Badi Pfäffikon soll wieder länger öffnen und billiger werden
Petition von Besucherin
Für einige Besucher der Badi am See in Pfäffikon hat sich das Angebot zuletzt verschlechtert. Nun wollen sie sich dagegen wehren.
Seit 25 Jahren – also im Grunde seit der Wiedereröffnung der Pfäffiker Badi am See – ist Ingrid Wild aus Uster Stammgast. «Mein Bruder wohnte lange in Pfäffikon, wir sind oft mit den Kindern hierher, und seit meiner Pensionierung bin ich im Sommer täglich da», sagt die 66-Jährige. Die Badi am See ist ihre Lieblingsbadi. Auch treffe sie hier regelmässig Freunde.
Das könnte sich nun aber ändern: Denn seit diesem Jahr habe es laut Wild einen extremen Abbau gegeben. «Mit dem Austritt aus dem Bade(s)pass und der Ausrangierung der Saisonparkkarte wird die Badi einfach zu teuer», sagt sie. Ausserdem seien die gekürzten Öffnungszeiten vom Restaurant und die Abschaffung der längeren Öffnungszeiten für Sonnenuntergänge bei schönem Wetter ein weiterer Minuspunkt.
Deshalb hat sie jetzt gehandelt und eine Online-Petition erstellt, die sich an Gemeindepräsident Marco Hirzel (parteilos) richtet. Denn die Gemeinde Pfäffikon ist Besitzerin der Badi.
Weniger Besucher
Seit Montag sind bereits 380 (Stand Sonntag 14 Uhr) digitale Unterschriften für die Petition eingegangen. «Ich war total überrascht darüber», so Wild. Das freut sie – denn ihr Anliegen ist ihr wichtig.
In der Petition fordert sie vier Anpassungen: die Verlängerung der Öffnungszeiten für den Sonnenuntergang an allen schönen Tagen (nicht nur freitags und samstags), angepasste Restaurantzeiten für die warme Küche, eine Erwägung der Wiedereinführung der Saisonparkkarte und keine weiteren Preisaufschläge in Form von Kürzungen oder Streichungen.
«Ich verstehe, dass es Veränderungen gibt, die manchmal nicht allen passen», sagt Wild. Aber mit einem Tageseintritt von 9 Franken befinde sich die Badi im oberen Preissegment. Wolle man öfter kommen, müsse man sich wegen des Austritts aus dem Bade(s)pass, der für 105 Franken den Eintritt in 15 Oberländer Badis ermöglichte, nun eine Saisonkarte kaufen und könne dann nur in die Badi Pfäffikon. Für Einheimische kostet diese Saisonkarte 80 Franken, für Auswärtige 100 Franken.
«Hinzu kommen die kürzeren Öffnungszeiten und die Streichung der längeren Öffnungszeiten, um den Sonnenuntergang zu geniessen», sagt sie. «Wenn das so weitergeht, kommt bald niemand mehr.»
Für die einen Öffnungszeiten, für die anderen Preispolitik
Mit dieser Meinung ist sie nicht allein, wie ein Besuch in der Badi am Donnerstagvormittag zeigt. Auch andere Badi-Besucher bedauern die Anpassungen. «Am Wochenende wäre ich gerne länger in der Badi», sagt etwa Katja Trier aus Effretikon.
Auch Monika Triponez aus Hinwil stört sich an der aktuellen Entwicklung – weniger aber an den Öffnungszeiten und mehr an der Preispolitik. «Wir gehen oft am Morgen schwimmen und können uns mit den Zeiten anpassen. Wir finden es einfach schade, dass die Preise angestiegen sind und es keine Parkkarte mehr gibt», sagt die 83-Jährige. Dabei sei es so eine schöne, saubere Badi, in die sie sehr gerne geht. Auch das Personal sei äusserst freundlich.
Die Schliessung des Restaurants für eine Stunde über Mittag und die Einschränkung der warmen Küche verärgern Ursula Schena aus Volketswil: «Die Leute müssen sich am Abend entscheiden, ob sie lieber baden oder essen gehen.»
Ein Geschenk der Mitarbeiter
Auf Nachfrage bestätigt Gemeindepräsident Hirzel, dass es in den letzten Jahren einige Anpassungen gegeben hätte. Auf diese Saison ist man aus dem Bade(s)pass ausgetreten: «Der Pass ist einfach zu günstig für das, was wir in unserer Badi bieten», sagt er.
Dass die Einschränkung der warmen Küche und die Streichung der längeren Öffnungszeiten für Sonnenuntergänge nicht alle erfreut, wundert ihn nicht. Aber es sei schwer, auf diese Bedürfnisse einzugehen und gleichzeitig entsprechendes Personal zu finden: «Die längeren Öffnungszeiten, um den Sonnenuntergang zu schauen, waren quasi ein Geschenk der jeweiligen Mitarbeiter, die freiwillig länger gearbeitet haben», sagt er.

Grosse Bestellmengen
Das reduzierte Restaurantangebot sei auf personelle Richtlinien und grosse Bestellmengen zurückzuführen: Heute ist es so, dass Bestellungen bis 18.30 Uhr, Freitag und Samstag bis 19.15 Uhr möglich sind. «Bis grosse Bestellungen ausgegeben werden können, kann es länger dauern – das Areal schliesst um 20 Uhr», so Hirzel. Die Bestellzeiten würden aber nur für die warme Küche gelten. «Sandwich, Birchermüsli und Salate sind durchwegs bis 20 Uhr im Verkauf.»
Die Saisonparkkarte sei von Anfang an zu günstig gewesen, weshalb diese nun abgeschafft wurde. «Mit 5 Franken pro Tag bewegen wir uns in einem normalen Bereich», sagt er. «2025 kommt aber sowieso ein einheitliches Parkierungssystem, das im Rahmen des ‹Konzepts Mobilität & Umwelt Pfäffikersee› eingeführt wird.» Man könne also damit rechnen, dass die Stundentarife sogar noch steigen werden.
Pfäffiker Badi für Pfäffikon
Dass das für auswärtige Besucher vielleicht teuer ist, versteht Hirzel. «Die Badi Pfäffikon wird aber von Pfäffikerinnen und Pfäffikern über ihre Steuern mitfinanziert – und soll damit in erster Linie auch für sie sein.» Man wolle mit der Parkplatzpolitik ausserdem die autofreie Anreise fördern – was für Ansässige wiederum weniger mühsam sein sollte.
Zu etwaig angepassten Öffnungszeiten der Badi sagt Hirzel: «Im Vergleich mit Uster, Wetzikon und Effretikon sind wir die Einzigen, die zweimal wöchentlich schon um 6 Uhr öffnen und eine Verlängerung der Öffnungszeiten für Sonnenuntergänge überhaupt anbieten.» Ein weiterer Grund für ihn, dass der Preis von 9 Franken für einen Tageseintritt gerechtfertigt sei.
Er ist der Meinung, mit der Pfäffiker Badi am See vielen Anforderungen aus der Bevölkerung gerecht zu werden. Dennoch nimmt er die aktuellen Anliegen ernst, denn die Badi solle ja vor allem Freude bringen. «Wir müssen die konkreten Anliegen prüfen. Aber wir haben keinen grossen Spielraum.»