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So reagieren Leser auf das Kreiselchaos in Kollbrunn

Laut und schmutzig – und das täglich: Klingt nach Schmuddelfilm, ist aber der leidige Alltag für die Anwohner der Baustelle bei der Tössbrücke.

Bis im Sommer 2025 müssen sich Autopendler mit Rückstaus abfinden — vor allem in den Morgen- und Abendstunden.

Foto: Noah Salvetti

So reagieren Leser auf das Kreiselchaos in Kollbrunn

Strassenbaustelle im Tösstal

Die Baustelle bei der Tössbrücke in Kollbrunn sorgt für Einschränkungen beim Pendlerverkehr. Doch auch die Anwohner ärgern sich ob der chaotischen Situation.

Noch bis Ende Juli 2025 braucht es auf der Tösstalstrasse in Kollbrunn jede Menge Geduld. So lange dauern nämlich die Bauarbeiten auf der Tössbrücke. Der Kanton saniert und verbreitert die in die Jahre gekommene Brücke.

Das hat auch Auswirkungen auf den Durchgangsverkehr – um zu vermeiden, dass der Schneckenkreisel verstopft, regeln mehrere Ampeln den Verkehr. Das sorgt für teils lange Wartezeiten und nagt an den Nerven der zahlreichen Autopendlerinnen und -pendler. Aber das Thema bewegt nicht nur diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind.

Werner Maag aus Rikon

«Wenn die Projektleitung erklärt, die gewählte Verkehrsführung entspreche der Bestvariante, frage ich mich, wo diese Verantwortlichen wohl ihren Schulabschluss gemacht haben. Die Funktion des Kreisels wird mit diesen Ampeln völlig torpediert!

Wenn die Fahrt von Weisslingen auf Grün ist, sind alle anderen Ampeln auf Rot zu stellen. Wenn die Ampel von Weisslingen auf Rot steht, haben alle anderen Ampeln auf Grün zu stehen. Der Verkehrsfluss reguliert sich so von selbst, wie bei einem Kreisel üblich, und lässt allen Verkehrsteilnehmern freie Fahrt, selbst denjenigen, die nach Weisslingen fahren wollen. Wieso lässt sich eine solch einfache Lösung nicht realisieren?»

Daniela Bosshard aus Kollbrunn

«Es sind einerseits die Pendler, die über die langen Rückstaus klagen, andererseits sind wir Anwohner durch den enormen Lärm der Baustelle, aber auch durch den Verkehr und konzentriertere Abgase sehr betroffen.

Die Situation ist unerträglich, die Huperei, die schon vor der Baustelle beträchtlich war, hat sehr zugenommen. Auf jedes ungeduldige Hupen folgt eine Antwort mit noch längerem Ton. Ausserdem werden sehr viele Motoren nicht abgestellt während der Warterei.

Dazu kommt, dass die Kinder gefährdet sind, wenn am Fussgängerstreifen die Autos einfach nicht anhalten.

Daniela Bosshard, Kollbrunn

Auch Motorräder, Traktoren und Lastwagen verursachen grossen Lärm und Luftverschmutzung. Das Abstellen des Motors wäre gesetzlich vorgeschrieben, hat mir ein Mitarbeiter des Tiefbauamts erklärt, als ich ihn bat, Tafeln aufzustellen.

Dazu kommt, dass die Kinder gefährdet sind, wenn am Fussgängerstreifen die Autos einfach nicht anhalten, wo sie ja schon mal freie Fahrt haben. Für die Kinder ist das eine schwierige Situation. Die Lebensqualität ist sehr eingeschränkt, im Garten sitzen fast unaushaltbar.

Die Situation ist in meinen Augen sogar schlimmer als beim Bau des Schneckenkreisels, denn der Verkehr hat stark zugenommen.»

Man sieht Autos, die sich vor einer Baustelle stauen.
Geduld ist gefragt: Beim Schneckenkreisel in Kollbrunn regeln Lichtsignale den Verkehr.

Rosmarie Furrer-Bosshard aus Schlatt

«Meines Erachtens liegt das Problem darin, dass die Autos aus Rikon, die in Richtung Kollbrunn unterwegs sind, und die Fahrzeuge aus Kollbrunn gleichzeitig Grün haben. Die Fahrzeuge aus Rikon gewähren den Fahrzeugen aus dem Dorf keine Einfahrt in den Kreisel.

Das gute alte Reissverschlusssystem würde das Problem wohl etwas verbessern. Ich stand kürzlich über 20 Minuten am Lichtsignal in Kollbrunn an der Dorfstrasse, da bei Grün gerade knapp drei Fahrzeuge in den Schneckenkreisel fahren können.»

Claudia Wolfensberger aus Kollbrunn

«Die Gemeinde Zell hat die Bahnhofstrasse in beide Richtungen mit einem Fahrverbot belegt und die Lindenstrasse in eine Richtung gesperrt, um Schleichverkehr zu verhindern. Sehr schön für die Anwohner jener zwei Strassen – nur ging bei der Planung komplett vergessen, dass die Bolsternbuckstrasse entsprechend mehr Schleichverkehr akzeptieren muss.

Wir wohnen nun seit zehn Jahren hier, sind hierhergezogen, weil der Bolsternbuck ein ruhiges Wohnquartier war. Ich schreibe ‹war›, weil sich der Verkehr seit der Einführung des temporeduzierten Dorfkerns hier gefühlt verdoppelt hat. Dann wurde auf dem Seemer Buck die Ampelanlage als Tropfenzähler in Betrieb genommen, was eine weitere Anzahl Pendler dazu veranlasst, unsere Strasse als Schleichweg zu benutzen.

Im Zehn-Sekunden-Takt donnern die Autos vorbei.

Claudia Wolfensberger, Kollbrunn

Seit die Arbeiten an der Tössbrücke begonnen haben, fühlt man sich hier am Morgen und am Nachmittag zu den Stosszeiten wie an einer Landstrasse. Im Zehn-Sekunden-Takt donnern die Autos vorbei, und das wohlgemerkt, obwohl aufgrund der Frühlingsferien weniger Verkehr auf den Strassen ist.

Würden die ‹Schleichwegler› sich wenigstens an Tempo 30 halten, könnte man sich vielleicht arrangieren, es dauert ja ‹nur› eineinhalb Jahre. Hätte die Kantonspolizei den Tempomesser – keinen Blitzer – nicht ausgerechnet so ganz per Zufall vor dem Beginn der Baustelle eine Woche lang an unserer Strasse installiert, könnte man sich vielleicht arrangieren …

Wären nicht alle anderen Schleichwege in Kollbrunn blockiert und wir den Anwohnern im Dorfzentrum in der Wichtigkeit gleichgestellt, könnte man sich vielleicht arrangieren …

Würden die Lärm-, die Gefahren- und die Schadstoffbelastung für die Anwohner des Bolsternbucks auch nur im Geringsten wahrgenommen, zum Beispiel in einem Zeitungsartikel über die Rückstausituation auf der Tösstalstrasse, könnte man sich ja vielleicht arrangieren ...

So aber muss man sich fragen, ob in der Gemeinde Zell wohl eine Zwei-Klassen-Schleichwegsituation herrscht. Und noch eine kleine Anmerkung: Iberg muss sich mit der gleichen Frage quälen!»

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