Über 400 Schüler tanzen am Danceaward in Wetzikon
Schüler schwingen das Tanzbein
Laute Musik, viele Emotionen und Hunderte tanzbegeisterte Kinder und Jugendliche: Diesen Samstag präsentieren Schulklassen und weitere Gruppen die Choreografien, die sie über mehrere Monate einstudiert haben.
In der Aula der Kantonsschule Zürcher Oberland in Wetzikon ist es richtig laut. Musik dröhnt aus den Boxen, die Bässe geben den Kindern den Takt an, die auf der Bühne Hip-Hop, Mixed, Breakdance oder Urban-Style tanzen. Gut 1200 bis 1500 Personen, bestehend aus Eltern, Lehrpersonen und Freunden, sitzen im Publikum und quittieren die Leistung mit einem riesigen Applaus. Etwa so dürfte der ZO-Danceaward diesen Samstag ablaufen.
Über 400 Kinder haben sich für den Tanzwettbewerb angemeldet, der dieses Jahr sein 10-Jahr-Jubiläum feiert. 2012 hatte Philippe Dick, Projektleiter ZO-Danceaward, die Idee von einer Tanzveranstaltung für Kinder. Nun blickt er auf eine Zeit mit Höhen und Tiefen zurück.
Schulklassen und freiwillige Schulsportgruppen dürfen am ZO-Danceaward teilnehmen. Die Teams bestehen aus acht bis 30 Tänzerinnen und Tänzern aus der Primar- oder Sekundarschule. Sie arbeiten zusammen an einer zwei- bis drei-minütigen Choerografie. Die Organisatoren unterstützen die Klassen dabei.
Die Aufführungen der Kinder werden von einer Jury bewertet. Sie küren die besten drei Tanzgruppen, ab dem vierten Platz gibt es keine Rangliste. Der Spass soll im Vordergrund stehen. Die Kinder treten je nach Alter in unterschiedlichen Kategorien gegeneinander an. (jgu)
Ein Jahr später musste Dick den Anlass wegen Corona widerwillig absagen. «Alle Kinder hatten so viel Zeit in ihren Auftritt gesteckt. Das tat damals sehr weh.» Von diesem Dämpfer erholte sich der ZO-Danceaward nur langsam. Die Teilnehmerzahl schrumpfte um die Hälfte, nur noch gut 20 Gruppen machten mit. Dieses Jahr sind es immerhin 31. Dick hofft, dass in ein paar Jahren wieder bis zu 800 Kinder ihr tänzerisches Können zeigen.
Viel Aufwand
Für den Projektleiter liegt das Problem in der Kommunikation: «Es ist sehr hürdenreich, bis wir überhaupt an die Lehrpersonen herankommen, um sie zu informieren.» Zudem seien viele Lehrkräfte bereits stark ausgelastet. Sie sind aber die Personen, die entscheiden müssen, ob sie ihre Klassen anmelden möchten.
Trotz Misserfolg blieb Dick, der selbst das Tanzstudio Lordz mit Sitz in Wetzikon und Zürich führt, stets optimistisch: «Ich wusste immer, wofür ich den ZO-Danceaward organisiere.» Und der Aufwand dafür ist alles andere als klein: Dick sucht Sponsoren, koordiniert die Tanzgruppen und bietet Coachings an.
Die Vorbereitungen für den Anlass beginnen gut sechs Monate im Voraus. Ein Blick in Dicks E-Mail-Eingang zeigt: Die erste Anfrage für eine Teilnahme im kommenden Jahr ist bereits eingegangen.
Tanzen als Ausdruck
Tanzen ist für Dick nicht gleich Tanzen. «Damit drücke ich etwas aus. Es geht um Rhythmus, Abfolge, Koordination und stark um Musik.» Man müsse dafür viel Zeit investieren und üben. Dazu gehört auch viel Auswendiglernen. Er erzählt davon, wie die Kinder auf dem Pausenhof oder in der Freizeit zusammen trainieren. Tanzen ist plötzlich ein Teil ihres Lebens.


«Die Mädchen und die Jungen werden beim Tanzen zu einer Einheit, es entwickelt sich ein respektvollerer Umgang», sagt Dick. Wochen vor der Aufführung dreht sich vieles nur noch darum. Die Gruppen beschäftigen sich mit Fragen zur Musik und zur Choreografie. Die Kleider müssen organisiert und die Bewegungen einstudiert werden. Und nun, diesen Samstag, gehört die Bühne ganz ihnen, der Adrenalinspiegel steigt, und der Auftritt kann losgehen.
