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Einwasserungsverbot trifft Pfäffiker Segler hart

Am Greifensee sorgen Massnahmen gegen die invasive Muschel für Ärger bei den Segelclubs.

Die Reinigung und Einwasserung von Schiffen rückt mit der Entdeckung der Quaggamuschel im Zürichsee stark in den Fokus.

Foto: Sabine Rock

Einwasserungsverbot trifft Pfäffiker Segler hart

Invasion der Quaggamuschel

Der Segelclub am Pfäffikersee sagt seine Regatta ab – die Quaggamuschel macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Philippa Schmidt

Beim Segelclub am Pfäffikersee herrscht Bestürzung über die Massnahmen des Kantons wegen der Quaggamuschel. Der Verein muss wegen des Einwasserungsverbots seine Regatta am 28. September absagen. Zwar gibt es laut Präsident René Cermak wenige auswärtige Teilnehmer, aber das Einwasserungsverbot gelte auch für Boote auf Trockenplätzen.

«Dies betrifft Regattaboote und Jugendboote, die nie auf anderen Gewässern waren», sagt Cermak. Er bezeichnet die Massnahmen als unverhältnismässig und einschneidend für den Club. Besonders betroffen sei entsprechend die Förderung des Jugendsegelns, das aktuell nicht mehr stattfinden könne.

Reinigungs- und Meldepflicht

Kritisch gegenüber den Einwasserungsverboten am Pfäffiker- und am Greifensee zeigt sich auch Marc Oliver Knöpfel, Geschäftsführer von Swiss Sailing, dem nationalen olympischen Sportverband für alle windbetriebenen Wassersportarten. Er verstehe die ab Freitag umgesetzte Praxis am Greifen- und am Pfäffikersee überhaupt nicht. «Es gibt keine Grundlage respektive Notwendigkeit, dass beispielsweise Boote, welche ausschliesslich im Greifensee stationiert sind, nicht mehr eingewassert werden dürfen.»

Bezüglich des Zürichsees zeigt er sich optimistischer. «Für uns ist wichtig, dass wir weiterhin unseren Sport betreiben können», sagt Knöpfel. Man habe vom Kanton positive Signale bekommen, dass auswärtige Seglerinnen und Segler auch künftig auf dem Zürichsee Regatten fahren könnten – und umgekehrt. Mit dieser Aussicht sei ihm ein riesiger Stein vom Herzen gefallen.

Swiss Sailing sei aber auch bereit, einen Beitrag zu leisten, um die Verbreitung der Quaggamuschel im Zürichsee einzudämmen. Der Kanton Zürich – so habe er gehört – werde sich den Zentralschweizer Kantonen bezüglich der Umsetzung der Schiffsmelde- und Reinigungspflicht anschliessen. Knöpfel bezeichnet dies als gute Lösung, «weil für uns der Umweltschutz ein wichtiges Thema ist».

Kühlwassersysteme als Problem

Die Reinigung von Booten ist auch ein Thema in Knöpfels Heimclub, dem Segelclub Stäfa. Dieser plant am 21. September eine Regatta mit Booten der ICLA-Klasse, sogenannte Ein-Mann-Jollen. Regula Helbling, Präsidentin des Clubs, betont, dass man die Teilnehmenden darauf hinweisen werde, ihre Boote zu reinigen.

Ob es trotzdem zu Absagen für die von Seglern aus der ganzen Schweiz besuchten Regatta kommt, kann sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Helbling führt aber aus, dass die Regatta für Sportler, die teilnehmen wollten und könnten, auf jeden Fall stattfinden werde.

Sowohl Helbling als auch Knöpfel betonen, dass Jollen, die im Gegensatz zu den grösseren Segeljachten nicht im Wasser liegen, sondern an Stellplätzen auf dem Land lagern, gut auf Muscheln zu überprüfen seien. Laut Knöpfel könnten sich vor allem in den Kühlwassersystemen grösserer Booten Muscheln ansiedeln. Solche Boote würden aber kaum für Regatten ausgewassert, sondern blieben meist am gleichen Standort.

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