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«Es soll kein Fest sein, bei dem sich alles nur ums Trinken dreht»

Das Bierfest in Turbenthal soll nicht nur Fans des flüssigen Brots ansprechen. Michi Hediger erzählt, wie ihm das gelingt – und was er aus der Premiere gelernt hat.

Zusammen mit dem Verein Oberhöfler Bier-Team organisiert Michi Hediger zum zweiten Mal das Bierfest. (Archiv)

Foto: Fabienne Würth

«Es soll kein Fest sein, bei dem sich alles nur ums Trinken dreht»

Oberhofen feiert sein Bier

In wenigen Tagen steigt im Turbenthaler Weiler zum zweiten Mal das Oberhöfler Bierfest. Im Interview spricht OK-Chef Michi Hediger über das diesjährige Programm, abgesagte Bestellungen und unerwartete Gäste.

In Oberhofen kam es im vergangenen Frühling zu einer Premiere. Der Verein Oberhöfler Bier-Team um Brauer Michael «Michi» Hediger organisierte das erste Bierfest – mit einem Rahmenprogramm, das sich nicht ausschliesslich an Bierfans richtete. Am kommenden Wochenende geht das Fest mit dem lokal gebrauten Gerstensaft in die zweite Runde – erwartet werden rund 300 Besucher.

Michi Hediger, in wenigen Tagen steigt das Bierfest. Wie lange bereiten Sie sich schon auf diesen Event vor?

Michi Hediger: Mit der wichtigsten Vorbereitung, dem Bierbrauen, haben wir schon im vergangenen Herbst begonnen. 1000 Liter Bier sind jetzt bereit, am Fest genossen zu werden – letztes Jahr verbrauchten wir etwa 80 Prozent davon. Mit der restlichen Planung haben wir Anfang Jahr begonnen.

Ihre Mikrobrauerei ist Anfang Monat umgezogen. Sind Sie an die Kapazitätsgrenze gestossen?

Wir brauen nach wie vor gut 200 Liter Bier die Woche. Das neue Lokal am anderen Ende von Oberhofen ist besser zugänglich und bietet mehr Platz als der bisherige Raum – falls wir uns einmal vergrössern möchten.

Umziehen und ein grosses Fest organisieren, wie geht das zusammen?

Als wir beschlossen, dass wir das Fest erneut organisieren, war noch nicht klar, dass wir zügeln. Das hat uns einiges abverlangt. Umso wichtiger war es, möglichst viel Bier im Voraus zu brauen. Wir mussten deshalb auch einige Bestellungen absagen.

Foto: Michael Eggenberger

Michael «Michi» Hediger hat nicht nur die Mikrobrauerei Oberhöfler ins Leben gerufen. Er ist auch Präsident des rund 30-köpfigen Vereins Oberhöfler Bier-Team, der das Bierfest organisiert. Zudem amtet der 41-Jährige als Vizepräsident des Gewerbevereins Turbenthal und Umgebung.

Das Bierfest findet heuer zum zweiten Mal statt. Was nehmen Sie aus dem letztjährigen Erfolg mit?

Auffallend war, dass das Fest besonders während des Tages gut lief – vor allem dank dem Bauernmarkt und dem familienfreundlichen Programm. Darauf legen wir dieses Jahr wieder den Fokus. Wir haben deshalb die Aktivitäten für Kinder ausgebaut, und auch der Markt ist bedeutend grösser als letztes Jahr.

Wo mussten Sie über die Bücher?

Besonders bei der Menge an Essen haben wir dazugelernt. Neu haben wir auch einen Küchenchef, der das Ganze etwas «managt», damit wir nicht alles allein stemmen müssen.

Mit der Erstausgabe des Bierfests zielten Sie auch auf Leute von ausserhalb, um das Neubrünnlertal bekannter zu machen. Ist das gelungen?

Lustigerweise ja – wir hatten überraschend viele Besucher aus dem Thurgau. Die meisten arbeiten hier in der Umgebung und sind über die Plakate auf uns aufmerksam geworden.

Wie stellen Sie sicher, dass bei dem vielseitigen Programm das Bier nicht zu kurz kommt?

Um das «Oberhöfler» kommt man sicherlich nicht herum. Ursprünglich war die Idee, den Markt und das Bierfest mehr voneinander zu trennen. Aber da beides sehr beliebt ist, funktioniert die Kombination gut. Sie hilft uns auch, dass wir nicht als Fest wahrgenommen werden, bei dem sich alles nur ums Trinken dreht.

Würde ein Fest mit einem stärkeren Bier-Schwerpunkt weniger gut funktionieren?

Mir war von Anfang an wichtig, dass das Fest auch die breite Masse anspricht. So kommt vielleicht auch der eine oder andere auf den Geschmack, der sich noch nicht in der Craft-Beer-Szene bewegt. Und den klassischen Bierliebhaber sprechen wir ja sowieso an.

Am Freitag vor Ihrem Fest findet der Tag des Schweizer Biers statt. Zufall oder gute Planung?

Tatsächlich haben wir den Tag letztes Jahr etwas verschlafen (lacht). Dieses Jahr haben wir den Tag des Schweizer Biers als Anlass genommen, ein Feierabendbier für die lokalen Handwerker zu organisieren.

Welche Herausforderungen gilt es noch zu meistern, bis am Freitagabend der Startschuss fällt?

Am Donnerstag geht es los mit dem Aufbau von Festzelt und Marktständen. Bis am Freitagnachmittag muss alles stehen. Ich bin zuversichtlich, dass alles klappt.

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