Gesellschaft

Sek-Schüler aus Wald wurden zu Journalisten

Wie kommt ein Redaktor eigentlich von der Idee zum fertigen Artikel? Die Schüler der Sekundarschule Burg in Wald zeigen es.

Sek-Schüler aus Wald wurden zu Journalisten

Medienwoche der Sekundarschule Wald

Schreiben, recherchieren, nachfragen und filmen. Anstelle des üblichen Unterrichts nahm die Sekundarschule Burg in Wald an der neu eingeführten Medienwoche teil.

Sophia Reichlin, Jasmin Jebali und Lya Germann

2. Sek A, Sekundarschule Burg in Wald

Eine Woche lang Journalistinnen und Journalisten sein – die Medienwoche macht’s möglich. Für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Wald war es Anfang November soweit: Sie erhielten einen Einblick in die Redaktion der Zürcher Oberland Medien. Gleichzeitig konnten sie eigene journalistische Beiträge in und über die Region umsetzen: Von der Sicherheit in Wald, über den Einfluss von Amateurastronomen auf die erste Mondlandung, bis hin zu lokalen Events haben sich die Sek-Schülerinnen und Schüler in Themen vertieft, Fakten recherchiert und Interviews geführt. Lanciert wurden die Medienwochen durch das Medienausbildungszentrum MAZ in Kooperation mit der Zürcher Bildungsdirektion. Sie finden in 50 Schulklassen im Kanton statt und werden wissenschaftlich durch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) begleitet.
Sophia Reichlin, Jasmin Jebali und Lya Germann haben die Medienwoche dokumentiert.

Was ist Journalismus, und wie wird man zu einer Journalistin oder einem Journalisten? Dieser Frage gingen die Schüler der Sekundarschule Burg in Wald auf den Grund – und schrieben gleich selbst Artikel für den «Zürcher Oberländer» und für «Watson».

Am 4. November starteten die Sek-Klassen A2a und A2b in die Medienwoche. Die selbst gebildeten Gruppen suchten sich jeweils eigenständig ein Thema aus und erhielten noch vor dem Projekt eine Einführung in die Welt des Verfassens von Texten.

Am Montagmorgen, dem Anfang der Medienwoche, wurden wir von MAZ-Redaktor Jean-Pierre Ritler begrüsst. Dieser gab den Klassen durch eine zweistündige Präsentation verschiedene Tipps und die Möglichkeit, etwas über seine Arbeit zu erfahren und darüber zu diskutieren. Obwohl dies manche langweilte, waren die Infos für alle Gruppen hilfreich.

Der bestmögliche Artikel

Mit den Ratschlägen, die er uns gab, konnten wir in den nächsten Tagen unsere individuellen Arbeiten umsetzen. «Für unser Thema haben wir erst andere Schüler befragt, grobe Informationen gesucht, damit wir mit unserer Arbeit beginnen konnten», sagte die 14-jährige Daniela, die sich über das Projekt freute. Sie ging mit ihrer Gruppe den Jugendwörtern auf den Grund.

Die Schülerinnen und Schüler hatten enormen Spass, da sie mit ihren Freunden arbeiten durften. Trotzdem fokussierten sie sich auf das Vorankommen. Alle strebten schliesslich danach, den bestmöglichen Artikel zu kreieren.

Eine strenge Sitzung in der Redaktion

Am Mittwoch besuchten die Gruppen das Büro der Zeitung, für die sie schreiben. Beim «Zürcher Oberländer» wurde uns erklärt, wie ein normaler Tag in einer Redaktion abläuft.

Wir konnten zusehen, wie die Journalistinnen und Journalisten über die Themen des Tages debattierten. Obwohl dieser Prozess ein sehr wichtiger ist, war er für die Schülerinnen und Schüler sehr ermüdend. «Die Sitzung war verwirrend, weil wir den Kontext nicht kannten», sagt die mitschreibende Lya.

Am Nachmittag ging es für viele auf die Rechercheausflüge, die sie an den vorherigen Tagen geplant hatten. Wir, die Reporterinnen der Medienwoche, durften nach Gockhausen fahren und ein Interview mit Res Strehle, einem der Initianten der Medienwochen, führen.

Feinschliff ohne Stress

Den letzten Tag vor der Abgabe nutzten viele für Feinschliffe und letzte Anmerkungen zu ihren Beiträgen. Die Deadline kam immer näher.

Man erkannte, wie die Artikel nun zusammenkamen und die Gruppen sich auf den Freitag, den letzten Tag der Medienwoche, vorbereiteten. Die Stimmung war gut. Die Schüler waren erleichtert, dass es im Endspurt nicht allzu stressig war.

Der lockere Gemütszustand nahm ein wenig die Nervosität davor, dass am nächsten Tag alle Beiträge vorgestellt werden sollten. Nach dem Ende der Medienwoche nahmen die Schülerinnen und Schüler neue Erfahrungen mit.

Die Mühe hat sich gelohnt

«Dieses Projekt hat mir viel beigebracht. Zeit einzuplanen, E-Mails zu schreiben und allgemein selbständiger zu sein. Ich hoffe, andere Schulen dürfen das auch mal erleben», erzählte uns Schulkamerad Jorit.

Als Laie würde man denken, dass die fertigen Artikel vielleicht nicht die besten sind. Doch über die Endresultate kann man staunen. «Die Jugendlichen haben eine grossartige Arbeit geleistet. In dem einen oder anderen steckt durchaus ein angehender Journalist», sagte Redaktorin Marie Fredericq von der Zürcher Oberland Medien AG.

Die mitwirkenden Jungjournalistinnen und -journalisten empfehlen deshalb von Herzen, die Artikel zu lesen und wertzuschätzen. «Wir haben uns Mühe gegeben und viel gelernt. Hoffentlich erreichen unsere Beiträge viele Menschen, die sehen, wie wir uns entwickelt haben und dass wir spannende Themen gewählt haben», gibt Jasmin als Schlusswort ab.

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