Biker-Verein braucht Geld, weil Regen dem Bachtel-Trail zusetzt
Instandsetzung notwendig
Bisher haben die Mitglieder des Vereins Bachtel-Biker den Bike-Trail instand gehalten. Die Schäden sind aber so gross, dass sie jetzt auf fremde Hilfe angewiesen sind.
Tiefe Rinnen ziehen sich momentan durch den lehmigen Boden eines Abschnitts des Bike-Trails vom Bachtel. Betroffen ist eine Stelle in einem Waldstück rund 300 bis 400 Meter unterhalb des Startpunkts auf der Bergspitze. «Die Strecke ist ausgefahren», zeigt sich Renato Peterhans, Vorstandsmitglied im Verein Bachtel-Biker, besorgt.
Dem Verein haben es die Bikerinnen und Biker überhaupt zu verdanken, dass sie sich seit 2018 auf einem offiziellen Trail den Bachtel hinunterstürzen können. Die Bachtel-Biker setzten sich damals dafür ein, dass die Strecke im Richtplan eingetragen wurde. Und sie waren es auch, die den schmalen Singletrail für fortgeschrittene Radsportler stets instand gehalten haben.

Ausgerüstet mit Schaufeln oder Scheren, haben sie dafür gesorgt, dass die Regenabflüsse intakt waren und die Strecke von Sträuchern oder Ästen befreit war. «Manchmal mussten wir auch Bäume wegräumen, wenn der Wind zu stark gewütet hatte», erzählt Peterhans.
Besonders steile Stelle betroffen
Doch nun kommen auch die eifrigsten Freiwilligen nicht mehr weiter. Insgesamt ist der Trail zwar in einem guten Zustand, doch das Regenwetter in den vergangenen Wochen hat einem besonders steilen Abschnitt so stark zugesetzt, dass der Verein auf professionelle Hilfe angewiesen ist. «Wegen des Lehms geht es nicht mehr mit reiner Muskelkraft», sagt Peterhans.
Darum soll nun eine auf Trail-Bau spezialisierte Firma mit einem Bagger die nötigen Anpassungen vornehmen. «Für Laien ist die Arbeit bei diesem Gefälle zu gefährlich», sagt Peterhans. Die Zufahrt für das schwere Gerät sei indes kein Problem und über Kieswege in der Nähe möglich.
Dank den Arbeiten sollen nicht nur die Bikerinnen und Biker künftig wieder sicher durch den Wald fahren können, sondern auch Schäden am umliegenden Land verhindert werden. Solche können durch herunterlaufendes Wasser entstehen. «Wir wollen, dass der Trail den Förstern und Landbesitzern nicht schadet.» Man sei auf ein gutes Einvernehmen angewiesen.
Finanzierung angestossen
Noch gibt es aber ein entscheidendes Problem: das Geld. Den Bachtel-Bikern fehlen die Mittel, um die Instandsetzung zu finanzieren. Zwar hat die Gemeinde Hinwil bereits 20’000 Franken an das Projekt beigesteuert – «ein grosszügiger Betrag», wie Peterhans findet. Doch der Verein rechnet mit Kosten in Höhe von etwa 30’000 Franken.
Peterhans lässt durchblicken, dass er sich schon früher Unterstützung durch die Gemeinde gewünscht hätte – vor allem in der Entstehungsphase des Trails. «Wir haben für sie schliesslich das Problem des ewigen Konflikts zwischen Bikern und Wanderern gelöst, indem wir den Weg haben eintragen lassen.»
Die finanzielle Lücke soll jetzt ein Crowdfunding schliessen, das seit einigen Tagen läuft. Bisher sind bereits knapp 5000 Franken (Stand: Mittwoch) zusammengekommen. Rund 7000 Franken würden schon ausreichen, um die Bauarbeiten zu starten.
Peterhans hofft aber auf einen höheren Betrag. Einerseits, um sich gegen unvorhergesehene Kosten abzusichern, andererseits, um eine Reserve für zusätzliche Arbeiten anzulegen.
Keine Alternativrouten
Sollte die Finanzierung nicht gelingen, würden die Vereinsmitglieder trotzdem versuchen, die dringlichsten Arbeiten auf eigene Faust umzusetzen. Denn der Trail sei im aktuellen Zustand für nicht geübte Biker gefährlich, meint Peterhans. Man könne sich die Situation durch die entstandenen Rinnen ähnlich vorstellen wie bei einem Tramgleis. Gerät man unkontrolliert hinein, kann es zu Stürzen kommen.
Der erfahrene Biker rät deshalb für den Moment allen Nutzern des Bachtel-Trails, die Fahrt dem eigenen Können anzupassen und nicht übers Limit hinauszugehen. «An den heiklen Stellen ist es sinnvoll, wenn unerfahrene Biker absteigen und das Velo stossen.»
Und er betont nochmals, was eigentlich sowieso immer gilt: Auf keinen Fall sollen die Bikerinnen und Biker den Trail verlassen. «Darauf sind wir angewiesen.» Entstehen neue Wege abseits des offiziellen Trails, kann dies für Konflikte mit Landbesitzern oder dem Förster sorgen. Auch wenn die Strecke matschig ist, soll man sich keine alternative Route durch den Wald suchen.
Das Crowdfunding für die Instandsetzung des Bachtel-Trails läuft noch bis Ende August. Weitere Informationen unter lokalhelden.ch/bachtel-trail.