Frisches direkt vor der Haustür
Neuer Wochenmarkt in Rüti
Schnell auf den» Wuchemärt» einkaufen: Das ist ab sofort in Rüti in der Bandwiesstrasse wieder möglich.
Der Coop und die Migros stehen in direkter Nähe. «Ich komme aber trotzdem lieber hierher. Hier finde ich frische, regionale Produkte. Ich habe mich auf den neuen Wuchemärt gefreut», erklärt eine ältere Damen mit zwei prallgefüllten Taschen in den Händen.
Erdbeeren, Spargeln, Fisch und einen speziellen Käse, das habe sie alles gekauft. Seit dem 16. Mai locken an der Bandwiesstrasse in Rüti wieder verschiedene Marktstände.
«Das Bedürfnis nach einem Markt, der regelmässig stattfindet, ist in der Bevölkerung gross», betont Thomas Oswald, nachdem er wieder drei Schalen der herrlich roten Erdbeeren nach einem kurzen Schwatz mit den Kunden verkauft hat.
Die Früchte an seinem Stand stammen von der Firma Oswald Obstbau direkt aus Rüti. Thomas Oswald ist eine der treibenden Kräfte, die wieder für einen Wochenmarkt im Dorf gesorgt haben. Schon 2019 gab es einen ersten Versuch beim «Märtegge» in direkter Nähe der Migros.
Dort standen überdacht ein paar Tische mit Waren, für mehrere Marktstände war nicht genug Platz. Und Corona haben dem damaligen Markt-Projekt das Ende bereitet.
Teil der «Energiestadt-Strategie»
«Jetzt haben wir neu gestartet», sagt Thomas Oswald. Ab sofort stehen draussen an der Bandwiesstrasse rund 15 Marktstände – jeweils am Donnerstag von 8.30 bis 11.30 Uhr. Findet der Markt genug Anklang, soll er bis Oktober stattfinden.
Der neue Wochenmarkt sei eine Massnahme der «Energiestadt Rüti» und setze mehrere Punkte der Strategie «Rüti Leben Rüti gestalten» um, schreibt die Gemeinde Rüti, welche den Markt betreut. Die Ernährung sei für etwa 30 Prozent aller Treibhausemissionen verantwortlich.
Mit der Wahl saisonaler, regionaler und pflanzlicher Lebensmittel könne viel bewirkt werden, informiert die Gemeinde weiter.
«Machen Sie den Papiersack nicht zu fest zu, sonst schwitz das Brot, denn das ist noch ofenwarm», erklärt Laura Rüegg ihrer Kundin. An ihrem Stand gibt es Backwaren, Trockenfleisch oder Nüsse.
Mit ihrem Angebot ist sie sonst auch am Märt in Uster oder Stäfa vor Ort. «Wir sind gerne hier in Rüti, in direkter Nachbarschaft zu Ermenswil, wo unser Archehof Rüegg steht. Wir haben nur eine kurze Anfahrt. Das ist optimal.»
Der Standort Rüti sei auch für die Kundschaft perfekt. «Die Leute müssen nicht extra ins Auto steigen und irgendwo in die Region zu fahren, um frische Produkte zu kaufen. Sie können mit dem Velo schnell hierher kommen.»
«Darf es sonst noch was sein?», fragt Remo Reber seine Kunden. Die nehmen gleich noch ein paar frische Forellen mit.
Der Junior-Chef Michael Brunner von der Fischfirma und Räucherei Brunner & Brunner in Pfäffikon gibt per Telefon schnell Auskunft. «Wir haben während der Corona-Pandemie angefangen mit Marktständen. So konnten wir Personal weiter beschäftigen.»
Das Marktangebot sei von der Kundschaft gut aufgenommen worden, weshalb man weiter darauf setzte. Mit einem Stand ist der Fischhändler unter anderem auch auf den Märkten in Hinwil, Greifensee, Uster oder Effretikon präsent.
Fisch aus der Region
«Die Forellen in der Auslage, haben heute Morgen, als Sie ihren Kaffee getrunken haben, noch gelebt. So frisch ist die Ware», wirbt Brunner.
Der Standort Rüti sei attraktiv – weil sich die Gemeinde als Energiestadt positioniere, wobei Nachhaltigkeit und Regionalität wichtig seien. «Mit unseren Angebot an regionalen Fischen können wird genau diesen Kundenbedürfnissen gerecht werden.»
Vor Ort ist auch der «Velo King». Beat Zäch aus Hinwil verkauft direkt ab seinem Lastenvelo, auf dem ein grosser Kühlschrank steht, verschiedene Glacesorten. Mit seinem aussergewöhnlichen Glace-Velo fährt er auf Anfrage auch bei Anlässen vor.
«Die Kunden kommen hier vorbei, weil sie etwas Besonderes suchen, was im gewöhnlichen Grossisten nicht verkauft wird», erklärt Markus Bless.
Er steht hinter einem Stand mit grosszügiger Käseauslage, der zur Firma Chäs Glogge in Jona gehört. Dieser 18 Monte in einer Höhle gereifter Emmentaler sei so eine Spezialität, nach der die Marktkundschaft frage.
Zum Abschluss noch einen schönen Blumenstaus für Zu Hause? Damit kann Esther Bodmer mit ihrem Stand «BluemeStil Fägswil» dienen. Die gebürtige Rütmerin veranstaltet öfters im Jahr, so beispielsweise zur Adventszeit, vor ihrem Haus einen Blumenverkauf. «Wenn immer möglich setzte ich auf Schweizer Blumen.»
Sie war schon 2019 beim damaligen Wuchenmärt vor Ort. «Hier haben wir viel mehr Platz und die Atmosphäre ist viel schöner», sagt Esther Bodmer. Rein ums Geschäft gehe es ihr hier am Markt nicht. «Es sind viel mehr die netten Begegnungen und Gespräche mit der Kundschaft, die mir Freude machen.»