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Illegal deponierter Abfall hält Polizei Region Pfäffikon auf Trab

Aus den Augen, aus dem Sinn – so handhaben es einige mit ihrem Abfall. Die Polizei will die Sünder nun für das Problem sensibilisieren. Mal wieder.

Ein Bild, das die Polizei Region Pfäffikon immer häufiger antrifft: illegal entsorgter Abfall.

Foto: Polizei Region Pfäffikon

Illegal deponierter Abfall hält Polizei Region Pfäffikon auf Trab

Fuchs als Juniordetektiv

Die Polizei Region Pfäffikon stellte zuletzt eine Häufung von illegal entsorgtem Abfall fest. Obwohl manche Fälle zum Schmunzeln sind, will sie die Bevölkerung für das Problem sensibilisieren.

Als Peter Andenmatten von der Polizei Region Pfäffikon kürzlich zu einem Routinefall ausrückte, staunte er nicht schlecht. Wieder einmal hatte jemand in Fehraltorf seinen Abfall einfach am Strassenrand statt im dafür vorgesehenen Container entsorgt.

«Es war eine Riesensauerei», erzählt Andenmatten. Doch in der Mitte lag – fast wie auf dem Präsentierteller – eine Rechnung. «Ich musste die Adresse der verantwortlichen Person nur noch ablesen», erzählt der Polizist und lacht.

Porträtfoto eines Mannes mit Hemd.
Peter Andenmatten von der Polizei Region Pfäffikon muss sich immer wieder mit Abfallsündern herumschlagen. (Archiv)

Die Detektivarbeit hatte bereits ein vierbeiniger Hilfspolizist erledigt. «Es war wohl ein Fuchs», mutmasst Andenmatten. Bereits am Vorabend habe er die Meldung über einen am Strassenrand illegal deponierten 35-Liter-Abfallsack erhalten. Über Nacht hatte das Tier den Abfallsack vermutlich einige Meter weiter in eine Wiese geschleift – und dort zerlegt.

Zwei Täterinnen ermittelt

Nicht immer eilen der Kommunalpolizei in solchen Fällen allerdings vierbeinige Waldbewohner zu Hilfe. Im Normalfall müssen die Polizisten eigenständig ermitteln, wenn irgendwo auf öffentlichem oder privatem Grund Abfall deponiert wurde. Allerdings werden sie normalerweise erst von den Gemeindewerken herbeigezogen. Sie sind für die Entsorgung von illegalem Müll zuständig und melden sich erst bei der Polizei, wenn konkrete Hinweise auf die Verursacher vorliegen.

So wie in zwei weiteren Fällen in Fehraltorf, bei denen die Polizei Region Pfäffikon vor Kurzem ebenfalls erfolgreich war. Sie konnte zwei Täterinnen ermitteln, die praktisch am selben Ort und kurz nacheinander neben einem Altglascontainer ausgedienten Hausrat illegal entsorgt hatten.

Beide Frauen hätten ihr Vergehen bereits gestanden, schreibt die Polizei in einer Mitteilung. Sie seien beim Statthalteramt Bezirk Pfäffikon angezeigt worden. Das Amt wird nun die Höhe der Busse festlegen.

Die Polizei betont, dass es sich dabei explizit nicht um Littering, sondern um schwerwiegendere Fälle handelt. Littering ist zwar ebenfalls verboten, doch die Bussen sind tiefer angesetzt. Für die Verunreinigung von öffentlichem Grund droht eine Busse von 150 Franken. Doppelt so teuer wird es, wenn Naturschutzgebiete oder landwirtschaftlich genutzte Flächen verunreinigt werden.

Zunahme an Fällen

Aufmerksam auf die genannten Fälle macht die Polizei Region Pfäffikon, weil sie in den vergangenen Wochen in ihrem Zuständigkeitsgebiet, den Gemeinden Fehraltorf, Russikon und Pfäffikon, eine Häufung von illegal entsorgtem Abfall festgestellt hat. Oftmals werde der illegale Abfall direkt bei öffentlichen und privaten Sammelstellen oder bei Glascontainern deponiert.

Genaue Zahlen möchte Peter Andenmatten nicht nennen. Dasselbe gilt für die Werke Fehraltorf. Aber auch dort hat man eine ähnliche Entwicklung festgestellt. «In den vergangenen Jahren gab es eine stetige Zunahme», erklärt Samuel Spahr, stellvertretender Bereichsleiter Infrastruktur.

Entsorgung wäre kostenlos

Die Polizei und auch die Werke versuchen deshalb, die Bevölkerung für das Problem zu sensibilisieren. Überlegungen bei der Gemeinde für eine Kampagne würden stattfinden, sagt Spahr.

Denn oftmals wüssten die Abfallsünder nicht, dass sie ihren illegal entsorgten Müll sogar kostenlos in die dafür vorgesehene Sperrmüll-Sammelstelle hätten bringen können, sagt der Gemeindemitarbeiter. «Das ist tragisch.»

Ein Fall sei ihm besonders in Erinnerung geblieben. Er habe einen Mann in flagranti dabei erwischt, wie er Abfall habe illegal deponieren wollen. Gemeinsam hätten sie dann den Inhalt des Plastiksacks angeschaut. «Das Einzige, was er nicht hätte gratis entsorgen können, war der Plastiksack, in dem der Abfall drin war», erzählt Spahr und lacht. Seither gehe der Mann regelmässig zur Sammelstelle.

Gefährlich und schädlich

Die Bandbreite der illegal entsorgten Gegenstände ist gross. Sie reicht von achtlos auf Felder geworfenen – und für Kühe gefährlichen – Aludosen bis zu Möbeln, Teppichen oder Elektrogeräten. «Wir haben schon ganze Schuttberge entdeckt», erzählt Kommunalpolizist Peter Andenmatten. Illegal entsorgter Abfall schade dabei nicht nur der Umwelt, sondern es sei auch unfair gegenüber allen anderen Personen, die ihren Müll korrekt entsorgten.

Präventive Massnahmen seien schwierig, sagt Andenmatten. Er hält darum die Bevölkerung dazu an, sich zu melden, sollte jemand einen Vorfall beobachten. Und Samuel Spahr appelliert an die Vernunft der Bevölkerung. Gerade im Sommer, wenn auch mal ein öffentlicher Mülleimer voll sein könne, solle man doch den mitgebrachten Abfall wieder mitnehmen und zu Hause entsorgen.

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