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Operette «Fledermaus» soll Loch in der Kasse verhindern

Bei der Operettenbühne Hombrechtikon waren die Ausgaben letztes Jahr höher als die Einnahmen.

Der Laienchor mit Personen aus der Region im Stück «Die Fledermaus», das am Samstag in Hombrechtikon Premiere hat.

Foto: Michael Trost

Operette «Fledermaus» soll Loch in der Kasse verhindern

Vor der Premiere in Hombrechtikon

Bei der Operettenbühne Hombrechtikon waren die Ausgaben letztes Jahr höher als die Einnahmen. Mit einem berühmten Stück und Einsparungen soll es besser werden.

Irina Kisseloff

Von draussen ist kein einziger Ton zu hören. Nichts deutet an diesem warmen Spätsommerabend darauf hin, was sich hinter der Eingangstür des nüchtern-modernen Gemeindesaals in Hombrechtikon verbirgt.

Beim Öffnen der Tür taucht man sogleich in eine andere Welt ein. Orchesterklänge, Operettenstimmen, farbenfrohe Kostüme, Bühnenlicht und 500 weinrote Plüschklappsessel in aufsteigender Anordnung: Bei der Operettenbühne Hombrechtikon (OHO) ist die Hauptprobe in vollem Gange.

Die OHO stellt jedes Jahr mit rund 100 Freiwilligen eine Operette auf die Beine. Dieses Jahr ist es «Die Fledermaus» von Johann Strauss. Die Sängerinnen und Sänger, die Tänzerinnen, das Orchester sowie die Verantwortlichen für Regie, Licht und Bühnentechnik sind jeweils Profis, der Chor setzt sich aus Laien aus der Region zusammen.

Verlust im letzten Jahr

Eine so grosse Produktion kostet. Jeweils einen Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich, trotz unzähliger ehrenamtlicher Arbeitsstunden. Letztes Jahr konnten die Eintritte der Besucherinnen und Besucher die Kosten nicht decken. Es entstand ein Verlust.

«Uns war klar, dass das dieses Jahr nicht mehr passieren darf», sagt Dieter Werner, der Präsident des Vereins Operettenbühne Hombrechtikon. «Wir suchten nach Möglichkeiten für höhere Einnahmen und für Einsparungen.»

Man sieht eine verkleidete Frau auf einem Stuhl und ein Mann der neben ihr steht und eine Kette schwingt.
Zwei der Profisänger in den Hauptrollen des Gabriel von Eisenstein und der Rosalinde von Eisenstein.

Deshalb sei die Wahl auf «Die Fledermaus» von Johann Strauss gefallen. Der Verein OHO verspricht sich vom berühmten Stück mehr Publikum. «Unser letztjähriges Stück ‹Orpheus in der Unterwelt› hatte hohe Produktionskosten und zu wenig Besuchende.»

Es sei «kein massentaugliches Stück» gewesen, sagte Werner im Frühling gegenüber dieser Redaktion und erklärte damals, die OHO müsse ihre personelle und finanzielle Basis wesentlich verbreitern, um langfristig bestehen zu können.

Bühnenelemente neu kombiniert

«Dieser Prozess ist angelaufen», sagt Werner kurz vor der Premiere vom 7. September. «Beim Stück selbst haben wir dort gespart, wo es möglich war, ohne die Qualität der Aufführung zu schmälern.» Beispielsweise wurde die letztjährige Bühne eingelagert: «So konnten wir die Elemente zu 90 Prozent für die neue Bühne wiederverwenden.»

Man sieht eine Frau in der Mitte und einen Mann rechts und links. Diese zeigen alle gegenseitig auf einander und singen dabei.
Die Bühne wurde neu konzipiert und gebaut – um Kosten zu sparen, mit den Elementen der Bühne vom letzten Jahr.

Und sie hätten keine neuen Kostüme dazugekauft, sondern bestehende umgearbeitet: «Unsere Kostümbildnerin hat unseren Fundus mit mehreren Tausend Kostümen durchforstet und daraus die 50 Kostüme für die Fledermaus zusammengestellt und individuell angepasst.»

Schminken hintereinander statt gleichzeitig

Beim Schminken wurden die zeitlichen Abläufe so verändert, dass hintereinander statt gleichzeitig geschminkt werden kann: «Dadurch haben wir nur zwei Maskenbildnerinnen benötigt.»

Man sieht einen Raum, indem die Schauspieler geschminkt werden.
Die Räume unter dem Gemeindesaal werden während einiger Wochen zu Maske und Garderobe.

Zurück auf der Bühne: Die Hauptprobe läuft – kleinere Zwischenfälle gibt es: Kurz bevor die Balletttänzerinnen ihren ersten Auftritt haben, ruft eine der Profitänzerinnen die Frage in den Saal, wer helfen könne: Das eine Band ihres Spitzenschuhs sei gerade gerissen.

Die freiwilligen Helferinnen sind sogleich zur Stelle, die Probe kann weitergehen. In der «Fledermaus» in Hombrechtikon gibt es mehrere Ballettszenen: «Wir wollten unter anderem unbedingt die bekannte Tritsch-Tratsch-Polka von Strauss als Tanzelement und für den Chor einbauen», erklärt Werner.

Eine Frau spielt den Prinzen

Das Stück lebt – wie Operetten im Allgemeinen – von den verschiedenen Bausteinen: komödiantische Dialoge, Solo- und Chorgesang sowie Tanzeinlagen. Eine Besonderheit ist die Figur des Prinzen Orlofsky. Er wird – so hat es Johann Strauss vorgesehen – durch eine Frau dargestellt. «Hosenrolle» heisst der Fachbegriff dazu: Eine Frau spielt im Stück einen Mann, trägt dabei Hosen und singt mit ihrer etwas tieferen Mezzosopranstimme.

Man sieht 3 Schauspieler, die gegenseitig aufeinander zeigen und dabei singen.
Im Stück «Die Fledermaus» wird die Rolle des Prinzen Orlofsky (Mitte) von einer Frau gespielt.

Stimmgewaltig sind alle Solistinnen und Solisten der OHO – aber auch die 20 Sängerinnen und Sänger des Chors sind es. Sie tragen festliche Kleider im Stil der damaligen Zeit und singen dieses Jahr zu zwei Jubiläen: Vor dreissig Jahren führte die OHO ihre erste Operette auf und vor 150 Jahren hatte Johann Strauss’ «Fledermaus» ihre Premiere.

«Die Fledermaus», Operettenbühne Hombrechtikon, Gemeindesaal Blatten, Hombrechtikon. 7. September bis 12. Oktober, Tickets von 45 bis 90 Franken auf operette-hombrechtikon.ch. Operettenrestaurant, Bar und Cafeteria vor Ort im Gemeindesaal.

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