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Sie müssten aus ihren Wohnungen in Weisslingen ausziehen

Diese Mieterinnen und Mieter wohnen oberhalb der Kindergärten. Sie müssen ausziehen, falls die Gemeinde die drei Kindergärten und das Schulhaus veräussern kann.

Die Ukrainerin Nataliia Oselska wohnt mit ihrem Sohn seit Sommer 2023 oberhalb des Kindergartens an der Burggasse.

Foto: Eleanor Rutman

Sie müssten aus ihren Wohnungen in Weisslingen ausziehen

Gemeinde verkauft Häuser

Drei Kindergärten und ein altes Schulhaus stehen in der Gemeinde Weisslingen zum Verkauf. Für die Mietenden eine unsichere Situation.

Die Mieterinnen und Mieter der drei Kindergärten in Theilingen und Weisslingen sowie des Schulhauses in Neschwil stehen vor einer unsicheren Zukunft. Denn die Gemeinde Weisslingen will die Häuser, in denen sie wohnen, verkaufen. Ob die neuen Käufer die Mietenden in den Wohnungen bleiben lassen, ist damit noch ungewiss.

«Ich bin dankbar, dass ich hier ein Zuhause gefunden habe», sagt die Ukrainerin Nataliia Oselska, die erst im Sommer 2023 mit ihrem Sohn in die Zweieinhalbzimmerwohnung im Dachgeschoss an die Burggasse ziehen durfte. Natürlich hofft sie, dass sie bleiben kann, wenn das Haus gekauft wird.

In der Vierzimmerwohnung direkt oberhalb des Kindergartens an der Burggasse stehen hingegen schon Zügelkisten. Die Familie, welche in der hellen Wohnung zu Hause war, hat eine andere Bleibe in Weisslingen gefunden.

Den Auszug schon geplant

Der Mieter sagt: «Als wir den Zuschlag für die neue Wohnung erhielten, haben wir sofort ja gesagt.» Auch in Weisslingen scheint der Wohnungsmarkt knapp zu sein, auf Homegate sind Anfang April gerade mal drei Mietwohnungen ausgeschrieben: Alle drei sind kleiner und teurer.

Monika und Willy Gebert wohnen im zweiten, zentraler gelegenen Kindergarten von Weisslingen, der zum Verkauf angeboten wird: oberhalb des Kindergartens Hintergasse. Das Paar hat sich noch keine Gedanken zu einem möglichen Auszug gemacht. «Wir wissen noch nicht, wohin», sagt Monika Gebert. Sie und ihr Mann nähmen es Schritt für Schritt, noch sei das Haus nicht in neuen Händen.

Auch die Hintergasse wird inklusive den Mieterverträgen verkauft. «Am schönsten wäre es natürlich, wenn die Mieter bleiben könnten», sagt die Immobilienverwalterin Katya Gallina.

Seit 39 Jahren wohnen die Geberts in dem Haus. Ihre beiden Söhne sind praktisch an der Hintergasse aufgewachsen. «Wir waren oft draussen und haben viel in den Garten investiert», sagt Monika Gebert. Sie hinterfragt die Vorgehensweise der Gemeinde: «Ich verstehe nicht, warum die Gemeinde erst einen neuen Kindergarten baut und erst danach versucht, die Finanzierung mit dem Verkauf der alten Kindergärten zu sichern.»

Auch das alte Schulhaus in Neschwil steht zum Verkauf. Dort findet jedoch schon länger kein Unterricht mehr statt. In den Räumlichkeiten im Erdgeschoss hat sich eine Tierphysiologin eingemietet. Diana Tischhauser trainiert dort Hunde auf einem Wasserband.

Tischhauser sieht es realistisch: «Ich gehe nicht davon aus, dass ich hier bleiben kann, wenn das Schulhaus verkauft wird.» Einzige Möglichkeit sieht sie noch darin, wenn über den Verkauf an der Urne abgestimmt wird: Dass dann der Souverän vielleicht doch dagegen stimme. Für sie werde es wohl nicht so einfach sein, neue Räumlichkeiten zu finden.

Falls die aktuellen Mieterinnen und Mieter vor dem offiziellen Verkauf ausziehen sollten, könnten die Wohnungen vorübergehend auch an Asylsuchende vergeben werden, lässt Gallina verlauten. Die Gemeinde Weisslingen muss nach der neuen Asyl-Aufnahmequote ab nächstem Sommer zusätzlich acht Plätze für Schutzsuchende zur Verfügung stellen.

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