Gemeinschaftsgarten in Turbenthal wirbt um Zuwachs
Wo Gurken und Erbsen spriessen
Die Reformierte Kirche Turbenthal-Wila hat auf dem «Chilepünt» in Turbenthal einen Gemeinschaftsgarten eingerichtet, der Gemüse und Gemeinschaft wachsen lässt.
In den vergangenen zwei Jahren ist aus einer Wiesenfläche beim Pfarrhaus Turbenthal ein kleines Gartenparadies geworden.
Am Samstagvormittag trafen sich sechs Hobbygärtner zum gemeinschaftlichen Gärtnern. «Wir haben festgestellt, dass es am stimmigsten ist, wenn wir uns fix jeweils am zweiten Samstag des Monats treffen, wo auch Neu-Interessierte eingeladen sind», erklärt Erna Brüngger. «Dazwischen gärtnern wir völlig freiwillig und spontan.»
Unkompliziert und autonom organisiert
Vor einem Jahr hat Brüngger die Koordination der Gartengemeinschaft von Monika Di Benedetto übernommen, die das Projekt auf der «Chilepünt» im Januar 2022 als Kirchenpflegerin initiiert hatte.
«Es ist so angedacht gewesen, dass der Gemeinschaftsgarten nach einer Weile von den Mitwirkenden autonom geführt wird», erklärt Di Benedetto. Die Kirchgemeinde Turbenthal-Wila unterstützt das Projekt weiterhin mit dem Platz, Sekretariatsarbeiten und einem jährlichen Budget.
Die Gemeinschaftsgärtner geniessen es, mit Dorfbewohnenden, die vorbeispazieren, ins Gespräch zu kommen und Tipps und Tricks auszutauschen. «Zum Glück flattern uns die Hühner des Nachbarn nicht mehr in den Garten, die haben uns ein paarmal die Beete aufgescharrt», erinnern sie sich an ein weniger lustiges Erlebnis.









Damit die anfallenden Arbeiten unkompliziert ohne Teamsitzungen koordiniert werden können, haben die Gemeinschaftsgärtner Täfelchen zum Kommunizieren entwickelt: «Bitte jäte mich!» oder «Hier kann man säen/pflanzen» steht da beispielsweise, und auf den hölzernen Kochlöffeln, die in den Beeten stecken, prangen die Gemüsenamen.
Ueli Brüngger, der im Koordinationsteam mit seiner Frau für die Gartenplanung zuständig ist, zeigt zwei Neu-Interessierten gerade den hintersten Teil des Gemeinschaftsgartens.
Dieser ist erst letztes Jahr dazugekommen: «Hier wachsen jetzt Beeren. Und dieser besondere Apfelbaum wird vier verschiedene Sorten Äpfel tragen, wenn er in fünf Jahren so weit ist», erklärt Brüngger den staunenden Besuchern.
Das Thema Vergänglichkeit im Kreislauf des Lebens wird einem in einem Garten eindrücklich vor Augen geführt.
Erna Brüngger
Dann eilt er Lean (6) zu Hilfe, der Mühe hat, die Erbsen zum Knabbern abzulesen, weil er einen Arm im Gips hat. «Hey, willst du eine Tigerschnecke sehen?», fragt er Julien (5), der neugierig dazugekommen ist, und hebt ein Brett an, damit er sie beobachten kann.
Wachstum und Vergänglichkeit
«Wenn man einen Garten hat, erlebt man das Wetter viel bewusster und intensiver. Seien es nun der Hagel, der die Zucchetti zerstört hat, oder die Schnecken, die die Bohnen und den Rosenkohl weggefressen haben», sinniert Brüngger, «das Thema Vergänglichkeit im Kreislauf des Lebens wird einem eindrücklich vor Augen geführt.»
Derweil pflückt Hanneke, die regelmässig beim Gemeinschaftsgärtnern mitmacht, ein Körbchen voller Ringelblumenblüten. «Ich mache daraus Salbe und Shampoo», erklärt sie. «Ich komme gerne in den Garten, weil ich hier nette Menschen aus dem Dorf kennengelernt habe und die Idee cool finde, nicht alles allein leisten zu müssen, sondern sowohl die Arbeit als auch die Ernte zu teilen.»





Nadja, die seit dem Kick-off-Event mit im Team ist, freut sich, im Garten von der Erfahrung der anderen lernen zu können. «Hier weiss ich, woher das Gemüse kommt und was drin ist», sagt sie.
«Ausserdem haben meine Kinder Spass beim Gärtnern – die Snackgurken sind auf dem Kindergartenweg der absolute Apéro-Renner», erzählt Nadja fröhlich.
Als nächstes Projekt sollen noch diesen Sommer die Bänke rund um die Feuerstelle ersetzt werden. Ueli Brüngger freut sich als pensionierter Schreinermeister sehr, dass er gefallene Lärchen organisieren konnte, die in der alten, wasserradbetriebenen Sagi Stockrüti in Bäretswil zurechtgesägt und als neue Sitzgelegenheit im Gemeinschaftsgarten wiedergeboren werden.
Hinweis: Über zusätzliche Gartenbegeisterte würde sich die kleine Gemeinschaft sehr freuen. Interessierte können sich bei Erna Brüngger melden per E-Mail erna.bruengger@bluewin.ch oder unter Telefon 078 841 72 61. Am 26. Oktober von 14 bis 17 Uhr lädt die Gartengemeinschaft zum gemeinsamen Sauerkrautherstellen im Chilepark ein.
