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Erstmals spielt Dabu Fantastic in Mönchaltorf

Dabu Bucher ist zurück in seinem Heimatdorf – zumindest für ein Konzert. Am Montag probte er dafür mit zwei Schulklassen in Mönchaltorf.

Der Mönchaltorfer ist für ein Konzert zurück in seiner Heimatgemeinde.

Foto: Jan Gubser

Erstmals spielt Dabu Fantastic in Mönchaltorf

Pop-Ikone aus Mönchaltorf

Am Donnerstag ist es so weit. Dann singt der gebürtige Mönchaltorfer Dabu Bucher zum ersten Mal mit seiner Band Dabu Fantastic in Mönchaltorf. Zur Eröffnung des Konzerts am Regionalturnfest hat sich der Sänger etwas ganz Spezielles überlegt.

Knapp 40 Schülerinnen und Schüler stehen in einem Halbkreis im Musikzimmer der Schule Mönchaltorf. Es herrscht Anspannung. Alle Kinder schreien laut durcheinander. Für sie ist an diesem Montagnachmittag ein ganz spezieller Moment gekommen.

Der Mönchaltorfer David «Dabu» Bucher besucht zwei Klassen. Sie haben über mehrere Wochen den Song «Miin Ort» von Dabu Fantastic einstudiert. Am Donnerstag eröffnen die Kinder mit der Schweizer Pop-Ikone das Konzert am Regionalturnfest in Mönchaltorf. An diesem Montag übt Dabu mit den Klassen das Intro des Konzerts.

Der Klassenlehrer klatscht mehrmals in die Hände; die Kinder werden ruhig. Dabu steht in der Mitte des Raums: «Nun will ich mal hören, wie ihr singt.» Das Playback startet, und die Schülerinnen und Schüler beginnen mitzusingen – anfangs etwas zurückhaltend. Von Sekunde zu Sekunde getrauen sich die Kinder, immer lauter und voller Leidenschaft zu singen. Fünf Knaben liegen sich im Arm und schaukeln im Takt hin und her.

Ein paar wenige Mädchen sind noch etwas zurückhaltend. Nach dem ersten Durchgang gibt Dabu die erste Rückmeldung. Er macht mit den Klassen eine kleine textliche Anpassung. Der Sänger dreht ein Klavier um und übt mit den Kindern gleich nochmals einige Passagen.

Mann singt und spielt stehend vor einem Klavier.
Dabu Bucher singt mit zwei Schulklassen aus Mönchaltorf den Song «Miin Ort».

Beim Konzert stehen die beiden Klassen dann ganz vorne am Bühnenrand. «Ich verrate euch meinen Geheimtrick. Wenn ich nervös bin, schaue ich den Menschen nicht in die Augen, sondern auf den Haaransatz», gibt Dabu preis. Dadurch sehe es aus, als ob man das Publikum direkt anschauen würde.

Diesen Trick dürfte er am Donnerstag anwenden. Denn es kommen auch einige Kindheitsfreunde ans Konzert. Dabu: «Je mehr Leute ich im Publikum kenne, desto nervöser werde ich.»

Nach gut 15 Minuten ist die Probe durch. Dabu erklärt, was die Kinder für den Auftritt noch wissen müssen. «Was sollen wir am Auftritt anziehen?», fragt eines der Kinder. «Ziehe einfach deine Lieblingskleider an», meint Dabu. Das mache er auch immer so.

Eine Frage brennt einem Knaben aber noch unter den Nägeln. Im Songtext, der sich um Mönchaltorf dreht, heisst es: «I dem Dorf, won i herchume, isch de Fuessballklub schwach.» Also schlägt der Schüler eine Textänderung vor. Ob sie anstelle von «schwach» nicht «stark» singen dürften. Dabu nimmt den Einwand mit Humor. «Du darfst dort auch ‹stark› singen, wenn du willst.»

Gleich zwei Premieren

Die Idee, mit Schulklassen das Lied «Miin Ort» zu singen, entstand vor wenigen Monaten. «Typisch Dabu habe ich zuerst ganz gross gedacht und wollte gleich mit der ganzen Schule auf der Bühne stehen», sagt der 43-Jährige. Auf der Bühne am Regionalturnfest habe es aber nur Platz für zwei Klassen.

Am Donnerstag spielt Dabu nun das erste Mal mit seiner Band Dabu Fantastic in Mönchaltorf. Sie treten hauptsächlich auf grossen Bühnen auf, weshalb es bisher nicht geklappt hatte. «Für mich hat der Auftritt in meiner ehemaligen Heimat eine grosse Bedeutung», sagt Dabu.

Vorbereitungen fürs zweite Wochenende in vollem Gang

Der Regen machte den Veranstaltern am letzten Wochenende zu schaffen. Diverse Wege mussten zum Schutz der Wiese abgesperrt werden, der Parkplatz wurde auf die Strasse verlegt, und wegen eines Gewitters mussten alle Besucher kurzzeitig vom Gelände in die Zelte verschoben werden. Nun möchte man sich fürs zweite Wochenende so gut wie möglich vorbereiten. «Wir haben extra Bodenplatten und viele Holzschnitzel verteilt, um die Böden zu schützen», erklärt Olivier Wolf, Ressortleiter Marketing vom Regionalturnfest. Da das Gelände an einer Schräglage sei, fliesse das Wasser nicht so gut ab. «Momentan trocknen wir die Zelte mit Ventilatoren, damit sich fürs kommende Wochenende keine Nässe mehr anstauen kann», sagt Wolf. Er und sein Team bleiben positiv gestimmt. Gummistiefel seien aber sicherlich auch diesmal keine schlechte Idee. (alk)

Von der Schule zur Musik

Der Sänger hat praktisch seine ganze Schulzeit in der Schule Mönchaltorf verbracht. Seine Lieblingsfächer waren Deutsch und Sport. Er erzählt mit einem Lächeln davon, wie ihn sein Lehrer einst einen Songtext schreiben liess. «Mich interessierten mit der Zeit aber die Musik und die Mädchen mehr als die Schule», sagt der Sänger.

Im Trakt C des Untergeschosses begann er mit sieben Jahren, Schlagzeugunterricht zu nehmen. Dorthin ging er auch, als er aus der Schule kam. Mit der alten Band organisierte Dabu in der Turnhalle der Schule auch mal ein Festival.

Die Schule erinnert ihn auch an negative Gefühle. Er erzählt von der Angst vor Prüfungen und Elterngesprächen. «Ich war ein fauler Schüler», sagt Dabu heute. Umso mehr verblüfft es, dass er später das Gymnasium absolvierte und sich zum Sekundarlehrer ausbilden liess. Nach fünf Jahren widmete sich Dabu dann voll und ganz der Musik. Seit gut zehn Jahren lebt er davon.

Mann sitzt an einem Pult mit den Füssen auf dem Tisch.
«Früher war ich ein fauler Schüler», sagt Dabu Bucher.

«Miin Ort»

Während des Interviews fragen immer wieder Kinder nach einem Autogramm. Man scheint Dabu in Mönchaltorf gut zu kennen. Zwei Kinder sind sich aber nicht mehr ganz sicher, woher sie Dabu kennen: «Bist du nicht der aus diesem Tiktok-Video?» Um Werbung für seinen Auftritt am Regionalturnfest zu machen, hat er in Mönchaltorf ein Video gedreht.

Er zeigt ein paar Orte im Dorf und teilt seine Anekdoten. Beim Veloständer vor der Schule erzählt er, wie sich seine Klasse und die Parallelklasse einen Spass erlaubten. Sie nahmen jeweils die Velos der anderen Klasse und befestigten sie an Pfosten und auf Dächern – Hauptsache, weit oben. Als er den Hausmeister am Montag auf dem Schulgelände trifft, meint dieser, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis andere durch das Tiktok-Video auch auf diese Idee kämen.

Mit 22 Jahren zog Dabu von Mönchaltorf weg. Eine Zeit lang lebte er dann in Uster und Zürich. Er merkt, dass sein Platz nicht mehr in Mönchaltorf ist. Der Song «Miin Ort» ist der Ausdruck dieses Gefühls. Er beschreibt darin das Dorf mit seinem Metzger, dem schlechten Fussballverein und den Beizen. Und am Ende stellt Dabu im Song fest: «Und ich weiss, min Platz isch, min Platz isch nüme det.»

«Ich bin immer auf der Suche nach Heimat», sagt Dabu. Er orientiere sich mehr an Menschen als an Orten. In Bümpliz in Bern habe er jetzt aber einen Ort gefunden, wo er vorerst bleiben möchte.

Das grosse Konzert

Am Donnerstag, 13. Juni, spielt Dabu Fantastic im Festzelt des Regionalturnfests in Mönchaltorf. Ab 17 Uhr hat die Festwirtschaft geöffnet. Um 20.15 Uhr beginnt dann das grosse Konzert. Tickets können über das Regionalturnfest bezogen werden.

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