Nach Bubikon: Weitere Gemeinde verbietet lautes Feuerwerk
In Hombrechtikon hat es sich ausgeböllert
Nur zwölf Stimmen machten den Unterschied. Nachdem in Bubikon noch vor dem 1. August lärmendes Feuerwerk verboten wurde, folgt mit Hombrechtikon nun die zweite Gemeinde im Kanton.
Feuerwerk ist ein emotionales Thema. Denn die Gefühle, welche die Explosionen am Nachthimmel in den Menschen wecken, gehen in völlig gegensätzliche Richtungen. Für manche ist das bunte und laute Spektakel ein Ausdruck von Tradition und Freude – für andere bloss unnötiger Lärm und Stress.
Dass es an der Hombrechtiker Gemeindeversammlung vom Mittwochabend zu hitzigen Diskussionen kommen würde, war deshalb fast schon programmiert. Traktandiert war eine Initiative, die ein ganzjähriges Verbot von lautem Feuerwerk forderte. 195 Stimmberechtigte fanden sich im Gemeindesaal zusammen.
FDP und SVP dagegen
Konkret verlangte die Einzelinitiative, die von Heidi Alder und acht weiteren Personen eingereicht wurde, dass die kommunale Polizeiordnung um den Satz «Das Abbrennen von lärmendem Feuerwerk ist verboten» ergänzt wird. Leises Feuerwerk wie Vulkane wäre vom Verbot nicht betroffen. Zudem soll es möglich sein, eine Bewilligung für besondere Anlässe einzuholen. «Das über Tage und Nächte andauernde Geböller ist keine Tradition», betonte die Initiantin vor der Versammlung.
Während der Gemeinderat die Ablehnung der Vorlage beantragte, unterstützte die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) das Anliegen. Ähnlich gingen auch die Meinungen der zahlreichen Votanten an diesem Abend auseinander.
Etwa meldeten sich die Vertreter der Ortsparteien gegen die Initiative zu Wort: So sprach SVP-Präsident Stephan Gafner von einer absurden «Verbotskultur», die im ganzen Kanton aus dem Ruder laufe. FDP-Vorstandsmitglied Christoph Krause gab zwar zu, dass der Feuerwerkslärm das «gute Mass» in den letzten Jahren manchmal überschritten habe. «Die Kontrolle und die Durchsetzung der Initiative wären jedoch fraglich.» Ein sinnvolles Verbot müsse deshalb kantonal geregelt werden.
«Kriegsgebiet» vor dem Fenster
Unter den Anwesenden befanden sich aber auch klare Befürworter eines Verbots. «Es ist jeweils ein Saulärm», sagte ein Votant. Er erhielt unterstützende Schilderungen von einer Hombrechtikerin, die im Zentrum wohnt: «Bei uns klappern die Fenster an Silvester», erzählte die Frau. Es höre sich an wie in einem Kriegsgebiet. «Unsere Hunde verkriechen sich aus Angst für mehrere Tage.»
Auch wenn einige Stimmberechtigte betonten, dass das Problem auch mit «Eigenverantwortung und Erziehung» anstelle eines Verbots angegangen werden könnte, vermochten die Argumente der Befürworter die Versammlung am Ende mehr zu überzeugen. Mit 99 zu 87 Stimmen wurde die Einzelinitiative knapp angenommen.
Damit wird Hombrechtikon die erste Gemeinde am Zürichsee und die zweite Gemeinde im Kanton Zürich sein, in der ein Verbot von lautem Feuerwerk in Kraft tritt. In der Nachbargemeinde Bubikon wurde eine Initiative mit gleichem Wortlaut vergangenen Juni von der Gemeindeversammlung gutgeheissen. In Meilen hatte ein ähnlicher Vorstoss im Dezember 2023 keinen Erfolg. Derweil gilt in zahlreichen Bündner Gemeinden, wie Davos und Laax, schon länger ein Feuerwerksverbot.
Strassenbeleuchtung wird ersetzt
Nachdem Gemeindepräsident Rainer Odermatt (FDP) die Vorlage für angenommen erklärt hatte, gab er anfangs irrtümlicherweise bekannt, dass die Umsetzung ab dem 1. Januar 2025 erfolgen würde.
Lauter Applaus und Lachen gingen durch die Reihen: Wohl hatten einige Gegner der Initiative gehofft, es am Silvester nochmals richtig krachen zu lassen. Der Gemeindepräsident stellte jedoch schnell richtig, dass die Umsetzung bereits nach Inkrafttreten der Versammlungsbeschlüsse erfolgen wird – also voraussichtlich Ende Oktober.
Neben der Initiative kam am Mittwoch auch ein zweites Geschäft zur Abstimmung. Der Gemeinderat beantragte einen Kredit von 910’000 Franken, um die Strassenlampen auf dem Gemeindegebiet auf LED-Technologie umzurüsten. Der Antrag wurde mit grossem Mehr angenommen.
