«Am liebsten hätte ich jedes Jahr ein Turnfest bei uns zu Hause»
125 Jahre Turnverein Turbenthal
Der Turnverein Turbenthal feiert sein 125-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass geben verschiedene Vereinsmitglieder Einblick in ihr Hobby. Heute: Jungturner Lio und seine Mutter Silvia Graf.
Lio Graf hat sein 5-Jahr-Jubiläum beim TV trotz seinem jungen Alter schon hinter sich. Zuerst war der Siebenjährige gemeinsam mit Mutter Silvia Graf (35) im Eltern-Kind-Turnen, jetzt turnt er in der Jugi. Und auch Silvia Graf ist bereits seit Längerem dabei – seit 16 Jahren, um genau zu sein.
Wie seid Ihr zum Verein gestossen?
Lio: Mein Mami hat mich damals ins «Elki» mitgenommen. Natürlich war klar, dass ich einmal in den TV gehen werde, weil meine Eltern sehr aktiv sind und ich schon oft an Wettkämpfen dabei war. Viele meiner Freunde sind auch im Verein.
Silvia: Mich hat es erst mit 19 Jahren zum Turnen hingezogen. Damals versprach ich meinem jetzigen Mann an der Abendunterhaltung, einmal ins Training zu kommen. Mit Turnen hatte ich da noch nicht viel am Hut, denn ich war seit Jahren mit der Frauenmannschaft des FC Turbenthal unterwegs.
Zum 125-Jahr-Jubiläum des Turnvereins Turbenthal stellen wir fünf Turnerinnen und Turner aus verschiedenen Riegen und Altersgruppen vor. In Kurzinterviews geben sie Antwort auf sechs aktuelle und persönliche Fragen.
Lio: Zuerst war ich im «Elki», dann im Kinderturnen, und jetzt turne ich in der Jugi.
Silvia: Seit 2010 leite ich mit Herzblut die grosse Mädchenriege. Ich geniesse es, die Mädchen zu motivieren und die Freude für den Turnsport weiterzugeben. Es ist immer eine Herausforderung, den Nachwuchs in der Oberstufe und darüber hinaus beim TV zu behalten. Umso schöner ist es dann, wenn die Mädchen im Vereinsleben Fuss gefasst haben und voller Tatendrang dabei sind. Seit drei Jahren leite ich auch noch das «Elki» in einem Dreierteam.
Wie hat sich die Vereinsarbeit in den letzten Jahren verändert?
Silvia: Meiner Meinung nach wollen viele Jüngere nicht mehr so viel Verantwortung übernehmen. Das trifft uns zum Glück nicht! Wir haben viele junge Mitglieder, die jede Woche in der Halle stehen, ob als Leiter oder Turner selbst. Das Ganze ist aber schnelllebiger geworden, viele Kinder wechseln zum Beispiel oft ihre Hobbys, anstatt bei einem zu bleiben und etwas auf die Zähne zu beissen.
Was ist Euer persönliches «Highlight» der bisherigen Zeit im Verein?
Lio: Dieses Jahr durfte ich an meinem ersten Jugendsporttag teilnehmen. Ein riesiger Sporttag mit sehr vielen Kindern, das hat mir viel Spass gemacht. Auch, dass wir mit allen Jugis zusammen an den Wettkampf reisten und am Nachmittag in verschiedenen Mannschaften spielten. Ein Highlight war natürlich auch das Turnfest in Turbenthal, am liebsten hätte ich es jedes Jahr bei uns zu Hause!
Silvia: Für mich war das die Regionalmeisterschaft 2017 in Winterthur-Wülflingen, als wir Meister im Steinheben wurden. Wie wir alle in unseren Armen lagen und es kein Halten mehr gab! Aber sicher auch die diesjährige RMS. Alle haben an einem Strick gezogen, die Stimmung war trotz Regenwetter immer positiv. Dieses Fest bleibt unvergessen.
Viele Vereine kämpfen mit Mitgliederschwund. Wie kann man sich dagegen wappnen?
Silvia: Man muss immer wieder Angebote schaffen, die die Jugend anlocken. Wir versuchen, die Jungen schon früh mit einzubeziehen. Wenn sie merken, dass sie gebraucht werden, gibt ihnen das ein Gefühl der Zugehörigkeit, das ist sehr wichtig.
Was braucht es in Euren Augen, damit der Verein weiterhin lebendig bleibt?
Lio: Das Wichtigste ist die Gemeinschaft, und dass alle immer zusammenhalten.
Silvia: Solch ein Verein braucht viele engagierte, bodenständige Leute – die irgendwann auch das Zepter der nächsten Generation weitergeben können. Manchmal ist das Loslassen schwierig, doch damit es weitergeht, braucht es frisches Blut. Und doch sind die Erfahrenen wichtig, die den Jungen zur Seite stehen. Ich glaube, eine gute Mischung ist das Rezept für die Zukunft.
