig. Es musste also die Aufsichtskommission des Synodalrats eingreifen, um die Kirche wieder auf Kurs zu bringen.

Dies schien eigentlich auch auf gutem Weg: Anfang September umfasste die Kirchenpflege bereits wieder fünf Mitglieder, und ein neuer Pfarradministrator übernahm die Leitung der Kirche. Diese Bezeichnung wird für den Leiter einer Pfarrei verwendet, bevor er sich ein Jahr später als Pfarrer der Gemeinde zur Wahl stellt. In der damaligen Pfarreizeitung hielt die Kirchenpflege-Präsidentin fest, dass nach den «turbulenten Monaten» nun endlich «alles bereit für den Neustart» sei.

Doch der erhoffte Neuanfang war nicht von langer Dauer: Wie die Katholische Kirchgemeinde Hombrechtikon-Grüningen-Wolfhausen mitteilt, wird das Arbeitsverhältnis mit dem Pfarradministrator nur gut drei Monate nach Antritt bereits wieder aufgelöst. Ende Februar 2025 werde der Priester die Kirche verlassen.

«Unterschiedliche Erwartungen»

Der Grund für die frühzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem angehenden Pfarrer ist offenbar erneut auf Differenzen mit der Kirchenpflege zurückzuführen. Wie deren Präsidentin in der Mitteilung weiter schreibt, zeigte sich bei intensiven Gesprächen, «dass die gegenseitigen Erwartungen rund um die Zukunft der Pfarrei zu unterschiedlich» sind. Es sei deshalb im gemeinsamen Einverständnis entschieden worden, das Arbeitsverhältnis aufzulösen.

Thomas Boutellier, Informationsbeauftragter des Zürcher Generalvikariats, sagt auf Anfrage dieser Redaktion, dass der Wechsel unabhängig von den Vorkommnissen im letzten Dezember zu sehen sei: «Wie in jedem Beruf gibt es jeweils gewisse Erwartungen, wenn man eine Stelle antritt», erklärt er. Beispielsweise, wie die Pfarrei geführt wird, welche Veranstaltungen durchgeführt werden oder welche Schwerpunkte in der Gemeindearbeit gesetzt werden.

«In den letzten Monaten hat sich gezeigt, dass diese Erwartungen nicht so gut zusammenpassten, wie wir uns das anhand der Treffen und Gespräche im Vorfeld vorgestellt hatten.» Wichtig sei, zu betonen, dass es weder Streit noch Enttäuschung gegeben habe. Auf Details könne aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht eingegangen werden.

Bekannter Seelsorger übernimmt

«Ein Wechsel des Pfarradministrators ist an sich kein aussergewöhnliches Ereignis», betont Boutellier. Auch in anderen Kirchgemeinden brauche es manchmal einen zweiten Anlauf. «Aus diesem Grund ist die Jahresfrist sinnvoll, damit sich Gemeinde, Kirchenpflege und der angehende Pfarrer kennenlernen können.»

Die St.-Nikolaus-Pfarrei sei jedenfalls dennoch auf einem guten Weg, ist Boutellier überzeugt. «Im Februar wird es einen fliessenden Übergang in der Gemeindeleitung geben», verkündet er. Am vergangenen Wochenende sei beschlossen und kommuniziert worden, dass Rolf Bezjak als Pfarreibeauftragter ad interim die Gemeindeleitung übernehme.

Bezjak ist in der Region kein Unbekannter: So war er früher lange als Gemeindeleiter der Katholischen Pfarrei Männedorf-Uetikon tätig. Auch übernahm der erfahrene Seelsorger 2022 bei den Katholiken in Meilen vorübergehend die Leitung, nachdem ein Streit eskaliert war.

Zudem ist der inzwischen pensionierte Laientheologe in Hombrechtikon bestens vernetzt. Er lebte lange Zeit in der Gemeinde und hatte vor rund vier Jahrzehnten in der St.-Nikolaus-Pfarrei sogar schon einmal die Leitungsrolle inne.

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