Gebührender Abschluss – Menge bebt am regionalen Turnfest in Mönchaltorf
Partyhelden im ganzen Zelt
Das zweite und letzte Wochenende des regionalen Turnfests in Mönchaltorf hatte alles, was es für einen erfolgreichen Event braucht: angenehmes Wetter, gute Verpflegung und Besucher mit bester Stimmung und Feierlaune im Gepäck.
Es ist ein Bild für die Götter: Die Sonne scheint durch die Wolken, Besucher schlendern heiter über das Areal, im Festzelt finden sich die ersten Vereine nach den Wettkämpfen ein, überall wehen die Gemeindefahnen im Wind, und man hört laute Musik, zu der die Turnerinnen und Turner ihre Vorführungen performen.
Wäre da nicht der matschige Boden, wüsste man nicht, dass es an diesem Samstagmorgen geregnet hat – die Stimmung verrät es zumindest nicht. Alle haben Freude, Teil des zweiten Wochenendes vom regionalen Turnfest in Mönchaltorf zu sein – so mancher fieberte seit Jahren auf den Grossevent hin, mit bleibendem Eindruck: Aus der Vorfreude, dass bald endlich Turnfest ist, wurde der Slogan «Äntli Turnfäscht» – weshalb auf dem ganzen Gelände immer wieder gelbe Quietschenten zu sehen sind.
Vier Jahre für zwei Wochen
Die Zuschauer feuern ihre Vereine bei den Wettkämpfen an, im Zelt der überdachten Bühne trifft man auch auf Gemeindepräsident Urs Graf (FDP) und seine Begleitung Susanne Kern, die ebenfalls gebannt die Turnshow verfolgen. «Es ist genial, wie gut alles funktioniert», sagt Graf. «Die Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee und alles Drum und Dran waren super.»
OK-Präsident Roger Meister, Mitglied im Egger Turnverein, ist ebenfalls zufrieden mit dem Fest. «Die Turnerinnen und Turner haben Freude, die Besucher auch. Die Resonanz ist bis jetzt wirklich gut», so Meister. Auch er hat noch einen Vereinsauftritt vor sich – mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom Turnverein Egg.
Danach wird auch er sich ein Bierchen gönnen und die gute Stimmung geniessen. Doch morgen muss er fit sein für die Rangverkündigungen.
Ab Montag werde dann schon wieder abgebaut. Seit rund vier Jahren wurde das regionale Turnfest geplant – in wenigen Stunden bricht bereits der letzte Tag des Events an. Doch bis dahin gibt es noch eine Menge zu entdecken, zu bestaunen und zu geniessen.
Nicht möglich ohne Freiwillige
Rund 200 Vereine sind Teil des Turnfests. Auf die Beine gestellt wurde das regionale Grossereignis von vier Vereinen: den Turnvereinen Egg, Gossau und Mönchaltorf sowie der Damenriege Gossau.
«Ich weiss nicht, wie viel Zeit dafür draufging – aber es waren sicher um die 1000 Stunden, und das allein bei mir», erzählt Meister. Ohne die Freiwilligenarbeit und die tatkräftige Unterstützung der Vereine hätte man das Fest nicht realisieren können.
«Alle haben Freude, wenn so etwas stattfindet, aber irgendwer muss es halt auch in die Hände nehmen», so Meister. Das ginge beinahe nur mit einem Bürojob und mit einiger Kulanz des Arbeitgebers – ausserdem gehe für den Aufbau, die Durchführung und den Abbau einiges an Ferienzeit drauf. «So mancher hat hierfür vier Wochen Ferien genommen», erzählt er.
Das sei keine Selbstverständlichkeit, aber die Voraussetzung, um so einen Grossevent auf die Beine stellen zu können. «Wer im Turnverein ist, geht jedes Jahr an unterschiedliche Turnfeste. Einmal im Leben muss man dann auch mithelfen, um die Sache am Leben zu halten.»
Und das hat sich gelohnt. Gemeindepräsident Urs Graf ist ebenfalls vollends zufrieden mit dem Fest und freut sich, in seiner Gemeinde auch Besucher von weit her begrüssen zu dürfen. Von der Gemeinde aus habe man das Vorhaben stets unterstützt. «Normalerweise ist es ja in Mönchaltorf eher ruhig. Es freut nun alle, dass ausnahmsweise direkt vor der eigenen Haustür auch mal so eine Veranstaltung stattfindet.»
Fette Party zum Abschluss
Und das merkt man: Die Besucher haben beste Laune, unterhalten sich angeregt mit Bekannten und Freunden. Die Turnerinnen und Turner sitzen zusammen und besprechen sich, es wird gelacht, gesungen und geklatscht.
Manche haben mittags schon ein Bier in der Hand, andere geniessen ein Glace in der Sonne – das Grill-Taxi tuckert über das Areal und sorgt für frische Bratwürste.
Ab dem frühen Nachmittag sind die Auftritte der Vereine langsam vorbei. Die bis dahin noch ruhigen Party- und Barzelte füllen sich immer mehr – die Menge hat Lust auf einen gebührenden Abschlussabend des Turnfests. «Heute Abend ist fette Party», sagt Meister. Und er sollte recht behalten.
Mit musikalischer Unterstützung der Partyhelden wird es schnell heiss im Festzelt: Die Turnerinnen und Turner stehen auf den Bänken, grölen mit zu den Schlagerhits und Evergreens, springen hin und her, liegen sich tanzend in den Armen. «Auch wenn wir vorher noch gegeneinander angetreten sind, feiern wir jetzt wie eine grosse Familie», sagt eine Turnerin und nimmt einen grossen Schluck von ihrem Bier.
Und so ist es: Die unterschiedlichsten Mitglieder der Vereine sitzen beieinander, lachen und stossen an, geniessen das Turnfest sichtlich. Es ist ein wahres Fest, wie man es sich nicht schöner hätte ausmalen können – ein Abschlussbild für die Götter, das den Mönchaltorfern und hoffentlich auch allen anderen noch lange in Erinnerung bleiben wird.