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So sieht die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie in Oetwil aus

In Oetwil hat die Gesundheitsdirektorin persönlich ein neues Angebot für Kinder und Jugendliche der Clienia Schlössli eingeweiht.

Die Gäste konnten sich anlässlich der Eröffnung in den neuen Räumen der Privatklinik Clienia Schlössli umschauen.

Foto: Patrick Gutenberg

So sieht die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie in Oetwil aus

Eröffnung Clienia Young

In Oetwil hat die Gesundheitsdirektorin persönlich ein neues Angebot für Kinder und Jugendliche der Clienia Schlössli eingeweiht und lobte das Engagement vor Ort.

Sibylle Saxer

Es war ein feierlicher Akt, der am Donnerstagabend in der Privatklinik Clienia Schlössli stattgefunden hat. Regierungsratspräsidentin Natalie Rickli (SVP) höchstpersönlich reiste im Schneegestöber nach Oetwil, um die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (KJPP) einzuweihen und damit die Wichtigkeit des neuen Angebots zu betonen.

Eine Gruppe von acht Menschen posiert für ein Gruppenbild.
Gemeinsam mit der Geschäftsleitung von Clienia Schlössli machte sich Natalie Rickli ein Bild von der einzigen Station von Clienia Young, die den Betrieb noch nicht aufgenommen hat.

Die Gesundheitsdirektorin des Kantons Zürich sparte vor den 80 geladenen Gästen nicht mit Lob über die termingerechte Fertigstellung des Baus: «Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist mir, ist dem gesamten Regierungsrat, ein wichtiges Anliegen. Mit der Eröffnung der neuen Kinder- und Jugendpsychiatrie im Schlössli ist es gelungen, das Angebot in unserem Kanton zu erweitern und zusätzliche stationäre Plätze zu schaffen.»

Von 6 bis 99 Jahren

Für 18 Millionen Franken ist in den vergangenen anderthalb Jahren auf dem Areal der Clienia Schlössli ein Neubau entstanden. 27 stationäre Plätze für Patientinnen und Patienten zwischen 6 und 17 Jahren stehen zur Verfügung. Die Zahl der Betten des Schlössli erhöht sich mit Clienia Young von 252 auf 279.

Das neue Angebot ist eine Ergänzung zur bestehenden Akutstation für junge Erwachsene. Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren waren bis jetzt die jüngste Zielgruppe. Neu deckt das Schlössli die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung über fast die gesamte Lebensspanne hinweg ab – vom Kind bis ins hohe Lebensalter.

Dabei ist Clienia Young nicht als abgeschlossener Kosmos gedacht. Die jungen Patientinnen und Patienten sollen zwar Teil des Schlössli sein, aber auch ins Dorf gehen können.

Drei Stationen mit je neun Betten

Streng genommen stimmt es eigentlich nicht, dass Natalie Rickli Clienia Young eröffnet hat. Denn deren Akutstation – sie ist für Patientinnen und Patienten mit schweren Krankheitsverläufen – hat den Betrieb bereits vor rund zwei Wochen aufgenommen.

Natalie Rickli steht hinter einem Podium.
Natalie Rickli äusserte Lob und Dankbarkeit anlässlich der Eröffnung von Clienia Young in Oetwil.

«Die Station war nach drei Tagen voll und nach weniger als einer Woche bereits überbelegt», sagte Wolfram Kawohl, der ärztliche Direktor der Clienia Schlössli AG.

Die zweite Station – jene für die sogenannte Dialektisch-Behaviorale Therapie, welche vor allem bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen angewandt wird – hat vor wenigen Tagen den Betrieb aufgenommen. «Sie wird schrittweise aufgebaut und ist momentan mit vier Patientinnen und Patienten belegt, aber bereits gibt es weitere Zuweisungen», fügte der ärztliche Direktor hinzu.

Die dritte Station von Clienia Young – jene für diagnoseübergreifende Behandlungen von Patientinnen mit Diagnosen wie Autismus-Spektrum oder ADHS – wird im Februar 2025 aufgehen.

Zwei Gebäude der Clienia Schlössli.
Zur neuen Kinder- und Jugendpsychiatrie der Clienia Schlössli gehört auch ein Schulhaus (rechts).

Damit hat die Klinik aber ihr Ausbaupotenzial noch nicht ausgeschöpft. Das zumindest liess Adrian Ill, Verwaltungsratspräsident der Familienholding Hinderer – welche 2008 die Clienia AG gründete –, am Donnerstagabend durchblicken. Er sagte, die 27 stationären Plätze für Kinder und Jugendliche seien erst die erste Etappe. «Es gibt noch Reserveflächen.» Genaueres gab er dazu allerdings nicht bekannt.

Tolerantes und offenes Oetwil

Deutlich wurde am Donnerstagabend hingegen etwas anderes: Dass dies alles nicht möglich wäre ohne eine gute Beziehung zur Standortgemeinde. Ob Änderungen im Zonenplan oder das Erteilen der Baubewilligung unter geänderten Voraussetzungen – immer habe sich Oetwil kooperativ gezeigt. So bedankte sich David Bosshard, CEO der Clienia AG, bei den anwesenden Vertretern der Gemeinde Oetwil.

Was aber bedeutet es für eine eher kleine Gemeinde wie Oetwil, Standortgemeinde für eine psychiatrische Klinik zu sein? Gemeindepräsident Namgyal Gangshontsang (parteilos) betonte gegenüber dieser Redaktion, die Klinik Schlössli sei «seit vielen, vielen Jahren» eine Institution nicht nur in, sondern auch für Oetwil. «Durch die Bauvorhaben der Klinik sind moderne Infrastrukturen geschaffen worden, die unser Ortsbild bereichern und gleichzeitig neue Arbeitsplätze für die Region bieten.»

Gemeindepräsident Namgyal Gangshontsang.
Gemeindepräsident Namgyal Gangshontsang erachtet das Schlössli als wichtige Institution nicht nur in, sondern auch für Oetwil.

Er freue sich, dass den erkrankten Kindern und Jugendlichen in Oetwil geholfen werde. Daran, dass sich die Jugendlichen frei im Dorf bewegen können, stört er sich nicht. «Es wäre sicher nicht förderlich für die Genesung der jungen Menschen, wenn sie eingesperrt würden.»

Gangshontsang zeigte sich überzeugt, dass die Oetwilerinnen und Oetwiler sehr tolerant und offen mit der Situation umgehen. «Zumal wir dies bei erwachsenen Patienten schon seit vielen Jahrzehnten erfolgreich tun.»

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