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Badi Lützelsee schafft Platz durch neues Campingverbot

Mit einem Campingverbot auf dem Parkplatz der Badi Lützelsee sollen die Parkplätze wieder frei bleiben.

Parkieren ist erlaubt – aber übernachten und campieren auf dem Parkplatz der Badi Lützelsee ist neu verboten.

Foto: Manuela Matt

Badi Lützelsee schafft Platz durch neues Campingverbot

Parken ohne Camper

Zu Spitzenzeiten wird es vor der Badi Lützelsee eng. In der Vergangenheit blockierten oft Camper, die ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten, Parkplätze. Damit ist nun Schluss.

Michael Wenzler

Die vergangene Saison war für Camper am Lützelsee etwas vertrackt. Sie durften zwar bis zur dortigen Badi fahren, dort angekommen, erfuhren sie aber, dass Campieren neuerdings verboten ist. Das liegt daran, dass die Badgenossenschaft Lützelsee dies vor gut einem halben Jahr untersagt und ein entsprechendes Schild aufgestellt hat.

Nun zieht die Gemeinde nach und passt die Verkehrsschilder auf der Zufahrtsstrasse – der Badstrasse – an, wie sie auf ihrer Website mitteilt. Bisher hiess es auf den Schildern nämlich ausdrücklich, neben dem landwirtschaftlichen Verkehr und den Badigästen seien auch Camper zufahrtsberechtigt.

Loblied in Onlineforen

Tatsächlich waren Wohnmobile am Lützelsee lange willkommen. Viele Jahre durften sie den Parkplatz beim Eingang der Badi zeitlich unbeschränkt nutzen. In Internetforen schwärmen auch jetzt noch Camper bis nach Deutschland von der idyllischen Lage. Doch offenbar wurde der Ansturm mit der Zeit zu gross, weshalb die Badgenossenschaft sich nur noch mit einem Campingverbot auf ihrem Parkplatz zu helfen wusste.

Man sieht Autos im Wald pakieren.
Das lauschige Plätzchen ganz in der Nähe des Sees könnte Camper selbst im Herbst anlocken.

Dies geht aus einem Beschluss des Gemeinderats hervor, der sich angesichts des neuen Campingverbots mit der entsprechenden Signalisation der Badstrasse befasste. «Seit der Covid-19-Pandemie nahm das Campieren deutlich zu», schreibt die Behörde darin.

Beschränkung auf die Nacht nützte nichts

Der negative Effekt: Viele Badigäste fanden keinen Parkplatz mehr, weil es sich dort Camper mit Wohnmobilen bequem gemacht hatten. Die Badgenossenschaft beschränkte deshalb zunächst das Abstellen von Campern auf die Zeit von 21 Uhr abends bis morgens 8 Uhr.

Diese Massnahme habe aber nichts genützt, wie Corina Pally von der Badgenossenschaft sagt. Deshalb gilt nun ein ganztägiges Verbot.

Man sieht ein Schild in einem Wald.
Eines der alten Schilder, das die Gemeinde demnächst austauscht. Es sieht noch die Zufahrt von Campern vor.

Nicht betroffen von dieser Massnahme sind die fixen Stellplätze der Saisoncamper neben dem Badieingang. Sie bleiben weiterhin bestehen. Somit ist am Lützelsee lediglich die Zeit für spontane und kurzfristige Camper abgelaufen.

Richtig merken werden diese es wohl erst dann, wenn im nächsten Frühling wieder die Badisaison beginnt. Bis dahin wird die Gemeinde die Verkehrsschilder ausgetauscht haben, welche die Zufahrt regeln.

Gemäss diesen wird wie bis anhin an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ein Fahrverbot für Autos, Töffs und Töfflis gelten – und neu auch für Camper. Vom Fahrverbot ausgenommen sind weiterhin Badigäste und landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Und sollte das neue Campingverbot nichts fruchten, könnte beim Parkplatz dereinst ein weiteres neues Schild stehen: eines, das auf ein gerichtliches Parkverbot für Camper verweist. Dieses würde es der Genossenschaft ermöglichen, fehlbare Camper anzuzeigen und büssen zu lassen. Darauf hat die Badgenossenschaft aber bislang bewusst verzichtet.

Und wenn möglich möchte sie dies auch weiterhin so handhaben, wie Corina Pally sagt. Denn die meisten Menschen seien anständig. «Am liebsten hätten wir hier deshalb gar keine Verbote.»

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