Das 200-jährige Brüggli in Uster ist frisch saniert
Die «Kappeli»-Brücke von Uster
«S Teckt Brüggli» führt über den Aabach und erzählt ein Stück Industriegeschichte. Nun ist es mit Ustermer Holz neu eingekleidet worden.
Die «Kappeli»-Brücke von Uster findet man im Stadtpark, sie heisst «s Teckt Brüggli» und ist auch ein wenig kürzer als diejenige in Luzern. Sie ist jedoch die älteste am Originalstandort verbliebene Holzbrücke des Kantons Zürich. Von September 2023 bis Ende April 2024 wurde das historische Bauwerk umfangreich saniert und ist jetzt wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die Holzbrücke wies grosse Schadstellen und Pilzbefall auf. Aus diesem Grund war eine Sanierung unumgänglich. Morsche oder von Pilz befallene Holzteile wurden ersetzt. Man verwendete Holz aus den Ustermer Wäldern.
Die Stadtbildkommission hat laut Medienmitteilung der Stadt Uster die Sanierung geprüft und denkmalpflegerisch begleitet. Das Bauwerk ist ein bedeutender Zeitzeuge mit einer 200-jährigen Geschichte.
Die gedeckte Holzbrücke entstand 1826 als Zufahrt zur Färberei Untere Farb. Die Brücke bildete bis zum Bau der Seestrasse den Übergang über den Aabach. Die Brücke heisst «s Teckt Brüggli», weil sie überdacht, also im wahrsten Sinne des Wortes gedeckt war.
Zusammen mit der ehemaligen Färberei ist sie ein wichtiger Zeuge der vorindustriellen Epoche im Zürcher Oberland und daher von hoher sozial- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung.




Die Untere Farb ist die älteste Manufaktur in Uster und gehört zugleich zu einem der ältesten Färbereibetriebe im Kanton Zürich.
Die Brücke diente als praktischer Übergang
Das gefärbte Tuch legte man zum Trocknen auf die Wiesen des heutigen Stadtparks aus. Das war im 17. Jahrhundert die gängige Praxis, denn die Untere Farb hatte keine Türme, um das Tuch aufzuhängen. Deswegen musste man über die Brücke, damit man auf die andere Seite gelangte.
Insgesamt weist die Untere Farb mit den sie umgebenden Freiflächen, der Anbindung an den Aabach und der Holzbrücke «s Teckt Brüggli» einen bis heute intakten Kontext auf. Durch die Sanierung der Brücke wird das denkmalpflegerisch bedeutende Ensemble auch weiterhin erhalten bleiben.
Historische Führungen zum Brüggli
Interessierte können sich an zwei öffentlichen Führungen über die Sanierung und die Geschichte des «Teckt Brüggli» informieren.
Die erste Führung findet am Montag, 6. Mai, um 17 Uhr statt. Stadtförster Ruben Menzi gibt Auskunft über das verwendete Holz aus Ustermer Wäldern. Restaurator Remi Schlegel spricht über die Geschichte des Brüggli und die durchgeführten Arbeiten der Handwerker.
Am Mittwoch, 22. Mai, um 13 Uhr, ergänzt Bauleiterin Mona Rusch die Ausführungen von Remi Schlegel. Sie schildert die Herausforderungen, die mit der Sanierung der Holzbrücke verbunden waren.
Die Führungen finden bei jeder Witterung statt. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Treffpunkt für beide Führungen ist «s Teckt Brüggli».
