Räbeliechtli-Umzug in Wald: Mehr Besucher als je zuvor
Medienwoche der Sekundarschule Wald
Der Räbeliechtli-Umzug in Wald ist jedes Jahr ein Fest für Gross und Klein. Über 1000 Besucherinnen und Besucher nahmen dieses Jahr daran teil. So war die Veranstaltung besonders aufwendig.

Wenn die Blätter sich orange zu färben beginnen und vom Baum fallen, wenn es kalt wird und man den eigenen Atem vor dem Mund sieht, wenn es überall nach Kürbissen und Kastanien riecht – dann ist Räbeliechtliziit.
Der Räbeliechtli-Umzug in Wald ist ein traditionelles Highlight, bei dem Kinder mit selbst geschnitzten Räben durch das Dorf ziehen und die dunklen Strassen erleuchten.
Auch dieses Jahr sind wieder viele Kinder mit rosa strahlenden Räben umhergezogen. Jedes Jahr gibt es mehrere Umzüge in der Gemeinde. Der grösste in der Gemeinde wird vom Verein Träffpunkt Wald organisiert.
Ein Walder Spektakel
Um 18.30 Uhr begann am diesjährigen Umzugstag das Spektakel. Doch zuerst musste die Räbeliechtli-Gesellschaft schuften. Im kleinen Zelt auf dem Walder Schwertplatz dampfte bereits der warme Punsch.
Eine Mitorganisierende des Umzugs – und Träffpunkt-Mitglied – ist Carmen Altwegg.
«Der diesjährige Umzug benötigte mehr Aufwand als in den letzten Jahren», erzählt sie. Durch den Verein hat sich der Umzug in Wald signifikant vergrössert. Rund 1000 Personen sollten dieses Jahr durch das Dorf ziehen – laut Altwegg sind das etwa ein Drittel mehr als in den Jahren zuvor.
Doch allein muss der Verein den Umzug nicht stemmen. «Ich freue mich über die vielen freiwilligen Helfer», so Altwegg. Auch die Feuerwehr ist involviert und versucht ein einmaliges Erlebnis für die vielen Besucherinnen und Besucher zu schaffen.
Pro Jahr werden 300 bis 400 Räben benötigt. Klingt vielleicht teuer, ist es aber nicht: Das Ganze wird von der Samichlaus-Gesellschaft gesponsert.
Lichtermeer und Räbenglanz
Nach den Vorbereitungen ging es schon bald los. Der Umzug startete beim Getränkehandel Egli & Tessari. Von dort aus ging es weiter Richtung Bahnhof und durch die Bahnhofstrasse. Viele Läden und Wohnhäuser löschten netterweise für 30 Minuten ihre Lichter, damit die selbst geschnitzten Räben noch besser zur Geltung kommen konnten.
Die Karawane mit den Räben war gemütlich durch das Dorf unterwegs. Kinder sangen, andere unterhielten sich. Das Licht der Räben erhellte den dunklen Abend. Die Waggons strahlten hell. Die Bäume waren mit Räben geschmückt, und die Bewohner des Altenheims Rosenthal winkten der Truppe freundlich zu.
Am Schluss erreichte der freudige Umzug den Schwertplatz, wo bereits süsser Punsch und leckere Brötchen warteten. In festlicher Stimmung unterhielten sich alle noch ein wenig und genossen das Zusammensein. So klang der traditionelle Abend gemütlich aus.


Ein alter Brauch
Für viele Besucherinnen und Besucher des Spektakels ist der Räbeliechtli-Umzug fester Bestandteil des Herbsts. Doch woher kommt dieser Brauch mit den leuchtenden Räben eigentlich?
Der Ursprung ist nicht ganz eindeutig, doch hier folgt eine mögliche Erklärung: Früher nutzten die Römer und die Kelten die Räben, um Geister zu vertreiben. Als Dank dafür, dass die Ernte gut ausgefallen ist, feierten sie dann ein Fest: den Räbeliechtli-Umzug.
Die Räbechilbi in Richterswil
Natürlich gibt es nicht nur in Wald einen Räbeliechtli-Umzug. Auch Richterswil hat einen: Die Räbechilbi ist laut eigenen Angaben der grösste Räbeliechtli-Umzug der Welt.
Jedes Jahr findet er am zweiten Samstag im November statt. Die Räben, die Richterswil verwendet, werden im Furttal Ende Juli angepflanzt, sodass sie im November bereit zum Schnitzen sind.
Jedes Jahr werden mehr als 25 Tonnen Räben für den Umzug in Richterswil benötigt. Ein typisches Markenzeichen des Umzugs sind auch die verschiedenen Figuren und grossen Wagen mit Tieren oder Berümtheiten aus Räben.

