Von Füchsen, Wölfen und Bären – oder auch nicht
Kuriose Ortsnamen
Nicht neu, aber trotzdem immer wieder interessant: Ortsbezeichnungen im Oberland. Heute mit tierischen Flurnamen.
Plätzchen, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen können, gibt es im Oberland viele. Der prominenteste ist wohl der Hasenstrick in Dürnten mit dem gleichnamigen Gasthof. Wie dem Portal der schweizerischen Ortsnamenforschung zu entnehmen ist, wurde der Ort erstmals im 16. Jahrhundert als «Pfad, an dem sich Hasen aufhielten» bezeichnet. «Strick» ist denn auch ein Begriff, der Pfad oder Weg bedeutet.
Hasen sind, oder waren zumindest, in der Region weit verbreitet. Vom Hasenlauf in Bubikon über den Hasenacher in Fehraltorf bis hin zum Hasenbüel in Uster wurden manche Orte nach den hoppelnden Tierchen benannt.
Der passende Fuchs dazu findet sich ebenfalls breit gestreut – oft mit dem passenden «Büel», also auf einer kleinen Erhöhung. Solche Hügel findet man etwa in Hittnau, Dübendorf, Uster oder Bubikon.


Kleine Tierchen finden ebenfalls Niederschlag in den lokalen Strassennamen: Zum ersten Mal 1838 erwähnt, wies die Flurbezeichnung Schneckenstrasse in Wetzikon auf ein lokales, gehäuftes Vorkommen von Schnecken hin.
Dass auch der Wolf früher zahlreich durch das Oberland gestreift ist, kann man Ortsbezeichnungen wie etwa «Wolfgalgen» in Maur entnehmen. Der Name der bestimmten Falle für Wölfe fand in diversen Zürcher Gemeinden Niederschlag.
Der mit den Bärenkräften waltende
Nicht immer versteckt sich hinter dem Tiernamen aber tatsächlich der vermutete Vierbeiner. Bleiben wir in der Gemeinde Maur: Nicht einmal ein Kilometer vom Wolfgalgen entfernt befindet sich ein Haus am Berghang, das den Namen Wölferen trägt. Dieses Mal stammt die Bezeichnung gemäss dem Portal der schweizerischen Ortsnamenforschung aber von einer Person namens Wölfli oder Wolf, die dort wohnte.
Dasselbe gilt für den Wolf in «Wolfhausen». Hier soll es ein Mann namens Wolfo gewesen sein, der dem Bubiker Ortsteil seinen Namen gab.
Auch der vermeintliche Bär in der Gemeinde Bäretswil entpuppt sich als Mensch. Wie der Website der Politischen Gemeinde zu entnehmen ist, wurde das Dorf 741 Jahre nach Christus das erste Mal in einer Urkunde als Berofovilare und 745 als Berolfeswilari erwähnt. Bäretswil bedeutet somit Weiler des Berolf oder des Berolt. Zugegeben: Berolf bedeutet Bärwolf und Berolt ist «der mit Bärenkräften waltende».
Mit diesem Hintergrund ist es auch kein Wunder, dass man in Fischenthal das Leutobel findet, wo einst eine Familie Leu gewohnt hat. Bei den meisten Schlangenwegen wiederum, die man etwa in Uster oder in Dürnten findet, gibt es Entwarnung für alle mit einer Schlangenphobie: So ist es der geschlängelte Verlauf des Wegs, der ihm diesen Namen gab.
Serie kuriose Ortsnamen
Eine Zürcher- oder Usterstrasse weist den Weg zur genannten Stadt, von der Tödi- oder Mythenstrasse aus ist der jeweilige Berg zu sehen. Doch nicht immer verhält es sich mit der Benennung so einfach. Ein Blick auf Oberländer Orts- und Strassennamen – immer mit dem nötigen Augenzwinkern.
Bisher erschienen:
– Ein 1250-Jahr-Jubiläum, das gar keines ist
– Big Apple in Rüti und Perle des Mittelmeers in Wald