Er bringt die Street Parade nach Uster
Nach der Street Parade ist vor dem Pan Tau
Am 10. August findet die grösste Technoparade der Welt statt: die Zürcher Street Parade. Auch das Oberland soll ein Stück vom Partykuchen abbekommen. Dafür sorgt Daniel Buchschacher aus Egg.
«Die Street Parade ist weltweit bekannt», sagt Daniel Buchschacher aus Egg, Vereinspräsident des Open-Air-Festivals Pan Tau. «Im Oberland leben rund 600’000 Menschen des Kantons, die sollen auch was davon haben.» Deshalb wird unter Buchschachers Hand eine neue Afterparty geboren, die am 10. August nach der Parade ums Zürcher Seebecken die Feier weiterführen soll – in Uster.
Ab 18 Uhr und bis Sonntagmittag um 14 Uhr wird das Open-Air-Festival auf der Hirzerenweid, neben der Autobahneinfahrt Uster West, andauern.
«Die ganze Nacht lang feiern wir gemeinsam zu verschiedenen elektronischen Musikrichtungen wie Minimal-Techno, Progressive und Psytrance. Es wird eine Veranstaltung für junge Erwachsene und alte Kinder, die frei sein wollen», prophezeit der 48-jährige Organisator.
Verpflegung und Getränke, Stände mit Kleidung, Schmuck und Deko-Artikeln und Chill-Areas sollen die maximal 2500 Gäste vom Samstagabend durchgehend bis zum Sonntagmittag einladen.
«Es ist das erste, aber hoffentlich nicht letzte Mal», sagt er in Vorfreude auf seine Veranstaltung.
Alte Gesichter mit neuen Ideen
Zwar hält das Pan Tau Festival zum ersten Mal Einzug auf der Hirzerenweid, doch ist der 48-Jährige kein unbekanntes Gesicht. Denn bereits vor zwölf Jahren veranstaltete er dort ein Festival, das Mother of Nature, das einmal stattfand. «Es war mein Festivalabschluss, denn für mich war klar, danach sollte erst einmal Schluss sein», sagt Buchschacher.
Zuvor hatte er rund elf Jahre lang Partys mitveranstaltet und unterstützt, so unter anderem Earth Dance und Phoenix – und auch beim ersten Burning Man legte der Egger mit Hand an.
Umso mehr freut er sich, am selben Standort nun erneut eine Veranstaltung durchführen zu können. Nun wieder ein Festival auf die Beine zu stellen, und das auch noch im Oberland, seiner Wahlheimat, ist ihm eine Herzensangelegenheit. In der Region, mit der Region und für die Region – das ist seine Idee. «Gute Partys darf es nicht nur in Zürich geben.»
Das Pan Tau sei ein neues Projekt mit Ideen, die bisher nur auf gute Rückmeldungen gestossen seien. Im April ist er mit seinem Konzept ins Stadthaus Uster gegangen, das dort auf offene Ohren stiess: «Die Stadt hat sehr gut mitgemacht und uns für das Festivalkonzept gelobt.» Seither laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren –am 3. August starteten die finalen Aufbauarbeiten auf dem Gelände.


Dabei ist es ihm besonders wichtig, eine äusserst gute Zusammenarbeit mit lokalen Firmen, den Mitarbeitenden und allen behördlichen Instanzen wie Stadt und Polizei, aber auch mit den Anwohnenden zu pflegen. Eine Konsequenz, die nicht von ungefähr herrührt.
Einen Schritt zurück, den Blick voraus
«Am Mother Nature vor zwölf Jahren hatten wir leider knapp 50 Lärmklagen aus Gutenswil», erzählt er. Damals hatte man eine alte Musikanlage genutzt, die auch noch direkt nach Gutenswil rüberschallte. «Wir wussten es nicht besser. Heute ist das anders.»
In den Jahren, in denen er sich aus der Rolle des Veranstalters zurückzog, wollte er als Zuschauer lernen, was es wirklich für ein rundum erfolgreiches Festival braucht. «Ich wollte die Szene aus der Sicht des Gastes betrachten und schauen, wo es noch Mankos gibt, was man verbessern kann.»
Dafür investierte er gemeinsam mit weiteren Veranstaltern jede Menge Zeit, Kraft und Leidenschaft, um das Pan Tau Festival auf die Beine zu stellen – neben seinem 100-Prozent-Job als Vorarbeiter.
Mit Jürg Schmid und René Hochstrasser hat Buchschacher Veranstaltungsprofis an seiner Seite – auch in puncto Sound und Licht holt er sich einen Spezialisten ins Partyboot: «Im Gegensatz zu vor zwölf Jahren haben wir eine extrem gute und moderne Musikanlage, die konzentriert ausgerichtet ist.» Damit sollte der Lärm der Veranstaltung, welche die ganze Nacht andauert, minimiert werden.
Alles soll für alle stimmen
«Sollte sich dennoch jemand von der Musik oder anderweitig gestört fühlen, kann man mich und auch die Stadtpolizei Uster die ganze Nacht über anrufen», beteuert Buchschacher. «Wir wollen keine Exzesse, keinen Abfall in den Schrebergärten und keine gestörten Anwohner.» Deshalb hat er über 15’000 Briefe in den umliegenden Wohngebieten verteilt, die auf das Festival aufmerksam machen und zum freien Eintritt einladen.
Vor Ort werde laufend kontrolliert, ob sich die Musik im Rahmen der Ausnahmebewilligung bewege, bestätigt auch Andreas Baumgartner, Kommandant der Stadtpolizei Uster. «Die Stadtpolizei wird dauerhaft mit der Gesamteinsatzleitung und der Einsatzleitung Front sowie uniformierten und zivilen Patrouillen vor Ort sein», so Baumgartner.
Dass alles glattläuft und die Veranstaltung für alle ein Gewinn ist, ist Buchschacher äusserst wichtig. Mitarbeitende werden für ihre Einsätze bezahlt, das Areal ist auch für Personen mit Beeinträchtigung barrierefrei zugänglich, und es wird vor Ort recycelt. Am Pan Tau soll alles stimmen: für die Anwohnenden, für die Gäste, für die Umwelt, für das Oberland. Und ganz nebenbei auch noch für einen guten Zweck.
Zwischen Wohltätigkeit und Gewinn
Das Pan Tau Festival soll nicht nur eine Party und eine Afterparty zur weltberühmten Street Parade für Menschen in der Region sein, sondern auch einem guten Zweck dienen. Deshalb werden 10 Franken von jedem Eintritt an die Sternschnuppe Zürich gespendet, eine Organisation, die sich für kranke und beeinträchtigte Kinder einsetzt.
«Den Check werden wir am Sonntagmittag nach Festivalende überreichen – und damit ein hoffentlich erfolgreiches Festival beenden.»
Ob das Pan Tau nach der ersten Durchführung bereits erfolgreich sein wird, wird sich zeigen – aber um Profit geht es Buchschacher nicht. «Wenn wir mit einer schwarzen Null rauskommen, nachdem alles bezahlt ist, bin ich froh.»
Unterstützt wird er von Investoren – sollte das Festival nicht rentieren, muss er die Kosten nicht aus eigener Tasche übernehmen. Etwaige Gewinne würden in die Vereinskasse fliessen, die er für weitere Projekte einsetzen will.
Infos zum Festival
Tickets für das Pan Tau Festival können online unter pantau.ch oder an der Abendkasse vor Ort bezogen werden. Die Tickets sind online aktuell für 70 Franken erhältlich. Ab Bahnhof Uster gibt es einen Shuttlebus (Rückweg kostenpflichtig), Parkplätze (kostenpflichtig) sind neben dem Festivalgelände verfügbar.
Auf dem Festival gilt die One-Way-Policy: Wer einmal drin ist, darf nicht mehr raus (abgesehen von Ausnahmesituationen). Damit will Buchschacher verhindern, dass Besucher vor dem Gelände Alkohol konsumieren oder die angrenzenden Grundstücke verunreinigen.