Trinity lockt sogar Besucher aus den USA ins Aatal
Dino als Superstar
Der berühmte T-Rex im Sauriermuseum Aathal schenkt ein: Die Vizedirektorin Yolanda Schicker-Siber zieht dank der Riesenechse Trinity eine positive Bilanz.
Die Urechse Trinity sorgte Anfang Jahr für ein grosses Medienecho in Aathal. Eigentlich wurde das Skelett für 4,8 Millionen Franken nach Antwerpen versteigert. Seine endgültige Heimat soll der T-Rex nämlich im Boerentoren – im ältesten Wolkenkratzer Europas – finden. Der ist aber noch nicht fertig umgebaut.
Dort plant die Phoebus-Stiftung ein neues Kulturzentrum. Für Trinity wird zurzeit auf der obersten Etage speziell ein Glaskubus angelegt. Somit musste die Riesenechse mit dem Einzug noch warten und durfte vorerst im Januar im Sauriermuseum Aathal für ein Jahr einen Zwischenstopp einlegen.
Für Yolanda Schicker-Siber ist das ein Glücksfall. Die Vizedirektorin sagt, das Museum habe schon im letzten Jahr mit 120’000 Besucherinnen und Besuchern einen neuen Rekord verbucht. «Seit Januar haben sich jedoch unsere Eintrittszahlen dank Trinity um 28 Prozent erhöht.» Bis Ende Jahr rechnet sie mit 150’000 verkauften Tickets.

Es sei selten eng geworden im Eingangsbereich. Dies trotz dem Umstand, dass das Museum ohne Online-Reservationssystem arbeitet. «Das Museumswetter hat uns wohl auch in die Hände gespielt», sagt Schicker-Siber und verweist auf die verregneten Monate Mai und Juni.
Dennoch: Um Trinity in Ruhe anschauen zu können, soll man am besten unter der Woche bei schönem Wetter vorbeikommen. «An verregneten Sonntagen gab es auch schon mal ein Gestürm», sagt Schicker-Siber. Es gebe in dem alten Fabrikgebäude ein paar Durchgänge, welche etwas eng seien. Deswegen habe man an Feiertagen und bei schlechtem Wetter die Öffnungszeiten vorsorglich erweitert.
Die Besucherinnen und Besucher seien von weit her angereist. «Letzte Woche hatten wir sogar zwei Gruppen, die extra aus den USA hergeflogen sind.» Auch sonst kämen viele Gäste aus ganz Europa vorbei.
Café mit Dinosaurier-Kunst à la Banksy
Zusätzlich zur Attraktion Trinity habe man im Museum das Café etwas umgebaut. «Besonders stolz bin ich auf die neue Kunst, die wir von Sandra Seiffart ausstellen dürfen.»
An den Wänden im Café hängen Bilder, die alle berühmte Sujets zeigen, von Monet über Dalí bis Banksy. Jedoch hat Seiffart die Bilder auf witzige Art so adaptiert, dass Dinosaurier die Hauptrolle auf den Gemälden spielen.



Und wie geht es weiter mit der berühmten Urechse? Die Ausstellung in Aathal ist vorgesehen bis zum 19. Januar 2025. Danach muss Trinity erst nach Antwerpen gebracht werden – aus gesetzlichen Gründen. Zwei Jahre nach einem Verkauf muss ein versteigertes Objekt physisch vor Ort sein.
Trinity reist mit dem Museumsteam
«Der Umbau des Boerentoren-Wolkenkratzers wird dann aber noch nicht fertig sein», so Schicker-Siber. Somit werde der Dinosaurier wohl noch etwas auf Tournee gehen, voraussichtlich begleitet vom Team des Sauriermuseums Aathal, das die Urechse jeweils auf- und abbaut.
«Wir haben das jetzt schon dreimal gemacht, da sind wir eingespielt», sagt Schicker-Siber. Trinitys Knochen passen in neun grosse Kisten. Wobei nur schon der obere Teil des Schädels – wohlgemerkt ohne Unterkiefer – 80 Kilogramm wiegt.
Anstelle der 11,6 Meter langen Dinos wird in der Haupthalle des Sauriermuseums dann erstmals der Triceratops Willard zu bestaunen sein. Auch dieser enthält Originalknochen, wurde im Sauriermuseum zwar präpariert, jedoch noch nicht in Aathal ausgestellt.
«Willard hatte seine Premiere in Hongkong.» Gemeinsam mit vier anderen Urechsen aus dem Sauriermuseum ist er 2022 nach Asien gereist. Jetzt wartet er in einem Lager auf seinen ersten Auftritt im Rampenlicht in Aathal.
Hans Jakob Sibers private Kristallsammlung
Hans Jakob Siber, der Gründer des Sauriermuseums, sammelt seit seinem 10. Lebensjahr Mineralien und Kristalle in allen Farben und Formen. 700 einzigartige Mineralien und Kristalle aus über 60 Jahren Sammeltätigkeit können aktuell bestaunt werden.
Auf seinen Reisen rund um den Erdball hat er Hunderte von exquisiten Stücken mit nach Hause gebracht. Aus Ländern wie Madagaskar, Indien und den USA – um nur einige zu nennen. Auch einer der grössten Quarzkristalle aus Brasilien ist darunter.

Die Ausstellung ist aktuell als Erweiterung des Sauriermuseums Aathal zu sehen. Es gelten dieselben Öffnungszeiten. Der Eingang führt durch das Restaurant Dino Beizli im Nebengebäude.
