Gründer der Sternwarte in Wald halfen bei der ersten Mondlandung mit
Medienwoche der Sekundarschule Wald
Ein Grossteil der Walderinnen und Walder wird von der Sternwarte auf dem Güntisberg wissen. Ob ihnen wohl auch bewusst ist, dass Walder Amateurastronomen an der ersten Mondlandung beteiligt waren?

Wir schreiben das Jahr 1969. In der Schweiz ist es 3.56 Uhr morgens. Es sitzen weltweit knapp 600 Millionen Menschen vor ihren Antennenfernsehern. Der Grund: Sie verfolgen das wohl wichtigste Ereignis des Jahrhunderts – die Reise der «Apollo 11» auf den Mond. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte sollte ein Mensch einen anderen Himmelskörper betreten.
Obschon unter den Zuschauern auch Walder sind, ahnen diese nicht, dass Unterstützung des Projekts ganz in ihrer Nähe stationiert ist. Denn die Gründer der heutigen Sternwarte auf dem Güntisberg lieferten der Nasa (National Aeronautics and Space Administration) im Vorfeld zur Mondlandung wichtige Informationen, wie Michael Kohl, heutiger Präsident der Sternwarte, erzählt.
Der Grundstein für die Gründung
Einige Zeit vor der Mondlandung erfuhren Amateurastronomen aus aller Welt, dass die Nasa um jede Hilfe froh wäre – denn diese brauchte genaue Informationen zur Mondoberfläche. Unter den Hobbyastronomen befanden sich auch solche aus Wald, die sich daraufhin bei der Nasa meldeten.
«Mit selbst gebauten Teleskopen beobachtete das Team die Mondoberfläche vom Walder Güntisberg aus», erzählt Kohl stolz. Mit von der Partie war auch sein Vater, der seine Leidenschaft für Astronomie an seinen Sohn weitergegeben hat.
Selbst gebautes Teleskop
Das Teleskop ist von Michael Kohls Vater selbst gebaut worden. Er verwendete dafür ein Kanalisationsrohr. Den Hauptspiegel schliff er aus einem Fensterglas von Hand, die Halterung goss er selbst. Das Stativ fertigte er aus Holz.
Am Ende fügte er alle Teile zusammen und lieferte mit dem selbst konstruierten Teleskop wichtige Informationen an die Nasa.
In eine Liste trugen die Hobbyastronomen Informationen über die Bodenbeschaffenheit des Monds ein. Anschliessend versendeten sie die Informationen an die Nasa, welche diese für die Planung des Mondlandeprogramms brauchte.
Mit ihrer Arbeit legten die Astronomen den Grundstein für die Gründung der heutigen Sternwarte in Wald und unterstützten die Nasa mit wichtigen Informationen bei der Vorbereitung zur ersten Mondlandung in der Weltgeschichte.
Ein Dankesbrief der Astronauten
Am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr platzierte Neil Armstrong die USA-Flagge als erster Mensch auf dem Mond. Nachdem die Landung erfolgreich stattgefunden hatte, bedankten sich die Astronauten der Folgemission «Apollo 13» mit einem Brief beim Astronomieverein. Auf diesem waren die Unterschriften der Astronauten ersichtlich. Sie wollten Danke sagen, dass die Walder der Nasa Informationen geliefert hatten.


Aus Kuhstall wird Sternwarte
Mit ihrer Arbeit für die Nasa bildeten die Hobbyastronomen schon in den 1960er Jahren das Fundament für die heutige Sternwarte auf dem Güntisberg. Dennoch sollte es noch Jahre dauern, bis diese wirklich gebaut wurde.
Der Walder Astronomieverein suchte schon seit Langem einen Platz für eine Sternwarte. Als der damals junge Michael Kohl eines Tages im Jahr 1992 mit seinem Sohn im Kinderwagen über den Güntisberg spazierte, sah er den perfekten Ort für eine Sternwarte. Es hatte kein Kunstlicht, das hätte stören können.
Er hatte Glück, denn vor dem Kuhstall nebenan sass die Besitzerin. Sie kamen ins Gespräch, und der 31-jährige Kohl bekam den Platz vermietet. 1993 bauten sie den Kuhstall aus und erstellten die Sternwarte.
Heute, über 30 Jahre später, ruht die Sternwarte immer noch auf dem Güntisberg – und hütet sorgsam die Geschichte der ersten Mondlandung.
Der Präsident der Sternwarte
Der Dürntner Michael Kohl ist seit insgesamt 12 Jahren Präsident des Sternwartevereins auf dem Güntisberg in Wald. Mit 17 Jahren trat er dem Klub bei. «Ich interessierte mich schon immer für die Astronomie», sagt der 63-Jährige. Der gelernte Eisenbahntechniker steckt bis heute sehr viel Arbeit, Zeit und Leidenschaft in die Erhaltung der Sternwarte. Die gesamte Arbeit macht er ehrenamtlich.

