Verantwortungsbewusst Einkaufen in Wila – S’Lädeli macht’s möglich
Besitzerwechsel im Tösstal
Mit dem Lädeli haben sich Gaby Hashani und Patrick Gottschall einen Traum erfüllt: Sie bieten gesunde und natürliche Produkte in einem persönlichen, charmanten Ambiente an.
Beim Betreten des Lädeli in Wila wandert der Blick automatisch auf die grosse Glastheke. Das schlichte und geradlinige Mobiliar steht prominent inmitten des knapp 20 Quadratmeter grossen Raums. Darin ausgestellt sind elegante Teekrüge aus Gusseisen. Darunter stehen grosse Papiersäcke mit verschiedenen Mehlsorten.
Auf der Thekenfläche locken die unterschiedlichsten Produkte zum genaueren Hinschauen: von ätherischen Ölen über Arnikasalben bis zu handgefertigten Armbändern.
Auf die Frage, ob passend zu den Teekrügen auch Tee angeboten werde, zeigt Patrick Gottschall auf ein Regal nebenan. «Wenn etwas fehlt, kann ich es über meinen Onlineshop mit rund 80 Sorten sicher besorgen», sagt Gottschall.


Gaby Hashani und Patrick Gottschall haben die ehemalige Handlung Schoch, die im Jahr 1880 von Jakob Schoch gegründet worden war, am 1. Juni übernommen. Sie gründeten den Verein s’Lädeli Wila und eröffneten den Laden am 22. Juni. Dort verkaufen sie nicht nur ihr eigenes Sortiment.
Vereinsmitglieder haben die Möglichkeit, ein Regalfach zu mieten und dort ihre Produkte zum Verkauf anzubieten. Die Mitglieder wählen, ob sie eine monatliche Miete von 10 Franken zahlen und dafür den ganzen Verkaufserlös bekommen. Oder der Ertrag wandert zu 80 Prozent in ihre Tasche, während der Rest als Kommission im Laden bleibt.

«Natürlich, selbst gemacht, nachhaltig» lautet die Devise des kleinen Krämerladens. Für Nachhaltigkeit engagiert sich die Rütnerin Hashani schon seit Jahren, führte sie doch einen Secondhandladen und ein Brocki in Uster. «Nachdem ich mich intensiv mit dem Wegwerfgedanken beschäftigte, kommt nun noch der Gesundheitsgedanke dazu», erzählt sie.
Gesundes aus der Natur
Das Ziel der beiden Ladeninhaber ist es, Produkte anzubieten, die möglichst gesund und verträglich sind – für Mensch und Umwelt. «Die Natur gibt uns alles – wir nehmen uns oft einfach zu wenig Zeit», ist sich Gaby Hashani sicher.
So findet man im Lädeli ausschliesslich Produkte in Bio-Qualität, die in den Augen der Betreiber besonders gesund sind. Senf wird mit Birkenzucker und Ketchup mit Datteln gesüsst, Teigwaren werden mit Dinkelmehl hergestellt. «Die Konsumenten sollten mehr überlegen, was sie zu sich nehmen.»




Davon ist auch Patrick Gottschall aus Embrach überzeugt, der Vollzeit in einer Glasfabrik angestellt ist. Jahrelang wurde er von einer unerklärlichen Neurodermitis geplagt.
Er versuchte deshalb verschiedene Waschmittel aus, doch es nützte alles nichts. «Also entschied ich mich dafür, mein eigenes Waschmittel zu kreieren.» Eine persönliche Duftnote erhält die Wäsche mit dem Beimischen von ätherischen Ölen – von Vanille über Pfefferminze bis zu Mandarine.
Heute steht seine Erfindung im Verkaufsregal des Lädeli: Das Waschmittel besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen und gefiltertem Wasser. Er ist von seinem Produkt überzeugt: «Seither bin ich meine Hautausschläge los.»
«Mehr Natur, weniger Pharmazeutika», so lautet sein Motto. Deshalb findet man in seinem Geschäft verschiedene Tinkturen, Sprays und Salben, die gegen Kopfschmerzen, Halsweh und andere Leiden helfen sollen. Eine Naturkosmetik-Linie und handgesiedete Seifen ergänzen das Sortiment.



Hashani und Gottschall stehen hinter der Philosophie, dass die Kunden ihre Verantwortung mehr wahrnehmen sollten. Die Geschäftspartner kennen alle Hersteller, von denen sie Produkte beziehen, persönlich. «Wir können die Herkunft all unserer Produkte verfolgen», freut sich Gaby Hashani.
Wo man sich trifft
S’Lädeli ist am Mittwochnachmittag, Freitag und Samstag geöffnet, es wird ausschliesslich Barzahlung akzeptiert. «Dieses Geschäft ist meine Leidenschaft», schwärmt die Ladeninhaberin, «ich liebe den Kontakt mit Menschen.» Deshalb freut sie sich, wenn das Geschäft auch zum Treffpunkt wird. «Der Austausch und die Gespräche machen das Einkaufen in einem Dorfladen doch aus.»

