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Neue Räumlichkeiten für animierendes Lernen in Uster

Die Berufswahlschule Uster hat ihren Neubau eröffnet. Wir verraten, was die Räumlichkeiten mit ihrem Unterrichtskonzept zu tun haben.

Der Neubau (links) mit Sicht auf den Innenhof, der im Frühjahr mit Leben von Natur und Mensch gefüllt werden soll.

Foto: Karin Sigg

Neue Räumlichkeiten für animierendes Lernen in Uster

Eröffnung Neubau Berufswahlschule

Der in die Jahre gekommene Pavillon der Berufswahlschule Uster wurde durch einen Neubau ersetzt und am Mittwoch feierlich eröffnet. Auf einem Rundgang haben wir erlebt, was ihn so besonders macht.

Wer sich der Berufswahlschule in Uster, direkt gegenüber der Reithalle nähert, dem wird der Neubau vielleicht nicht einmal auffallen. Das schlichte, zweistöckige Gebäude in Wellblech-Optik fügt sich schlicht ins Gesamtbild ein, als ob es schon immer dagestanden hätte.

Kurz nach Betreten der Eingangshalle ist sogleich der neue Verbindungstrakt auszumachen, der in hellem Holz gehalten ist. Nach nur wenigen Schritten wird aus dem Gang ein einladender Aufenthaltsraum mit Fensterfront und kleiner Kochnische.

Ein paar Meter weiter gelangt der Besucher in die Aula, das eigentliche Herzstück des Neubaus. Denn anstelle von Schulkantinen-Groove strahlt dieser Saal eine moderne Wohlfühl-Atmosphäre aus.

Von den Sitzgruppen und Stehtischen aus erhält man direkten Blick in die offene, professionelle Gastro-Küche. Dort herrscht geschäftiges Treiben: Mit geübten Handgriffen sind Jugendliche am Schneiden, Rüsten, Kochen, Backen. Unter Anleitung der Küchenchefin Rebecca Müller bereiten sie Köstlichkeiten für den anschliessenden Eröffnungsapéro vor.

«Mit der neuen Küche wollten wir unsere Schüler bewusst ins Zentrum rücken», erklärt Rektor Hanspeter Hunger. «Das gibt ihnen ein ganz anderes Selbstbewusstsein.»

Vor dem Neubau hätten die Schüler jeweils im oberen Stock in einfachen Schulküchen gekocht und das Essen in der Mensa aufgebaut. Denn das Mittagessen für rund 50 bis 70 Lehrpersonen und Schüler bereiten die Schüler selbst zu. «Das fördert die Disziplin, denn das Essen soll pünktlich um 12 Uhr bereitstehen», sagt Hunger.

Vier verschiedene Klassen wechseln sich mit dieser Aufgabe jeweils ab. Die Gastro-Klasse ist zweimal pro Woche am Ruder – schliesslich haben sich diese Schüler zum Ziel gesetzt, einen gastronomischen Beruf zu erlernen.

Die Berufswahlschule Uster (BWS) ist ein Brückenangebot, das nach der obligatorischen Schulzeit ein Berufsbildungsjahr in verschiedenen Klassenprofilen anbietet. Oder wie es Benno Scherrer, Präsident der Sekundarstufe Uster, bezeichnet: «Wir sehen uns als Basis, in der Jugendliche einen Platz in unserer Gesellschaft finden.»

Man sieht Hanspeter Hunger und Benno Scherrer im Gespräch.
Hanspeter Hunger (links) und Benno Scherrer freuen sich über die Begegnungsmöglichkeiten, die im Verbindungstrakt entstanden sind.

In den Räumlichkeiten finden rund 200 Schüler Platz. Der Neubau ersetzt den 30-jährigen Pavillon, der zwanzig Jahre lang an dieser Stelle gestanden hatte. «Wir haben ihn in gebrauchtem Zustand als Provisorium übernommen», sagt Hanspeter Hunger.

Es wurden zwanzig «provisorische» Jahre daraus, bis der Pavillon am Ende seiner Lebenszeit stand. «Es regnete überall rein», sagt Hunger mit einem Lachen, «der Neubau wurde gerade noch auf den letzten Zacken fertig.»

Auf dem neusten Stand der Technik

Gleichzeitig war eine Ersatzheizungsanlage notwendig. Neu sei die BWS an die Energiezentrale der Holzschnitzelfeuerung beim Spital Uster angeschlossen. «So sieht also eine Ersatzheizungsanlage für acht Millionen aus», sagt Benno Scherrer lachend und lässt den Blick durch den Raum schweifen.

Während der eineinhalbjährigen Bauzeit wurden einige Klassen in ein Provisorium im Süden Usters ausgelagert. Mitte September konnten nun die neuen Räumlichkeiten in Betrieb genommen werden. «Wir sind sehr glücklich, wieder alle unter einem Dach vereint zu sein», sagt der Rektor.

Gemäss Benno Scherrer sei es den Bauverantwortlichen wichtig gewesen, die Räume flexibel nutzen zu können. «Wir brauchen Räume, um uns auszutauschen, zu üben, zum gerne nutzen.»

Bei der Besichtigung der «Klassenräume» wird schnell ersichtlich, dass die Architekten von Neff Neumann genau das umgesetzt haben: Die Zimmer sind modular aufgebaut, können vergrössert oder verkleinert werden und wirken durch die Oberlichter hell und einladend.

Mit Klassenzimmern haben sie nicht mehr viel gemeinsam, sondern eher mit modernen «Open Space Offices». Klassenlehrer Mario Bojic erklärt das Konzept seines Schulraums: «Am Besprechungstisch kommen wir zusammen, an den Arbeitsplätzen arbeitet jeder für sich, und in der Teamzone können Einzelgespräche geführt werden.»

Gerade haben sich einige Jugendliche um den Besprechungstisch versammelt. Die Schüler der «Challenge-Klasse» erzählen, dass sie jeweils mit der Organisation von Events für die Schule beauftragt werden. «Wir planen gerade eine ‹Santa Challenge›, eine Art Orientierungslauf», sagt eine der Jugendlichen.

Die Schüler sind sich einig, dass ihnen die grossen, lichtdurchfluteten Zimmer sehr gut gefallen. «Wir können viel konzentrierter arbeiten, weil jeder einen eigenen Arbeitsplatz hat.» Auch den Meetingbereich würden sie schätzen. Sie fühlen sich in der BWS optimal auf das Berufsleben vorbereitet – so hätten die meisten von ihnen jene Lehrstelle finden können, die sie sich gewünscht hätten.

«Die Räume sind die Folge unserer Konzeption, wie wir unterrichten wollen», fasst Rektor Hanspeter Hunger zusammen. «Wir konnten Raum für animierendes Lernen schaffen.»

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