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Fünf wissenswerte Details aus dem Tösstal – präsentiert vom GIS-Browser

Alle Welt spricht über die neusten KI-Tools. Dabei hat der Kanton sein eigenes digitales Kraftpaket. Wer sich damit befasst, erfährt Überraschendes.

Der GIS-Browser hält viel Wissenswertes über die Region bereit – zum Beispiel, was es mit dem Ortsnamen «Kollbrunn» auf sich hat.

Foto: PD/Diverse

Fünf wissenswerte Details aus dem Tösstal – präsentiert vom GIS-Browser

Google Maps kann einpacken

Seit vergangener Woche ist eine neue Version des kantonalen GIS-Browsers online. Über 200 Karten verraten allerlei Details über die Region. Fünf kuriose Fakten über das Tösstal, zusammengetragen aus öffentlichen Geodaten.

Bisher war das Geoinformationssystem (GIS) des Kantons Zürich wohl vor allem bei Verwaltungsangestellten, Politikern oder Menschen mit besonderen Interessen bekannt. Der GIS-Browser sieht auf den ersten Blick aus wie ein normaler Kartenanbieter, wie man sie auch aus dem Silicon Valley kennt – wenn auch etwas umständlicher aufgebaut.

Auf den zweiten Blick aber entpuppt sich der Onlinedienst als Sammelsurium an Informationen. Vor Kurzem hat der Kanton ihn einer Frischekur unterzogen. Mit seinen rund 200 Karten enthält er auch viele Details über das Tösstal. Wir stellen Ihnen fünf spannende Erkenntnisse vor.

Das älteste Gebäude …

… ist vielerorts die Kirche. Kein Wunder, bildet sie doch in vielen Dörfern eine Art Mittelpunkt. So ist es auch in Turbenthal. Die reformierte Kirche wurde laut den Daten des Kantons im Jahr 1512 erbaut. An zweiter Stelle: das Schloss Turbenthal, heute Teil des Gehörlosendorfs. Baujahr: 1665. Noch älter als die Kirche Turbenthal ist übrigens diejenige von Wila: Sie stammt gar aus dem Jahr 1466.

Sie werden getrackt!

Wir wollen Ihnen keine Angst machen. Und doch könnte es Sie interessieren, dass nicht nur Tech-Giganten wie Google und Co. einiges über Sie wissen. Fahren Sie mit dem Auto auf der Tösstalstrasse in Turbenthal oder der Unterdorfstrasse in Bauma, werden Sie vom Kanton höchstpersönlich getrackt – oder besser gesagt gezählt.

Die Daten der hellblauen Kästchen am Strassenrand werden direkt in den GIS-Browser gespült. Angaben aus dem letzten Jahr zeigen: Pro Tag verkehren auf dem Abschnitt in Turbenthal durchschnittlich 9900 Autos. Das Ganze wird sogar nach Fahrzeugart aufgeschlüsselt: Nach normalen Autos befahren besonders viele Lieferwagen die Tösstalstrasse – im Schnitt 733 pro Tag. Wer mehr Zeit hat, kann den Verkehr sogar in Echtzeit verfolgen.

Messstellen gibt es übrigens auch für Velos, zum Beispiel auf dem Veloweg in der Lipperschwendi. Die Bilanz: im Schnitt 172 Velos pro Tag und 62’700 Drahtesel pro Jahr.

Spuren von Klöstern und Kohlevorkommen

Seit 2023 sind auch Informationen über verschiedene Orts- und Siedlungsnamen im Online-Tool für alle Welt verfügbar. Der Karte entnimmt man zum Beispiel, dass der Name «Tablat» nichts mit einem iPad zu tun hat, sondern vom lateinischen Wort für «Brett» oder «Tisch» abgeleitet wird.

In Ortsnamen bezog es sich vermutlich auf Scheunen oder Kornspeicher, die zu einem Kloster gehörten. Denselben Hintergrund hat der Flurname «Tafleten» in Bubikon. So erfährt man auch, dass der Name «Kollbrunn» wohl auf ein Kohlevorkommen in der Nähe verweist. Und dass «Dillhaus» keine Hommage an das wunderbar zu Gurkensalat passende Kraut ist, sondern auf die Bezeichnung «Dili» beziehungsweise «Tili» – wie in «Obertili» – verweist.

Unauffällige Einwanderer

Mehrere Karten geben Aufschluss über die Tier- und Pflanzenwelt in der Region – besonders über die weniger erwünschten Arten. Wussten Sie etwa, dass im Baumer Wissenbach der Sonnenbarsch vorkommt? Der Fisch stammt aus Nordamerika und ist hierzulande unerwünscht, weil er sich invasiv verbreitet und als gefrässig gilt. Weniger problematisch ist die Neuseeland-Zwergdeckelschnecke, die man in einem Töss-Abschnitt in Zell nachweisen konnte. Sie stammt tatsächlich aus Neuseeland und breitet sich seit dem 19. Jahrhundert in Europa aus.

Bild eines Sonnenbarschs in einem Aquarium.
Der Gemeine Sonnenbarsch hat sich im Wissenbach in Bauma ausgebreitet.

Besser schlafen im Tösstal

Die Karte «Lichtemissionen» zeigt, in welchen Gegenden im Kanton es am hellsten ist – und wo der Blick auf den Sternenhimmel möglichst ungestört bleibt. Schnell erkennt man: Das Tösstal gehört zu den dunkelsten Flecken im Kanton. In der Nähe von Sternenberg wurden 2022 beispielsweise Lichtemissionen in der Stärke von gerade einmal 0,164 Vollmonden gemessen.

Am hellsten war es im Bolstern-Quartier in Kollbrunn, dort herrschte eine viereinhalbmal so grosse Lichtstärke. Das ist aber noch immer sehr wenig, wenn man die Städte Winterthur oder Zürich als Vergleich heranzieht: In Ersterer war es zeitgleich so hell wie 9 Vollmonde, in Zürich entspricht der Wert 22 Vollmonden. Wie die gesundheitsbewusste Generation Z bereits erkannt hat, ist guter Schlaf essenziell für ein gesundes Leben. Und was ist unentbehrlich für gesunden Schlaf? Richtig: Dunkelheit! Wie wäre es also mit einem neuen Tourismus-Slogan: «Tösstal – für en tüüfä, gsundä Schlaaf»?

Was Sie sonst noch tun können …

Neben diesen Spielereien hat der GIS-Browser auch einige praktische Funktionen für Private. So kann beisielweise überprüft werden, wie viel Strom eine Solaranlage auf Ihrem Hausdach produzieren würde, wo es Genossenschaftswohnungen gibt, wem ein Gebäude gehört oder wo sich der Notfalltreffpunkt Ihrer Gemeinde befindet.

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