Ein neues Kapitel in der langjährigen Ryffel-Areal-Geschichte
Überbauung im Stadtzentrum von Wetzikon
Läuft alles wie geplant, sollen im Wetziker Zentrum bis 2027 insgesamt 30 neue Eigentumswohnungen sowie Gewerbe-, Dienstleistungs- und Büroräume entstehen.
Wo einst Leder gegerbt wurde, soll man bald wohnen können. Aber nicht nur. Auf dem historischen Ryffel-Areal an der Bahnhofstrasse im Zentrum von Wetzikon soll neuer Wohn-, Arbeits- und Begegnungsraum entstehen. Das Grossprojekt steht in den Startlöchern.
Geprägt wurde das Areal, das nicht weit vom Schloss Wetzikon entfernt ist, über viele Jahre durch die Gerberei Ryffel – daher auch der Name. «Das Potenzial dieses Orts haben wir von Anfang an erkannt», schreibt die Bauherrin, die Stadtbauentwicklungs AG, in einer Mitteilung. Sie hat die 5250 Quadratmeter grosse Parzelle in Oberwetzikon im Jahr 2022 erworben, eine Machbarkeitsstudie für das bauliche Potenzial durchgeführt und will nun die langjährige Arealgeschichte weiterentwickeln.
Beat Odinga, Geschäftsleiter der Stadtbauentwicklungs AG, ist fasziniert von der Lage des Ryffel-Areals. «Es liegt an einer extrem spannenden Schnittstelle zwischen Stadtzentrum und Landschaftsraum», sagt er. «Und dazu kommt der historische Kontext.» Ihm und seinem Team sei ein sensibler Umgang mit dem Ort sehr wichtig. Daher wurde vor dem eigentlichen Planungsbeginn ein Studienauftrag mit sechs Architekten durchgeführt, um Varianten für diesen sensiblen Ort zu erhalten. Die von der Fachjury ausgewählte Projektidee der Skop-Architekten wurde nun bis zur Baueingabe weiterentwickelt.
Ein Stück Wetziker Geschichte
Umgeben ist das Areal vom renaturierten Schlossbach und vom Schlosshügel. Zusammen mit der Kirche und dem Schloss bleibe hier ein Stück Geschichte und Identität des Stadtzentrums erhalten.
Der Weg entlang dem Bach soll wertvolle Qualitäten für den Ort schaffen. Ausserdem sei eine grosszügige Begrünung mit einer Auswahl an standortgerechten Pflanzen und Bäumen vorgesehen, die sich zu grosskronigen Stadtbäumen entwickeln könnten. Der Aussenraum mit einem kleinen Untergeschoss folge den Gestaltungsanforderungen der Schwammstadt Wetzikon.
Die Arealentwicklung wurde vom Fachbeirat Architektur und Städtebau, von der Heimatschutzkommission und der Denkmalpflege der Stadt Wetzikon begleitet. Dabei sei ein besonderes Augenmerk auf den ehemaligen Lehenshof aus dem 16. Jahrhundert gelegt worden, der nach denkmalpflegerischen Vorgaben behutsam umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt werden solle.
Baustart auf nächstes Jahr geplant
Im Bauernhaus, dem Lehenshof des Schlosses, sollen Gewerbe-, Dienstleistungs- und Büroräume entstehen. «Wir möchten das etwas in die Jahre gekommene Bauernhaus durch unser Projekt wieder aufleben lassen», ergänzt Odinga. In den zwei Neubauten seien insgesamt 30 Eigentumswohnungen von 2½ bis 5½ Zimmern und Gewerberäumlichkeiten im Erdgeschoss geplant.
Wie er erklärt, ist vorgesehen, im dritten Quartal 2025 mit der baulichen Realisierung zu beginnen. Das Baubewilligungsverfahren sei derzeit in Bearbeitung. «Wir sind positiv gestimmt», sagt Odinga. «Wir haben von der Denkmalpflege wie auch von der Planungskommission gute Feedbacks erhalten und sind zuversichtlich, dass die Baubewilligung bald erteilt wird.» Ausserdem seien die beiden unmittelbaren Nachbarschaften früh über das Projekt informiert und involviert worden. Gemeinsam würden gute Lösungen für diesen historischen Ort erarbeitet.
