Wie der Ustertag zu schlechteren Soldaten führte
Ehemaliger Militärakademie-Direktor in Uster
Am Sonntag wird der Armeechef am Ustertag sprechen. Am Mittwoch war zu hören, dass diese Versammlung einen schlechten Einfluss aufs Zürcher Militärwesen hatte.
Die Schweizer Armee will nach Jahren des Rückschritts und des Abbaus angesichts der Bedrohungen in Europa wieder die eigene Verteidigungsfähigkeit stärken. Der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, wird am Sonntag ab 14 Uhr darüber wohl als Hauptredner des diesjährigen Ustertags in der reformierten Kirche Uster sprechen.
Chef der Armee am Ustertag
Am 24. November steigt dieses Jahr die Ustertagfeier. Um 14 Uhr beginnt die Feier in der reformierten Kirche. Hauptredner ist der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli. Der bald 58-jährige Süssli trat erst 2015 ins Berufsoffizierskorps ein und übernahm das Kommando der Logistikbrigade. Zuvor war er in der Privatwirtschaft tätig, zuletzt als CEO von Vontobel Financial Products. Die Vorrede hält die Ustermerin Rita Famos. Sie ist Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz. Im Anschluss an die Feier wird ab etwa 15.30 Uhr in der Landihalle ein gemeinsamer Apéro mit der Bevölkerung offeriert. Diese ist auch zum Risottoessen in der Stadthalle eingeladen.
Am 22. November 1830 versammelten sich auf dem Zimiker-Hügel in Uster rund zehntausend Männer der zürcherischen Landschaft und verlangten mit dem «Memorial von Uster» eine neue Verfassung. Das Hauptanliegen war die Gleichstellung von Stadt und Land. Der Ustertag brachte die politische Wende zum modernen Kanton Zürich.
Am Mittwoch hat der ehemalige Berufsoffizier und Historiker Daniel Lätsch im Ustermer Gemeinderatssaal auf Einladung des Ustertag-Komitees vor rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörern über die Zürcher Milizen um 1830 gesprochen – und die negative Wirkung des Ustertags auf das damalige Zürcher Wehrwesen.

