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Die Leitung der Greifensee-Stiftung ist in neuen Händen

Nach zwei Jahren als Geschäftsführer der Greifensee-Stiftung räumt Urs Wegmann den Platz für Anja Witte.

Nach zwei Jahren als Geschäftsführer räumt Urs Wegmann den Platz für Anja Witte.

PD/Greifensee-Stiftung

Die Leitung der Greifensee-Stiftung ist in neuen Händen

Seit Mitte Mai

Derzeit gilt es für Anja Witte, Einblick in möglichst viele Teilbereiche der Greifensee-Stiftung zu erhalten. Sie hat die Stelle der Geschäftsführerin Mitte Mai von Urs Wegmann übernommen.

Wenn Urs Wegmann von seiner Arbeit erzählt, fällt fast in jedem zweiten Satz das Wort «spannend». 15 Jahre lang hat er die Greifensee-Stiftung geprägt, den Aufbau und die Leitung des Ranger-Teams am Greifensee übernommen, die Biberfachstelle errichtet und geleitet. Zuletzt war er zwei Jahre Geschäftsführer.

Spannend sei die Arbeit als Ranger, spannend der Aufbau neuer Strukturen, spannend die immer wieder nötige Anpassung an die externen Einflüsse. «Das Naturschutzgebiet rund um den Greifensee steht durch seine Lage wahnsinnig im Fokus, auch von Freizeitverkehr aus der Stadt Zürich», sagt Wegmann. «Das zwang uns dazu, stets innovativ zu sein.»

Urs Wegmann steht im Naturschutzgebiet und blickt durch einen Feldstecher.
Urs Wegmann war 15 Jahre für die Greifensee-Stiftung tätig. (Archiv)

Trotzdem hat sich der 52-Jährige entschieden, der Greifensee-Stiftung den Rücken zu kehren – zumindest im beruflichen Bereich. Mitte Mai hat er die Geschäftsführung an Anja Witte übergeben.

«Es war einfach der richtige Moment», sagt Wegmann. Nach acht Jahren als stellvertretender Geschäftsführer sei es vor zwei Jahren eine «natürliche Weiterentwicklung» gewesen, die Geschäftsführung komplett zu übernehmen. «Und jetzt ist ein guter Moment für einen erneuten Wechsel.»

Früher häufig in der Naturstation Silberweide

Seine Nachfolgerin Anja Witte hat schon für viele Organisationen im Non-Profit-Bereich gearbeitet, die Arbeit auch im Auftrag des Naturschutzes ist für sie jedoch neu. «Bisher war die Natur mein Ausgleich zum Beruf», sagt Witte. «Sie nun als Fokus meiner Arbeit zu haben, ist wunderschön.»

Auf dem Bild ist Anja Witte vor einem grünen Hintergrund zu sehen.
Anja Witte will das Potenzial der Greifensee-Stiftung noch weiter ausschöpfen.

Ursprünglich aus Norddeutschland kam sie vor über 20 Jahren in die Schweiz. Mit ihren beiden Kindern besuchte sie früher häufig die Naturstation Silberweide, mittlerweile ist sie eher zu Fuss oder mit dem Velo am Greifensee anzutreffen. «Ich möchte mehrheitlich mit dem Velo zur Arbeit nach Uster fahren», sagt die 48-Jährige, die mit ihrer Familie in Zürich-Seebach wohnt. «Aufgrund der Distanz werde ich mir wohl früher als geplant ein E-Bike zulegen.»

«Lernende mit erweiterten Kompetenzen»

Mitte Mai kam Anja Witte in der Greifensee-Stiftung an, wo sie momentan nach eigenen Angaben «Lernende mit erweiterten Kompetenzen» ist. «Zuerst möchte ich alles in Ruhe kennenlernen.» Dabei beabsichtigt sie, sich nicht nur hinter einem Bildschirm zu verstecken, sondern auch in der Naturstation Silberweide und im Schutzgebiet unterwegs zu sein. «Ich möchte sowohl für die Mitarbeitenden, die Anrainerinnen und Anrainer als auch für die Besucherinnen und Besucher des Greifensees präsent sein.»

Das Spannungsfeld Mensch und Natur sei für sie eine spannende Herausforderung. «An und für sich wollen ja alle dieses herrliche Fleckchen Erde – die Greifensee-Landschaft – so erhalten, wie es ist, und im positiven Sinne weiterentwickeln.»

Auf dem Bild sieht man die Naturstation Silberweide bei Sonnenaufgang.
Bei der Naturstation Silberweide in Mönchaltorf stehen in den nächsten Jahren Veränderungen an.

Die Greifensee-Stiftung wurde 1997 von den Anrainergemeinden des Greifensees gegründet. Der Stiftungsrat setzt sich aus Gemeinderäten der sieben Trägergemeinden zusammen. Obwohl Witte schon mit vielen Non-Profit-Organisationen zusammengearbeitet hat, ist es für sie eine Premiere, dass bis auf den Präsidenten alle Stiftungsräte ihr Mandat von Amtes wegen ausführen. «Den Stiftungsrat und die Räte der Gemeinden möchte ich dazu motivieren, aktiv mitzugestalten.»

Nun gilt es für Anja Witte aber erst einmal, in möglichst viele Facetten der Greifensee-Stiftung Einblick zu erhalten. «Ich denke, es gibt noch viel Potenzial, die Stiftung und ihre Angebote bekannter zu machen.» Da die Infrastruktur der Naturstation Silberweide modernisiert werden müsse, sei mit dem Umbau der Gebäude eines der nächsten grossen Projekte der Stiftung vorprogrammiert. «Und nicht zuletzt möchte ich das Gespräch mit möglichst vielen Personen rund um den See suchen.»

Teilweise Rückkehr geplant

Für Urs Wegmann steht hingegen eine weniger intensive Zeit bevor. Ab Juni heisst das erst einmal ein paar Monate Ferien. «Zuerst hatte ich ganz viele Ideen, wo ich hinwill – nun habe ich all diese Pläne bewusst abgebremst», sagt er. «Aber ich werde nicht einfach vier Monate im Garten sitzen.»

Danach wird er in einem Teilzeitpensum zur Griffin Ranger GmbH zurückkehren, der Tochtergesellschaft der Greifensee-Stiftung, die vor drei Jahren gegründet wurde. Sie bietet Dienstleistungen, Beratungen und Schulungen in den Bereichen Schutzgebiet- und Wildtiermanagement ausserhalb des Greifensee-Schutzgebiets an. Deren Geschäftsführer war Wegmann für rund ein Jahr, bevor er die Leitung der Greifensee-Stiftung übernahm. «Das ist für mich wie ein Heimkommen.»

Das Angebot sei sehr gefragt. «Wir sind in rund einem Dutzend Schutzgebieten im Kanton im Einsatz, haben Beratungsmandate etwa für die Zürcher Wanderwege oder bieten Schulungen für Fachleute an.»

Nicht mehr in einer Führungsposition zu arbeiten, mache ihm dabei nichts aus. «Ich fühlte mich auch im zweiten Glied wohl», sagt Urs Wegmann. «Ich will an Projekten arbeiten und Sachen verändern – der Status ist dabei zweitrangig.»

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