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Gemeinsam anpacken heisst in Hittnau Dorffäscht

Diese engagierten Vereinsmitglieder machten das Dorffest nicht nur möglich, sondern zum Hit.

Am Dorffest in Hittnau war dank der vielen Vereine für alle etwas dabei.

Foto: Mel Giese Pérez

Gemeinsam anpacken heisst in Hittnau Dorffäscht

Zusammenhalt in der Gemeinde

Die Gemeinde hat ihr erstes Dorffest gefeiert. Dafür haben Vereine und Gewerbe gemeinsam ins Zeug gelegt und sind zu einer Einheit geworden.

Dieses Wochenende ging das einmalige Dorffest in Hittnau über die Bühne. Wieso einmalig? Erstens, weil es zum ersten Mal stattfand. Ob es eine weitere Ausgabe geben wird, ist sich niemand wirklich sicher.

Zweitens, weil es der Veloclub, der Gewerbeverein, der Turnverein und die Brass Band Musig Hittnau geschafft haben, ihre Kräfte für ein Dorffest der anderen Art zu vereinen.

Es waren viele Menschen, die diese Festivität ermöglicht haben. Aber vor allem haben sie sich in ihren Aufgaben so durchmischt, dass die Vereine fast schon fusioniert wirken. Und eine solche Fusion nennt sich in Hittnau Dorffäscht.

Velos nehmen die Strassen ein

Eine der Attraktionen war die Velo-Rally am Samstag. Die Teilnehmenden begaben sich mit dem Velo auf eine Schnitzeljagd durch ganz Hittnau und kamen dabei 38 Gewerben auf die Spur. Sozusagen eine Mischung zwischen Velotour und Gewerbeschau.

Die Hittnauerinnen und Hittnauer konnten auf zwei Rädern ihre Gewerbetreibenden kennenlernen, bei ihnen verweilen und etwas erleben. Ob Apéros, Spiele, Rätsel oder selber Smoothies herstellen – auf der Rally wurde es so schnell nicht langweilig.

«Wir hätten niemals gedacht, dass so viele Gewerbebetriebe mitmachen werden», sagt Patrick May, Vizepräsident des Gewerbevereins Hittnau. Viele Familien seien gleich mit den eigenen Velos gekommen. «Hittnau war dieses Wochenende sehr lebendig.»

Im Sinne der Inklusion gab es auch Rikschas, die die Besucherinnen und Besucher von Posten zu Posten kutschierten. Im Sattel sassen Mitgliedern des Veloclubs.

Drahtesel dominierten die Strassen Hittnaus – was auch ganz im Sinne der Attraktion «Zäme ufs Velo» war. Dahinter stecken die Organisatoren der Rad- und Para-Cycling-Strassen-Weltmeisterschaften.

Denn damit diese WM auch nachhaltig Menschen für das Rad gewinnt, werden sogenannte Begleitmassnahmen in den Gemeinden durchgeführt. Also ein Programm, das die WM zu mehr als nur einer Meisterschaft macht.

Erwin Flury hat die Co-Leitung dieser Massnahmen inne. Jedes Velofest sei anders und passe sich an den Ort an, meint er. Und wann wäre das in Hittnau besser geeignet gewesen als am Dorffest? «Dass sich hier viel vermischt, hat sich aus dieser Dynamik heraus ergeben», sagt Flury.

In Hittnau kenne man Radfahren als Leistungssport gut. Für das Dorffest habe man aber auf den Breitensport gesetzt, erklärt er weiter. So konnten sich die Besucherinnen und Besucher auf dem Pumptrack, auf einer künstlich angelegten Mountainbike-Strecke oder in einem Verkehrspark austoben.

Was wäre aber all dieses Velofahren, wenn man sich nicht auch mal im Biergarten tummeln könnte. Felix Jucker vom Turnverein hat sich um diesen Bereich gekümmert. «Ich wollte etwas Schönes erschaffen. Einen coolen Ort, wo man verweilen kann.»

Von der Küche direkt auf die Bühne

Am Sonntag hat der Turnverein mit «Die schnällste Hittnauer» sein eigenes Programm ins Dorffest integriert. Während des restlichen Wochenendes wurde mit angepackt. Wie etwa im Biergarten oder beim Galadinner.

Dort wuselten die Turnerinnen und Turner durch die langen Tischreihen und nahmen Getränkebestellungen der Gäste auf. Denn die Hittnauer Festgemeinde klang den Samstagabend mit einem Abendessen und zwei Konzerten in der Mehrzweckhalle Hermetsbüel aus: Es spielten die Brass Band Musig Hittnau, gefolgt von den Pianobrüdern Chris & Mike..

Neben ihrem eigenen Auftritt hat sich die Brass Band sich auch um die Musik am Freitag gekümmert. Co-Präsidentin Silvia Welti erzählt: «Wir haben die Bands für Freitag eingeladen und uns um die Infrastruktur gekümmert.» Ein Dorffest brauche immer Musik, und als Verein könne die Band einiges bieten.

Bis um halb drei Uhr morgens bauten deren Mitglieder die Technik nach dem musikalischen Start des Fests ab. Am nächsten Morgen standen sie wieder für die Vorbereitungen des Galadinners bereit.

Sie deckten die langen Tische und schmückten sie mit selbst gemachter Deko. Am Abend servierten sie auch gleich das Essen. Während die Gäste ihren Hauptgang genossen, machte sich die Brass Band bereit für die Bühne.

Alle brachten sich ein

«Jeder Verein hat sich bei diesem Fest gleichviel eingebracht und bei allem Möglichen mitgearbeitet», betont Mayara Fehr. Sie ist im Turnverein und hat am Dorffest viele Aufgaben übernommen – von der Festwirtschaft bis über das Marketing.

Zusammen mit Tarja Huber hat sie sich darum gekümmert, das Fest auf Social Media zu bewerben. «Wir haben das zuvor noch nie gemacht», gesteht sie. Doch hingekriegt haben es die beiden allemal.

Ihr persönliches Hightlight: Zu sehen, dass das Fest immer grösser wurde. «Es hat uns sehr gefreut, als sich im letzten Moment noch so viele Helferinnen und Helfer für eine Schicht eingetragen haben», sagt Fehr.

Zwei Jugendliche, im Hintergrund lange Tische mit Gästen.
Mayara Fehr und Tarja Huber haben sich um den Social-Media-Auftritt gekümmert und halfen auch in der Festwirtschaft mit.

Das Hittnauer Dorffest war aufwendig. Es sei auch eine Herausforderung gewesen, denn ein solches Fest habe noch nie stattgefunden, erklärt Patrick May. «Dafür hat alles sehr gut geklappt.»

Pia Wertheimer, Präsidentin des Veloclubs, schwärmt von der Zusammenarbeit, die sie am Fest erlebt hat. «Das war auch definitiv das Ziel: Dass man sich kennenlernt und etwas auf die Beine stellen kann.» Und dass das Fest ein Erfolg war, sieht man ihr an.

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