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Restaurant Leone kehrt im Februar nach Rikon zurück

Mit dem «Leone» öffnet eine der letzten Beizen in Rikon Anfang Jahr wieder. Angesichts mehrerer Leerstände dürfte das Lokal wenig Konkurrenz haben.

Seit letztem Frühling wächst auf der Parzelle des «Leone» ein Wohnblock in die Höhe.

Fotos: Noah Salvetti

Restaurant Leone kehrt im Februar nach Rikon zurück

Traditionsbeiz im Tösstal

Einst in einem historischen Riegelhaus beheimatet, bezieht das «Leone» in Rikon Anfang 2025 neue Räumlichkeiten. Es bleibt vorläufig ohne Mitstreiter – denn zwei andere ehemalige Gastrobetriebe stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Seit vergangenem Frühling ist das Restaurant Leone in Rikon Geschichte – zumindest in bisheriger Form. Mit dem Abbruch des Riegelhauses an prominenter Lage an der Tösstalstrasse segnete nicht nur eine der letzten Beizen im Dorf das Zeitliche, auch ging ein Gebäude mit bewegter Historie verloren.

An dessen Stelle tritt ein Wohnblock mit acht Mietwohnungen und einer Gastrofläche mit Platz für 80 Gäste. Das Restaurant soll es nämlich weiterhin geben: Bereits vor dem Abbruch des Gebäudes hatte Wirt Tariq Mahmood bekannt gegeben, die «Leone»-Stammgäste auch im Neubau zu begrüssen.

Abgesehen von den vier Wänden soll sich dort nichts verändern: Neben dem Namen bleibt auch das Essensangebot – eine Kombination aus italienischer und schweizerischer Küche – gleich.

Wie Nasir Rana, Geschäftspartner und Bruder von Tariq Mahmood, verrät, soll das «Leone» bereits am 1. Februar 2025 wiedereröffnen.

Wirte setzen auf Bewährtes

Ob dieser Plan aufgeht? Ursprünglich sollte die Überbauung nämlich bereits diesen Sommer fertiggestellt werden. Doch eintretendes Grundwasser, das zuerst abgepumpt werden musste, verzögerte die Bauarbeiten.

Romina Kuhn, Verantwortliche bei der bauleitenden J. Eisenring AG, rechnet mit der Fertigstellung im ersten Quartal 2025. Definitiv sei aber noch nichts.

Denn bis es so weit ist, gibt es noch einiges zu tun: «Die Fenster sind montiert, als Nächstes ist die Aussenfassade an der Reihe», sagt Kuhn. Ab Frühjahr will Bauherr Ruzhdi Ajrizi die acht Mietwohnungen im Mehrfamilienhaus vermieten.

Und die Crew des «Leone»? Die ist seit Mai 2023 im Gasthaus Hirschen in Sirnach ennet der Kantonsgrenze im Einsatz. «Es läuft gut», verrät Geschäftspartner Rana, man habe auch den einen oder anderen Stammgast aus Rikon.

Angesprochen auf den von Tariq Mahmood geäusserten Plan, den «Hirschen» in Sirnach nach der Wiedereröffnung des «Leone» als zweites Standbein weiterzuführen, will sich Rana nicht festlegen: «Wir wollen erst einmal mit dem Pachtvertrag weiterfahren und überlegen noch, ob wir ihn verlängern.»

Dieser läuft noch bis im Frühjahr 2025. Im «Leone» dagegen haben die Brüder nach eigenen Angaben für zehn Jahre unterschrieben, plus Option für fünf weitere Jahre. «Wir planen längerfristig, schliesslich schaffen wir auch die ganze Inneneinrichtung selbst an.»

«Traube» noch ohne Pächter

Die Rückkehr des Restaurant Leone haucht der Rikemer Gastroszene wieder etwas Leben ein. Trotzdem: Viel Auswahl gibt es im Dorf nicht. Mit der «Traube» ging im Sommer ein ebenfalls beliebtes Lokal zu – ohne direkte Nachfolger.

Die Suche nach einem neuen Pächter dauert weiter an, wie Eigentümer Alois Moser verrät. Der Zentralschweizer besitzt mit seiner Firma Moser Automatenvertrieb AG mehrere Liegenschaften in der Gemeinde. «Es ist deprimierend, wenn man gute Lokale wie die ‹Traube› nicht besetzen kann», sagt er.

2015 investierte die Firma rund 1,4 Millionen Franken in den Umbau des Restaurants – unter anderem deshalb wünscht er sich dort einen erfahrenen Gastronomen. «Aber denjenigen Pächtern, die infrage kommen, liegt der Markt regelrecht zu Füssen.»

Mann und Frau stehen vor einem Gebäude.
Reto und Jacqueline Bundi haben das Restaurant Traube im Frühling nach neun Jahren verlassen – ohne Nachfolger. (Archiv)

Bisher sind laut Moser kaum Anfragen eingegangen, die seinen Anforderungen gerecht werden. «Was fehlt, sind Lokale mit einer soliden Leistung in Küche und Service», erklärt Moser, «niederschwellige Angebote wie Take-aways gibt es im Tösstal bereits genug.»

Bis im kommenden Frühling will sich der 63-Jährige noch Zeit geben, einen neuen Pächter zu finden. Dafür zieht er alle Register – sogar eine Prämie für die erfolgreiche Vermittlung stellt er in Aussicht. «Wenn ich bis dahin niemanden finde, war der Umbau wohl ein Fehlinvestment.»

In diesem Fall müsse er sich überlegen, das Lokal anderweitig zu nutzen. Bereits gefallen ist diese Entscheidung beim «Freihof», einige Hausnummern weiter, der ebenfalls Moser gehört. Dieses Restaurant steht schon länger leer. Moser will das Gebäude sanieren und in ein Wohnhaus verwandeln. «Wir sind daran, ein Baugesuch auszuarbeiten», lässt er bereits durchblicken.

Hinweise für neue Pächter nimmt Alois Moser über seine Website miet-objekte.ch entgegen.

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