Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Gesellschaft

Fellknäuel statt Ferien: Sie betreut vierbeinige Urlaubsgäste

Katharina Kaktys-Ramseyer hat sich mit ihrem Job der Betreuung von Hunden verschrieben. Eine Aufgabe, die den Besitzern eine Auszeit ermöglicht.

Mit ihrer Hundebetreuung hat sich Katharina Kaktys-Ramseyer einen Traum erfüllt: Rund um die Uhr ist sie von Vierbeinern umgeben.

Foto: Marie Fredericq

Fellknäuel statt Ferien: Sie betreut vierbeinige Urlaubsgäste

Büeze in den Ferien – Teil 1

Im ersten Teil der Serie stellen wir Ihnen Katharina Kaktys-Ramseyer vor: Sie betreut Hunde, während Herrchen und Frauchen Ferien machen.

Die Sonne strahlt vom Himmel und lädt zum Entspannen am See oder in der Badi ein – doch Katharina Kaktys-Ramseyer hat anderes im Sinn. Sie steht mit ihrer Labradoodle-Hündin Akira und drei weiteren Vierbeinern am Waldrand in Stäfa und macht sich auf in den kühlen Wald.

Ein zweistündiger Spaziergang wartet auf sie und ihre Begleiter: Kaktys-Ramseyer ist nämlich Hundesitterin. Damit hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die Vierbeiner dann zu betreuen, wenn die Besitzer gerade keine Zeit haben. Das macht sie regelmässig unter der Woche, aber auch während der Ferienzeit – und ermöglicht damit so manchem eine Reise oder Auszeit, ohne sich Sorgen um das geliebte Haustier zu machen.

Nah am Tier

«Wenn es so heiss ist, gehen wir in den Wald», erklärt Kaktys-Ramseyer. Denn dann sei es um den Greifensee, wo sie wohne, zu warm für die Hunde.

Das entsprechende Wissen über die Vierbeiner hat sie sich über Jahrzehnte angeeignet. «Ich habe seit 30 Jahren selbst Hunde, bin auch mit allerlei anderen Tieren aufgewachsen», erzählt sie. Nachdem sie drei Kinder grossgezogen hatte, startete sie mit 48 eine Ausbildung zur Fachangestellten Betreuung. In dem Job arbeitete sie rund fünf Jahre, bevor sie sich für die Ausbildung zur Hundesitterin entschied.

«Da rutschte ich eigentlich zufällig rein», sagt sie. Für ihre Hündin Akira hat sie auch ab und an mal eine Betreuung gebraucht, ist dann aufs Thema Hundesitting aufmerksam geworden. «Eine Arbeit nah an Tieren, das war ein Traum für mich.»

Die Ferienrettung

Seit April ist sie selbständig mit ihrem Unternehmen Käthis Hundebetreuung. Seither betreut sie Hunde aus der Region, aber auch vom rechten Zürichseeufer bei sich in Greifensee – teils regelmässig, teils kurzfristig an Wochentagen und am Wochenende.

«Gerade jetzt in der Ferienzeit kommen oft spontane Anfragen, weil den Besitzern die private Betreuung abgesprungen ist oder sie den Vierbeiner doch nicht mitnehmen können», sagt Kaktys-Ramseyer. Genau deshalb nimmt sie meist auch nur drei Hunde auf, obwohl sie Platz für vier hätte: «Ich lasse gerne ein Plätzchen für Notfälle frei», sagt die 53-Jährige.

Während andere Spass in der Badi haben, geht mein Herz auf, wenn ich Zeit mit den Hunden verbringe.

Katharina Kaktys-Ramseyer

Ein Glücksgriff für Frauchen und Herrchen, wie Michaela Hollfelder aus Feldmeilen bestätigt: «Käthi war meine Rettung für unseren Beagle Marley. Mir hat in letzter Sekunde der Sitter abgesagt, und sie ist eingesprungen.» Dank der Betreuung habe sie den Kurztrip nach Griechenland geniessen können, denn Käthi habe ihr das «Rundum-sorglos-Paket» beschert. «Als unser Rückflug Verspätung hatte, hat sie Marley auch noch nach Hause gefahren.»

Ein paar Tage ohne Verpflichtung

Während die 53-Jährige die Hunde liebevoll betreut, können die Besitzer entspannt arbeiten, die Sonne geniessen oder in die Ferien fahren – ohne den Vierbeiner. «Natürlich holt man sich keinen Hund, um ihn dann ständig abzugeben», sagt Kaktys-Ramseyer. Aber es gibt Momente, wo eine Betreuung besser ist, als das Tier überallhin mitzunehmen. «Wer mal zum Tanzen in den Ausgang oder zur Sportstunde ins Fitnessstudio geht, nimmt den Hund ja auch nicht mit.»

So nehmen Anita und François Gibel aus Stäfa ihre zwei Hundedamen so oft wie möglich mit in die Ferien. «Aber manchmal geht es einfach nicht, oder wir wollen mal zwei, drei Tage ohne Verpflichtung sein», sagt Anita Gibel. Wenn sie die beiden Havaneser-Hündinnen Chaia und Caline in die Betreuung geben, ist es ihnen äusserst wichtig, dass sie in guten Händen sind und sich rundum wohlfühlen. «Gäbe es ein solches Angebot nicht, würden wir nicht verreisen», sagt sie.

Mit Kaktys-Ramseyers Hundebetreuung seien sie äusserst zufrieden: «Sie bekommen die nötige Bewegung, Zuneigung und haben Gesellschaft. Und sie begrüssen Käthi bei der Ankunft immer mit viel Freude – das sagt mehr als Worte.»

Wer seinen Traum lebt, arbeitet nicht

Kaktys-Ramseyer freut sich, wenn ihre Kundinnen und Kunden dank ihr entspannte Ferientage geniessen können, ohne sich Sorgen um das vierbeinige Familienmitglied zu machen. Umso mehr Freude hat sie, wenn auch die Hunde in dieser Zeit auf ihre Kosten kommen – besonders wichtig ist ihr die Harmonie in der Gruppe. «Die Verträglichkeit der Hunde ist das A und O, damit sich alle wohlfühlen», erklärt sie.

Mit ihrer Hündin Akira, der Australian-Shepherd-Hündin Nala und den Havaneser-Geschwistern Chaia und Caline hat sie aktuell ein sehr harmonisches Frauengrüppchen. «Die Hunde sind superlieb miteinander.» Dennoch müsse man stets aufmerksam sein, denn letztlich arbeite man mit Tieren – und da sei nicht alles vorhersehbar.

«Manchmal will der eine nach links, der andere nach rechts, und der Dritte legt sich auf den Boden», sagt sie lachend. Dass jeder der Vierbeiner seinen eigenen Kopf habe, gehöre dazu – es sei halt manchmal ein tierischer Kindergarten. Oder das etwas andere Feriencamp.

Dass sie selbst auf mehrwöchige Ferien und teils auch auf ihre Wochenenden verzichtet, um dieser Arbeit nachzugehen, ist für sie kein Nachteil. Während andere Spass in der Badi hätten, gehe sie darin auf, Zeit mit den Hunden zu verbringen. «Ich lebe mit dieser Selbständigkeit meinen Traum. Und das fühlt sich nicht nach Arbeit an.»

Sommerserie «Büeze in den Ferien»

Wer steht eigentlich den ganzen Tag am Glacestand, wenn Gross und Klein das Sommerwetter geniessen? Wer passt auf den geliebten Vierbeiner auf, wenn die Reise in ein fernes Land geht? Und wer kümmert sich darum, dass der Nachmittagsplausch auf dem Boot so läuft wie geplant?

In der fünfteiligen Serie stellen wir Ihnen Personen vor, die mit ihrer Arbeit dafür sorgen, dass andere die Ferien und die sonnige Sommerzeit geniessen können.

Teil 1 – Fellknäuel statt Ferien: Sie betreut vierbeinige Urlaubsgäste

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns