Das Storchennest beim Bezirksgericht in Uster ist weg
Das Nest ist gefährlich
Schon wieder wurde in Uster ein Horst entfernt. Diesmal aus feuerpolizeilichen Gründen. Die Störche sind jedoch nicht für immer verbannt.
Auf dem Bezirksgerichtsgebäude in Uster haben sich schon seit Jahren Störche breitgemacht. Ein grosses Nest schmückt darum seit einiger Zeit den Turm. Dieses Nest ist nun aber seit Montag, 21. Oktober, weg. Denn der Horst gefährdete das denkmalgeschützte Gebäude.
Aus dem Nest fiel immer wieder getrocknetes Gehölze oder Nestmaterial durch den Kamin, der noch betrieben wird. Laut der Baudirektion ereignete sich das Problem erstmals bereits im März 2023.
Als erste Massnahme wurde das Kaminrohr nach oben verlängert, sodass nichts mehr hineinfallen konnte. Auf Dauer war dies jedoch keine geeignete Lösung – weshalb das Nest nun weichen musste.
Ein neues Zuhause für Familie Storch
Storchenhorste sind als Naturschutzobjekte im Sinne des Natur- und Heimatschutzgesetzes geschützt, das Entfernen von Storchenhorsten ist darum bewilligungspflichtig.
«Der Weissstorch gehört zu jenen Arten, die überwiegend, aber nicht ausschliesslich Gebäude und andere bauliche Anlagen als Nistplatz nutzen. Dementsprechend zeigen sie eine hohe Brutplatztreue und tun sich schwer damit, einen neuen Niststandort zu finden», schreibt Thomas Maag, stellvertretender Leiter der Kommunikation der Baudirektion.
Die Baudirektion rechnet damit, dass die Störche im Frühling zurückkehren und sich dort wieder einnisten werden. Deswegen soll noch diesen Winter auf dem Dach des Bezirksgebäudes ein Podest gebaut werden, welches die Störche im Frühling zum Nisten nutzen könnten.
Damit werden gleich zwei Anliegen angegangen: Die Brandgefahr für das alte Gebäude ist vom Tisch, und die Störche dürfen nach dem Winter dennoch zurück aufs Bezirksgebäude.
Es ist nicht das erste Mal, dass in Uster Storchennester von Dächern verschwinden. Schon Anfang Jahr lösten sich in Riedikon mehrere Horste quasi in Luft auf. Damals war die Entfernung der Nester mutmasslich illegal, weshalb auch die Kantonspolizei ermittelte.