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Gesellschaft

Kezo will mit Ersatzneubau die Weichen für die Zukunft stellen

Die Anlage in Hinwil ist in die Jahre gekommen. Seit über 50 Jahren ist sie in Betrieb. Der Neubau soll 2030 fertig sein. Doch erst einmal wird darüber abgestimmt.

Die Kezo prägt bereits heute das Ortsbild. An den Neubau stellen die Verantwortlichen nun ebenfalls Anforderungen in Bezug auf die architektonische Qualität. (Archiv)

Foto: Seraina Boner

Kezo will mit Ersatzneubau die Weichen für die Zukunft stellen

Mässiges Interesse

An einer Informationsveranstaltung orientierte die Kezo-Führung über einen 24,5-Millionen-Franken-Planungskredit. Die 36 Verbandsgemeinden werden bei diesem Vorhaben nicht zur Kasse gebeten.

Marcel Vollenweider

Die Kehrichtverwertungsanlage Zürcher Oberland (Kezo) lud am Dienstagabend zu einem Informationsanlass für die interessierte Bevölkerung. Rund zwei Dutzend Interessierte nutzten die Möglichkeit zur Information vor der Abstimmung, die dann im November erfolgt.

Dabei geht es um den Planungskredit in Höhe von 24,5 Millionen Franken. Dieser deckt sämtliche anfallenden Planungskosten ab. In einem zweiten Schritt kommt dann der Ausführungskredit an die Urne. Aktuell geht die Kezo von Gesamtausgaben von rund 350 Millionen Franken aus.

Diese Gemeinden stimmen ab

Die Kezo gehört dem Zweckverband Kehrichtverwertung Zürcher Oberland. Aus der Region gehören folgende Gemeinden dem Verband an: Bäretswil, Bauma, Bubikon, Dürnten, Egg, Fehraltorf, Fischenthal, Gossau, Greifensee, Grüningen, Hinwil, Hittnau, Illnau-Effretikon, Maur, Mönchaltorf, Pfäffikon, Russikon, Rüti, Seegräben, Uster, Volketswil, Wald, Weisslingen und Wetzikon. Dort dürfen die Stimmberechtigten im November über den Kredit befinden.

Bei der jüngsten Info-Veranstaltung erläuterte Steffen Schrodt, Projektleiter des Kezo-Ersatzneubaus, das Vorhaben.

Der Referent umriss in seinen Ausführungen die Kernaufgabe der Kezo. Im Zentrum stehe die thermische Verwertung des Siedlungsabfalls, dies bei bestmöglicher Energieeffizienz. Beim Start der Anlage vor mehreren Jahrzehnten habe die Kezo die Funktion einer reinen Abfallverbrennungsanlage gehabt.

«Dies hat sich aber längst gewandelt.» Inzwischen sei die Kezo auf eine ganzheitliche Energieversorgung fokussiert. Diese stütze sich insbesondere auf die rund 1700 Tonnen Metallrückgewinnung jährlich. So würden Strom, Wärme und wiederverwertbare Rohstoffe produziert.

Ende der Lebensdauer erreicht

Die Notwendigkeit eines Ersatzneubaus sei erwiesen, denn die bestehende Anlage sei, knapp 50 Jahre alt, am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Die künftige Anlage müsse ökologisch und ökonomisch dem aktuellsten Stand der Technik entsprechen.

«Für dieses zukunftsweisende Bauvorhaben werden weder Steuergelder noch Einlagen seitens der Verbandsgemeinden benötigt», stellte Christian Schucan, Präsident des Zweckverbands Kezo, klar.

Als Zweckverband, so Schucan, sei man jedoch gegenüber dem Stimmbürger Rechenschaft schuldig, weshalb das Geschäft an der Urne zu verabschieden sei. Zur Präzisierung sei an dieser Stelle erwähnt, dass an der Urne nicht die Zustimmung aller Verbandsgemeinden nötig ist, es zählt die Mehrheit der Pro-Stimmen.

Weniger Abfallverwertung, mehr Fernwärme

Urs Dubs, Projektleiter Technik, erläuterte die technischen Belange der künftigen Anlage. Der Ersatzneubau werde nur noch aus einer Verbrennungslinie bestehen, um die dereinst 120'000 Tonnen Abfall gegenüber aktuell noch 190'000 Tonnen jährlich verarbeiten zu können.

Von Bedeutung in der künftigen Anlage sei die CO2-Abscheidung. Der Stromexport werde massiv reduziert, dafür mehr Fernwärme produziert.

Man sieht einen Plan mit dem Neubauprojekt der Kezo.
Hier ist der Neubau der Kezo geplant.

Der Referent betonte, dass der Betrieb der bestehenden Anlage während der Bauarbeiten, die spätestens im Jahr 2030 abgeschlossen werden sollen, ohne Einschränkungen weiterlaufen wird. Es gelte, bis dann die Entsorgungssicherheit zu gewährleisten.

Zum Thema Rückbau stellte er in Aussicht, dass nach Erstellung des Ersatzneubaus mit dem Rückbau des bisherigen Verbrennungsbereichs begonnen wird. Einzelne Gebäude, die bereits heute für Recyclingarbeiten genutzt werden, würden stehen bleiben.

Den Projektverantwortlichen geht es beim nun im Detail zu planenden Bauvorhaben auch darum, das bestehende Areal optimal zu bebauen. Viel Wert werde deshalb auch auf ein architektonisch überzeugendes Resultat gelegt.

Revision im Sommer

Eine Votantin wollte wissen, was zur Thematik Umweltverträglichkeit unternommen werde. Christian Schucan versicherte, dass die gesetzlichen Auflagen erfüllt würden. Man gehe in der Planung gar noch weiter und beurteile ebenso Fragen der Logistik und auch der Renaturierung des nahen Wildbachs.

Ein Votant fragte, wie denn bei nur noch einer Ofenlinie Revisionsarbeiten geplant würden. Die Revisionen würden, so Schucan, regelmässig stattfinden und in den Sommermonaten vorgenommen.

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