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Was vom Mönchaltorfer Turnfest übrig bleibt

Dutzende Sonnenbrillen, Schuhe, Kreissägen, Smartphones und 35'000 Schrauben: Das ist nach zwei Wochen Fest noch übrig.

Schon am Montag nach dem letzten Festtag sieht das Gelände ganz anders aus: Wo gerade noch Besucher im Biergarten sassen, macht ein Helfer eine kurze Pause.

Fotos: Marie Fredericq Grafik: Simon Grässle

Was vom Mönchaltorfer Turnfest übrig bleibt

Glücklich und wehmütig zugleich

Das regionale Turnfest in Mönchaltorf war laut dem Organisationskomitee ein voller Erfolg. Doch auch nach dem Fest liegt noch eine Menge Arbeit vor den Freiwilligen.

Während im ruhigen Mönchaltorfer Zentrum bereits wieder der Alltag eingekehrt ist, werden auf dem Feld zwischen der Egger- und der Rällikerstrasse die Überreste des regionalen Turnfests beseitigt.

Denn wer ein Fest in dieser Grössenordnung auf die Beine stellt, muss auch im Nachhinein noch werkeln: 1500 Meter Absperrzaun, 1000 Meter Abwasserrohre, 2200 Meter Stromleitungen, 30 mobile Toiletten und rund 35’000 Schrauben gilt es auf den 20 Hektaren Land abzubauen. Doch das ist nicht alles, was vom Turnfest übrig blieb.

Nach dem Fest ist vor dem Abbau

Ganze drei Jahre war der Grossanlass in Planung, in den letzten zwei Wochen ging der Event dann «äntli» über die Bühne – und so schnell die knapp 200 Vereine im 4000-Seelen-Dorf eingezogen sind, sind sie auch schon wieder weg. Was zurückbleibt, sind zertrampelte Pfade, liegen gebliebene Gegenstände und ein gutes Stück Arbeit für die Helferinnen und Helfer.

Bereits am Montagmorgen sind die Arbeiten in vollem Gange. So haben die Festbänke des Biergartens nämlich schon am selben Abend den nächsten Auftritt, und das am kantonalen Turnfest in Benken SG. Deshalb müssen nicht nur der Aufbau und die Durchführung eines solchen Anlasses gut durchgetaktet sein, sondern auch der Abbau. «Am Montag standen hier rund 70 Helferinnen und Helfer inklusive 20 Zivildienstleistenden aus Egg parat für die Arbeiten», so Roger Meister, Präsident des Organisationskomitees (OK) und Mitglied im Egger Turnverein.

Ein Ende ist in Sicht

Dementsprechend gut seien sie seither vorwärtsgekommen. «Geplant waren eigentlich zwei Wochen für den Abbau. Jetzt rechnen wir mit gut einer Woche.» Es lasse sich also das Fazit ziehen, dass nicht nur die Vorbereitungen fürs Fest und dessen Durchführung, sondern auch der Abbau ein voller Erfolg seien. Und das ist sichtbar.

Baufahrzeuge rollen über die Felder, Holzplatten sind gestapelt, Mulden werden gefüllt. Ein Wermutstropfen gilt dem Turnerstübli, das bisher unberührt auf dem Hügel steht – doch auch dieses muss bald weichen.

«Das ist so schade, ich würde es so gerne hierbehalten», sagt Franziska Eberle, OK-Mitarbeiterin Ressort Marketing, aus Mönchaltorf. Doch die Felder müssen geräumt werden, damit sie sich bald erholen und wieder für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden können.

Bis zum Mittwochabend sollten die beiden grossen Festzelte abgebaut werden, danach stehe noch der Kleinkram an. «Dann sieht es hier bald so aus, als wäre nie was gewesen», so Meister.

Doch ein paar Andenken bleiben vom Turnfest bis auf Weiteres übrig: Im Eifer des Gefechts, beim Turnen oder Feiern blieb so mancher Gegenstand liegen. Von Sonnenbrillen über Hoodies, T-Shirts, Schuhe, Turntenues bis hin zu Smartphones und Schlüsseln haben die Mitarbeitenden so manches Hab und Gut in Sicherheit gebracht. Wer etwas vermisst, soll eine Nachricht an die E-Mail-Adresse sekretariat@dasturnfest2024.ch mit entsprechender Beschreibung senden.

Wenige Verletzungen, gute Bilanz

Während die Abbauarbeiten schon in vollem Gange sind, schwelgen Roger Meister und Franziska Eberle in glücklichen Erinnerungen an die letzten Tage – denn es ging so weit alles reibungslos über die Bühne, bis auf wenige Sportverletzungen.

Dazu zählen zwei Knochenbrüche bei den Einzelwettkämpfen, ein paar verstauchte Füsse, leichte Prellungen und kleinere Schnittverletzungen. «Mit 3700 angemeldeten Turnerinnen und Turnern und noch mal rund 1000 zusätzlichen Besuchern am Samstagabend ist das eine sehr gute Bilanz», so Meister. Man bedenke, wie die Menge auf den Bänken und Tischen umhersprang, und das bis spät in die Nacht – ein Glück also, dass bei so vielen Feierwütigen im Grunde nichts passiert ist.

Auch von diversen Besuchern, Mithelfenden, Turnerinnen und Turnern und der Gemeinde habe er nur positives Feedback erhalten: In einer Mitteilung dankt der Mönchaltorfer Gemeinderat den Trägervereinen und dem OK «für diese super professionelle und mit viel Herzblut geleistete Arbeit».

Ein gelungenes Fest – vielleicht nicht zum letzten Mal

Die jahrelange Arbeit hat sich also gelohnt. Rund zwei Wochen dauerte das Turnfest Mönchaltorf, lockte Turnbegeisterte, Sportfanatiker, Sonnenanbeter, Bratwurstconnaisseurs und Feierwütige in die kleine Oberländer Gemeinde. Es wurde geturnt, gefestet und genossen. Grosses Highlight war laut dem OK der zweite Samstag mit den Wettkämpfen im Vereinsturnen.

Dabei schafften es alle vier Trägervereine, namentlich die Turnvereine Mönchaltorf, Egg, Gossau und die Damenriege Gossau, aufs Siegertreppchen – der TV Gossau in Aerobic und der TV Mönchaltorf im Fachtest sogar auf den ersten Platz. Grosser Turnfestsieger ist der Turnverein Bülach: Dieser erreichte in der ersten Stärkeklasse im dreiteiligen Vereinswettkampf die beste Punktzahl.

Nach einer wilden, aber friedlichen Partynacht am Samstagabend mit der Band Partyhelden, in der die Mitglieder der Turnvereine Arm in Arm auf den Bänken die Mönchaltorfer Erde zum Beben brachten, folgte am Sonntag das grosse Finale.

Der Festumzug, angeführt vom Musikverein Gossau, mit den Präsidentinnen und Präsidenten der vier Trägervereine, den Ehrengästen, dem Organisationskomitee und den teilnehmenden Vereinen mit ihren Fahnen und geschmückten Hörnern.

Es folgten Vorführungen, Siegerehrungen und Ansprachen, worauf mit einem tosenden Applaus vor allem denen gedankt wurde, die das Ganze möglich machten: den rund 1000 freiwilligen Helferinnen und Helfern, die teilweise über drei Jahre mit voller Tatkraft, Herzblut und sicher auch einem Bündel Nerven am Grossevent mitgearbeitet haben.

«Ein bisschen Wehmut, dass der Anlass nun schon wieder vorbei ist, schwang natürlich auch mit», sagt OK-Mitarbeiterin Franziska Eberle. «Wir sind aber vor allem auch stolz darauf, was wir auf die Beine gestellt haben.»

Und wer weiss, vielleicht finden sich die vier Trägervereine ja schon bald wieder einmal zusammen, um ein grosses Fest zu planen.

Das Turnfest wird zerpflückt – und verkauft

Kommenden Samstag können Interessierte von 10 bis 13 Uhr zurück aufs Festgelände des Turnfests pilgern – und das nicht nur, um in romantischer Erinnerung an die Partyhelden zu schwelgen. «Diverse Materialien, Küchengeräte, Bauhelferchen und Weiteres werden verkauft», erklärt Roger Meister.

Wer also ein kleines oder grosses Andenken ans regionale Turnfest ergattern möchte, ist eingeladen, dem Verkauf beizuwohnen. Von Kreissägen über Winkelschneider, Bauholz und Kabelbinder, Wurfbälle und WC-Papier bis hin zu LED-Lampen und Besen gibt es allerlei zu erwerben. Es gibt feste Preise, zahlbar in bar oder Twint, und es kann nichts reserviert werden.

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