Velo-Mitfahrverein aus Wila will mit Podium auf sich aufmerksam machen
Ueli Mauer diskutiert im Tösstal
Velo fahren für einen guten Zweck – das tun die freiwilligen Fahrer des Vereins Win-Win. Eine Podiumsdiskussion mit prominenten Gästen – darunter Ueli Maurer – soll neue Fahrer und Spender anziehen.
Wer selbst nicht mehr Velo fahren kann, muss nicht auf den Fahrtwind verzichten. Der Verein Win-Win aus Wila bietet seit rund zehn Jahren Velo-Ausfahrten in speziell dafür angefertigten Fahrrädern mit Seitenwagen an.
Unter dem Titel «Mein Leben und der Sport» veranstaltet der Verein am Donnerstag ein Podium mit prominenten Gästen: Es diskutieren alt Bundesrat Ueli Maurer, Kletterprofi Anja Köhler aus Wila und der Sport-Kommunikationsfachmann und ZSC-Speaker Giovanni Marti aus Pfäffikon.
Herr Graf, Ihr Podium am Donnerstag dreht sich um das Thema Sport. Das hat auf den ersten Blick nicht viel mit Ihrem Vereinszweck zu tun. Weshalb genau dieses Thema?
Hansjörg Graf: Das hat durchaus etwas miteinander zu tun. Unser Verein hat zwar einen gemeinnützigen Zweck. Aber wenn unsere Fahrer Velo-Ausfahrten machen, treiben sie ja auch Sport, das ist nicht zu unterschätzen – deshalb auch unser Slogan «glänzigi Auge – strammi Wädli». Von daher steht uns der Sport sehr nahe.

Hansjörg Graf ist seit 2022 Präsident des Vereins Win-Win. Er ist gleichzeitig Fahrer und technischer Leiter des Vereins. Auch abseits des Velos ist der 71-Jährige sportbegeistert: Er ist Orientierungsläufer und präsidiert den Orientierungslauf-Verband des Kantons Zürich. (nos)
Sie schreiben, dass Sie den Verein damit auch bekannter machen wollen. Was erhoffen Sie sich davon?
Als Verein, der sich nur durch Spenden finanziert, sind wir auf Aufmerksamkeit angewiesen. Einerseits, damit wir Spenden gewinnen können. Erst kürzlich haben wir zum Beispiel zwei neue Velos angeschafft – das ist jedes Mal eine Investition. Andererseits sind wir auch immer wieder auf der Suche nach neuen freiwilligen Fahrern, da unsere bestehenden Fahrer alle nicht mehr ganz so jung sind.
Stichwort Nachwuchs: Viele Vereine kämpfen mit fehlendem Nachwuchs. Wie geht es Ihnen in dieser Hinsicht?
An und für sich sind wir bisher von Nachwuchsproblemen verschont geblieben und hatten immer wieder neue Mitglieder. Aber klar, unsere 30 Fahrer werden alle auch nicht jünger, der älteste aktive geht auch schon auf die 80 zu, der muss schon bald den Sitz wechseln (lacht).
Das Konzept mit den Velos und Seitenwagen ist einzigartig. Nehmen Sie uns mit in die Geschichte des Vereins. Wie kam es dazu?
Entstanden ist das Konzept aus der Begebenheit, dass Turi Manz aus Bauma mit seiner Mutter eine Ausfahrt machen wollte. Dafür war er auf der Suche nach einem Velo mit einer Art Seitenwagen. So etwas gab es aber nicht. Die Initianten des Vereins haben dieses Problem dann aufgenommen und zusammen mit einem Konstrukteur aus Wald die Seitenwagenvelos entwickelt und auch stetig verbessert.
Wer gehört zu den «Fahrgästen», mit denen Sie Velo-Spritztouren machen?
Mehrheitlich fahren wir für die Altersheime in Turbenthal, Rämismühle und Rikon. Zu unseren Fahrgästen gehören aber auch Bewohner des Gehörlosendorfs und Private. Das Angebot richtet sich an alle, die nicht mehr selbständig Velo fahren können – und die Gründe dafür können ja vielfältig sein.
Zurück zum Podium vom Donnerstag: Eingeladen sind illustre Gäste. Worüber wollen Sie sprechen?
Das haben wir – neben dem Titel, der ja bekannt ist – bewusst offengelassen. Unser Moderator Stefan Nägeli hat sozusagen «Carte blanche».
Hinweis: Die Podiumsdiskussion findet am Donnerstag um 19 Uhr im Eichhaldesaal in Wila statt. Türöffnung ist bereits um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, es gibt eine Kollekte für Verein.