Schneemassen verursachen Verkehrschaos im Oberland
Wintereinbruch in der Region
Die weisse Schneepracht hat die Region fest im Griff. Am Donnerstag und Freitag sorgte sie auf den Strassen und im ÖV teilweise für grosse Probleme.
Bis weit in die Nacht hinein hat es am Donnerstagabend im ganzen Oberland geschneit. Im ÖV und auf den Strassen ging teilweise nichts mehr.
Laut Kenneth Jones von der Kantonspolizei gab es seit Donnerstagnachmittag im ganzen Kanton 150 Verkehrsunfälle, meist mit Blechschäden. Nur fünf davon führten zu Verletzungen. In Uessikon bei Maur kam ein Auto auf der Seite zu liegen.

Trotz der Glätte hätten keine Strassen gesperrt werden müssen. Allerdings sei es vielfach zu stockendem Verkehr gekommen – so zum Beispiel zwischen Rüti und Wald. Hier waren Autos liegen geblieben und zum Teil zurückgelassen worden. Auf der Forchautobahn blockierte kurzzeitig ein ins Rutschen geratener Lastwagen den Verkehr.
Am Freitagmorgen habe sich die Verkehrslage wieder entspannt, berichtet die Polizei. Viele Pendler wichen auf den ÖV aus, was die Situation auf den Strassen entlastete.

Am Donnerstagabend sah es noch ganz anders aus. Sowohl im ÖV als auch auf der Strasse war Geduld angesagt. Es schneite auch in tieferen Lagen intensiv bis in die Nacht. Die Strassen im Oberland waren weiss. Vielerorts staute sich der Verkehr. So etwa im Aatal, wo sich Auto an Auto reihte. Teilweise herrschten wegen Eisglätte prekäre Verhältnisse.

Wer zum Beispiel von Wetzikon nach Greifensee mit dem Auto durch das Aatal wollte, war im Extremfall fast zwei Stunden unterwegs. Gleiches galt zwischen Dübendorf und Fällanden sowie Stettbach und Maur.
Busbetrieb teilweise eingestellt
Bei den Bussen der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) ging zeitweise ebenfalls nichts mehr. «Ab 19 Uhr mussten wir einige Linien ganz einstellen», sagt VZO-Direktor Joe Schmid. Das sei durchaus aussergewöhnlich.
Aber auf einigen Bergstrecken – zum Beispiel zwischen Hinwil und Girenbad – sei es schlicht und einfach zu glatt und damit zu gefährlich gewesen. Auf anderen Strecken wiederum hätten liegen gebliebene Fahrzeuge den Verkehr blockiert.

Seit dem Morgen würden aber wieder alle Linien pünktlich bedient. «Rückblickend betrachtet, hatten wir Glück und sind glimpflich davongekommen», so Schmid. Sie seien in keinerlei Unfälle verwickelt gewesen und keines der Fahrzeuge sei beschädigt worden. «Wir waren sehr gut vorbereitet», so sein Fazit.
Die S-Bahnen hatten Verspätungen von bis zu 20 Minuten, wie etwa am Bahnhof Wetzikon sichtbar war. Pendler mussten im Schneetreiben auf den Perrons ausharren. Vorübergehend waren die SBB- und ZVV-Apps nicht erreichbar.

Die Züge fuhren in der Region seit Freitagmorgen wieder regelmässiger, jedoch oft mit verkürzten Kompositionen und überfüllten Waggons. Teilweise waren die S-Bahnen aber immer noch beträchtlich verspätet. Die SBB warnten in der ganzen Schweiz weiterhin vor Ausfällen und Verspätungen.
Intensiver Schneefall
Die Schneemassen kamen mit Ansage. Gemäss Meteo Schweiz hatte sich besonders im zentralen und östlichen Mittelland sowie der Nordwestschweiz «ein markantes Schneefallereignis» abgezeichnet.
Besonders am Donnerstagabend war der Schneefall intensiv. Am Freitagmorgen lagen verbreitet 10 bis 25 Zentimeter Neuschnee, lokal sogar bis zu 30 Zentimeter.
Der Bund hatte zuvor vor Einschränkungen im Strassen-, Schienen- und Luftverkehr gewarnt. Im Mittelland galt Gefahrenstufe 3, in Teilen der Westschweiz sogar Stufe 4.
Am Freitagnachmittag setzte nochmals Schneefall ein. Doch die weisse Pracht dürfte nicht lange liegen bleiben. In den kommenden Tagen wird es wärmer. Schon am Sonntag sollen die Temperaturen wieder auf beinahe 10 Grad steigen. (maiu/lel/jep)

