Wenn ihre Grosskinder im Bus schlafen, ist diese Seniorin glücklich
Unterwegs im Oberländer ÖV
Der Bus der Linie 875 ist beinahe leer. Als eine der wenigen Fahrgäste hat es sich Klara Köng auf einem der Sitze bequem gemacht. Sie pendelt mehrfach in der Woche von Langmatt nach Hinwil.
Mit einem leichten Lächeln in den Mundwinkeln sitzt Klara Köng im Bus der Linie 875. Sie wartet auf die Abfahrt des Busses vom Bahnhof Hinwil in Richtung Ringwil. Neben der 71-Jährigen hat ihr Hund Jack Platz genommen.
An diesem Freitagnachmittag ist es untypisch ruhig im Bus. «Normalerweise fahren auch Schulklassen und andere Gruppen mit», meint die Seniorin. Doch zurzeit sind Sommerferien. Heute ist Köng auf dem Nachhauseweg. In Hinwil machte sie zuvor wegen eines Kaffees einen kurzen Abstecher im Steiner-Beck.
Die 71-Jährige kennt die Region in- und auswendig. Ihre Kindheit verbrachte sie im Zentrum von Hinwil auf einem Bauernhof. Vor gut 32 Jahren zügelte sie mit der Familie mitsamt Bauernhof weg vom Zentrum nach Langmatt – etwas ausserhalb von Girenbad. Dort wohnt sie noch heute mit ihrem 83-jährigen Mann. Den Hof hat das Ehepaar mittlerweile dem Sohn übergeben.
Mit dem Bus zur Migros
Die Fahrt vom Hinwiler Bahnhof nach Hause dauert lediglich sieben Minuten. Die Haltestelle Langmatt ist etwas höher gelegen – mit bester Sicht auf Hinwil. «Ich bin meistens mit dem Bus unterwegs, auch wenn er nur stündlich fährt», erklärt Köng. Sie benutzt den öffentlichen Verkehr meist für alltägliche Dinge.
Auf der Buslinie gebe es neben einem Dorfladen lediglich ein Lebensmittelgeschäft bei der Station Gstalden. Dort macht sie deshalb regelmässig Halt. «Wenn ich einkaufen gehe, habe ich jeweils eine halbe Stunde Zeit, bis der Bus wieder abfährt. Das geht wunderbar auf», meint die 71-Jährige.
Gesellschaft für die Busfahrt
Kurz vor der Abfahrt um 14.02 Uhr steigt eine weitere Person in den Bus ein. Klara Köng kennt die zugestiegene Edith Beyeler gut. Früher ging Beyeler auf dem Hof von Köng Esel reiten. «Magst du dich noch daran erinnern?», fragt Köng. Beyeler lächelt und meint: «Natürlich, ich habe euch sehr gerne besucht.»
Der Buschauffeur startet den Motor und setzt zur Fahrt an. Erst führt der Weg zwischen den Hinwiler Häusern hindurch, doch schon bald ist der Ausblick von grüner Landschaft geprägt. Regelmässig schnellt der Bus an Bäumen und kleinen Wäldern vorbei.
Schlafen im Bus
Klara Köng ist mittlerweile mehrfache Grossmutter. Mit ihren neun Grosskindern – das älteste 14-jährig und das jüngste 5-jährig – unternimmt sie gerne Ausflüge. Immer wieder gehen sie auch in einen Zoo. «Auf der Rückfahrt schlafen einzelne Grosskinder dann regelmässig ein. Das ist etwas Schönes», sagt Köng.
Wie auch sonst bei Köngs Fahrten nach Hause hält der Bus heute auf der Strasse der Haltestelle Langmatt. Hier müssen die beiden Frauen und Jack, der Hund von Klara Köng, aussteigen. Als der Bus davonfährt, winken sie noch eine Weile hinterher.
In der fünfteiligen Serie «Unterwegs im Oberländer ÖV» lassen wir Passagiere im Oberland ihre Geschichten erzählen. Sie verraten uns, wohin sie gehen, von wo sie kommen oder was sie an Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln schätzen.
Unterwegs im Oberländer ÖV – Teil 1 im Zug