Wirte in Uster wussten von nichts – Informationsdebakel noch grösser
Verunreinigtes Trinkwasser
Die Restaurants in Uster reagierten sofort, als sie von der Verunreinigung des Trinkwassers erfuhren. Doch nicht alle wurden direkt benachrichtigt. Nun üben sie Kritik.
«Zum Glück trinken meine Gäste vor allem Bier und Wein», sagt Leng Ting. Sie ist Wirtin im Restaurant Hirschen in Nänikon. Die Ustermer Aussenwacht war eines der Gebiete, die von Donnerstag bis Montag mit verunreinigtem Trinkwasser zu kämpfen hatten. Von der Verunreinigung habe sie erst am späten Donnerstagabend von einem Nachbarn erfahren, sagt Ting – und sofort reagiert. «Wir haben das Wasser abgekocht, um den Salat und das Gemüse zu waschen.»
Zuvor war der Betrieb im «Hirschen» ganz normal weitergelaufen. Dies, obwohl die Stadt Uster bereits seit dem Vormittag von der Verunreinigung gewusst hatte. Einen Anruf oder ein Schreiben hat Ting nicht erhalten. «Das hätte ich mir schon gewünscht.»
Sonst hat sich im Betrieb nicht allzu viel geändert. Auch von den Gästen habe sie keine Reaktionen erhalten, sagt die Wirtin. Trotzdem stand auf den Toiletten vorübergehend wieder Desinfektionsmittel bereit. «Es hat sich ein bisschen angefühlt wie während Corona.»
